Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 164 (sequence 174)
- Language
- German
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geht, stellte sich bei dieser Bauuntersuchung heraus, daß „die Grundmauer gegender Gassen sehr schlecht sei und seind die Keller 1/2 Elle tiefer, als gemelte Grundmauer gegen der Straße steht, welches die Hauptursache, daß das Haus sich senket und die Keller auch voll Wasser stehen. In dem Hof ist die Grundmauer von dem großen Gebäu noch schlechter als gegen der Straßen und muß solche eben auch untermauert werden. Wann man die Grundmauer und die Schwere, so selbe getragen, betrachtet, so sollte man glauben, es wäre unmöglich, daß das Haus so lang hat stehen können". Der Baumeister, dessen Name nicht genannt ist, äußerte die Meinung, dem Übel wäre durch Untermauerung und Verstärkung der Grundmauer zu steuern, was noch vor Anbruch des Winters geschehen könnte. Im nächsten Sommer könnten dann die entstandenen größeren und kleineren Schäden an Gewölben und Mauern behoben und so der ewigen Flickerei ein Ende gemacht werden, ,,weilen", wie Dinnebier hinzufügt, „nun einmal genickt werden soll und man sich nicht abraten lassen will". Mit dem „man" meinte er wohl den Grafen, der im Gegensatz zur Ansicht seines getreuen Haushofmeisters immer noch eine bloße Ausbesserung der Schäden für genügend hielt. Allein er sollte sich schwer getäuscht haben. Als man dann im Oktober wirklich an die Verstärkung der Grundmauern schreiten wollte, erwies es sich, daß da keine Flick-, sondern ganze Arbeit geleistet, das heißt umgebaut werden müsse. Weil jedoch zur Inangriffnahme des Umbaues die Jahreszeit schon zu weit fortgeschritten war, verschob man die Arbeit auf das folgende Frühjahr. Die Erkenntnis, daß mit einem gründlichen Umbau nun doch unter allen Umständen gerechnet werden müsse, scheint den Grafen Johann Wenzel, dem wäh- 164