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Jüdischer Almanach · 1904-01-01 · 1902-1903 : Teilweise veränderte Neuausgabe · p. Seite 33

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
1902-1903 : Teilweise veränderte Neuausgabe
Date
1904-01-01
Page
Seite 33 (sequence 49)
Language
German
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c^r? t^sa x^sa z^sa t^sa c^ar? DIE ERSTEN. ^^(^^(^^ Euch trägt die Rhnung über Zeit und Raum In eurer Sehnsucht köstliches Gefilde. Was ihr erschaut, formt ihr zum Zukunftsbilde, RH euer Wollen ist ein grosser Traum. Clnd doch hält euch das Schicksal festgebannt Rn fremde Menschen und an fremdes Land. Rus jedem Strahl trinkt ihr der Heimat Glut, Clnd Heimatsaat glänzt euch aus jedem Halme, Clnd jeder Vogelsang wird euch zum Psalme, Rus jeder Quelle rauscht des Jordans Flut. (Jnd doch schenkt euch kein eigner Boden Ruh, Und doch deckt euch nicht euer Himmel zu. Der Menschheit Reich erscheint zuerst euch dort, Im Ostlicht blinkt die Schärfe,.,, eurer Waffen, Geweihte Handlung wird euch jedes Schaffen, Zum heiligen Symbol wird jedes Wort. Clnd sieht doch keiner euer Priesterkleid, Clnd weiss doch niemand, was ihr wolltundseid. Ihr Ersten, die ihr euch dem Dienst ergebt: Fern eurer Scholle, weit vor euren Zeiten, Tragt ihr der Sehnsucht höchste Bitterkeiten, Ihr träumt das Glück, doch Leid ist, was ihr lebt. Rus Halm und Quell, aus Erde,Wind und Strahl, Rus jedem Sehnen wächst euch neue Qual. Ihr dürft die unverhüllte Schönheit sehn, Clnd könnet ihre Hände doch nicht fassen, Euch zeigt die Freiheit nie geahnte Strassen, Doch einsam müsst ihr eure Wege gehn Clnd müsset ringen in der Einsamkeit Clnd einsam leiden euer tiefstes Leid. Clnd jedes neue Leid wird euch zum Lied Clnd jedes neue Lied zu neuem Leiden, Clnd immer grössre Sehnsucht quillt aus beiden, Rus jedem Leiden und aus jedem Lied. Rus jedem Schmerze wächst euch neue Kraft, Die wieder neue Schmerzen aus sich schafft. Ihr Ersten, die ihr euch dem Dienst ergebt, Dies ist die Sendung, die euch ward auf Erden; Stets sehnsuchtsvoller muss die Sehnsucht werden, Stets quälender die Qual, die euch durchbebt. Clnd euer Lied in immer heissrer Glut Muss es entströmen eurem Herzensblut. Denn riesengross ist eures Volkes Not, Die grösste Not sein schweigendes Ergeben: Es beugt den Macken einem Sklavenleben, Kaum wehrt es zitternd einem Sklaventod. So riesengross wie eures Volkes Leid Muss auch die Sehnsucht sein, die es befreit Rus tausendjährger Schmerzen dunklem Schoss Ein Sehnen, das hinauffliegt zu den Sternen, Muss euer Volk, das sehnsuchtsmüde, lernen: Ihr müsst ihm Sehnsucht geben, grenzenlos, Clnd müsset lieben, lieben euer Leid, Rus dem die Sehnsuchtwird, die euer Volk befreit. Berlin, tzsa ttsa t^i? E£==i? c^s? css« css» c^sa t^sa tzsa ttza berthold feiwel. 33

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