Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 172)
- Language
- German
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ßes führt ein hohes, schöngegliedertes Portal ins Haus. Ganz links im Risalit vermittelt den Zugang von der Gasse eine einfache niedrige Türe. Uber dem Portale erhebt sich, das mit drei unschönen Dachluken versehene Dach um ein geringes überragend, ein massiver, ebenfalls Rustika aufweisender Turm, der mit einer niedrigen Haube eingedeckt ist und in dem in der Höhe des Daches gelegenen Stockwerk ein Doppelfenster und in dem das Dach überragenden Teil drei Fenster aufweist. An der äußeren Turmwand ist links neben dem Dach ein erkerartiges Gehäuse mit drei Lichtluken angebaut, in welchem aus dem zweiten Stock eine Wendeltreppe in die oberste Turmstube führte. Wohl bald nach dem Tode seines Vaters faßte Graf Johann Wenzel den Plan, das Haus nach dem Marienplatze zu um einen Seitenflügel zu erweitern. Er erwarb im Jahre 1698 zuerst das alte Pfarrhaus der Kirche Mariens an der Lacke neben dem Gottesacker um 1100 £L rh. und gleich darauf das neben der Pfarre stehende bürgerliche Haus ,,Beim schwarzen Greif". Am 5. November schloß er mit dem Baumeister Marc Antoni Canevale, der kurz zuvor auf Kosten des verstorbenen Grafen Franz Ferdinand die schöne Kreuzkirche in Reichenberg erbaut hatte, einen noch im Original vorhandenen Vertrag, nach welchem sich dieser verpflichtete, die zwei erkauften alten Gebäude auf eigene Kosten abzutragen und an deren Stelle „ein ganz neues Gebäude auf zwei Gaden hoch von Mauerwerke und Quadraturenarbeit, so in die fünfzig Ellen lang und gegen 23 Ellen breit, nebst aller Zubehör laut des approbierten Abrisses von Grund aus steinern aufzubauen". Hiefür wurde ein Verdienstbetrag von 3000 fl. rh. vereinbart. Canevale begann mit dem Bau im Frühjahr des Jahres 1699 und 162