Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 173)
- Language
- German
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vollendete ihn tatsächlich in Jahresfrist, denn am 5. Juni 1700 quittierte er den Empfang des bedungenen Honorars. Die Steinmetzarbeiten bei diesem Baue hatte der Hof-Steinmetzmeister Johann Peter de la Torre übernommen, der hiefür nach Ausweis seiner Rechnung 277 fl. rh. erhielt. Im Verlauf seiner Tätigkeit im diplomatischen Dienste, die ihn oft und lange von der Heimat fernhielt, kam Graf Johann Wenzel selten in die Lage, in seinem Prager Hause längeren Aufenthalt zu nehmen. Er kam in der Regel nur, um seiner Mutter und seinem Sohne, welche hier einen großen Teil des Jahres zuzubringen pflegten, einen kurzen Besuch abzustatten. Als er im Winten 711-12 aus London nach Wien zurückgekehrt war, führte ihn bald darauf der Weg nach Prag. Doch diesmal war es nicht das Verlangen allein, seine Mutter und sein Kind wiederzusehen, sondern eine Nachricht, die er schon in London erhalten hatte. Sein Haushofmeister Heinrich Dinnebier hatte ihm geschrieben, daß die verschiedenen kleinen Schäden, die sich seit einiger Zeit andemHaupttrakte des Prager Hauses zeigten und die man bislang Witterungseinnüssen und anderem zugeschrieben hatte, sich ständig mehren und daß auch schon Risse in Gewölben und Mauern entstanden seinen. Bei diesem Besuche scheint der Graf die Sache noch nicht für bedenklich angesehen zu haben. Als aber nach starken Regengüssen im Spätsommer die Schäden am Gebäude immer mehr zunahmen, sah er sich doch veranlaßt, das Haus von einem Baumeister auf seinen Bauzustand genau untersuchen zu lassen. Wie aus einem Briefe des Haushofmeisters Dinnebier an den Gallas'schen Herrschafts-Oberhauptmann Christian Platz von Ehrenthal vom 6. Oktober 1712 hervor- 163