Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 165 (sequence 175)
- Language
- German
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rend seines jahrelangen Aufenthaltes in fremden Ländern die Möglichkeit in Fülle geboten war, die herrlichsten Bauwerke bewundern zu können, zu dem Entschluß gebracht zu haben, seinem Palaste, zumal er auch über die dazu notwendigen Mittel verfügte, bei dieser Gelegenheit ein solches Prunkgewand zu geben, daß darum andere Hauptstädte die königliche Hauptstadt Böhmens füglich beneiden sollten. Zur Durchführung dieses Entschlusses wandte er sich an einen der größten Meister der Baukunst der damaligen Zeit, an den Hof baumeister Joh. B. Fischer von Erlach in Wien. Uber die Verhandlungen mit Fischer, die zweifellos im Winter 1712-13 stattgefunden haben müssen, ist nichts näheres bekannt. Sicher ist jedoch, daß er bald nach Wintersende nach Prag kam, um den Lageplan persönlich in Augenschein zu nehmen und sich die Grundlagen für die auszuarbeitenden Entwürfe zu beschaffen. Die Umbauarbeiten begannen im Frühjahr noch in Anwesenheit Fischers mit der Abtragung des Turms über dem Portal. Für seine Pläne, namentlich für die Anlage des neuen Portals, das um ein weniges nach rechts verschoben werden sollte, und für den über dem Portal projektierten Balkon mit dem dahinterliegenden Gemach empfand Fischer einigermaßen störend die bisherige Lage des nebenan in der Richtung der Kleinen Karlgasse stehenden Hauses des Kupferstechers Kaspar Wussin, das mit seiner Fassade etwas in die Gasse vorstand und überdies noch einen Erker besaß, aus dem man in das Balkonzimmer des Palastes hätte hineinsehen können. In persönlicher Verhandlung mit Wussin, der beim Turmabbruch mannigfachen Schaden an seinem Hause erlitten hatte und darum kein besonderes Entgegenkommen bewies, wußte es Fischer dennoch durch- 165