Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 161 (sequence 171)
- Language
- German
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hunderts notdürftig wiederhergestellt wurde. Ferner geht aus einzelnen kurzen Bemerkungen in Briefen des Grafen Franz Ferdinand hervor, daß er, nachdem er die Gräfin Gaschin in sein Prager Haus heimgeführt, wiederholt daran zweckdienliche Bauherstellungen geringeren Umfangs vornehmen ließ. Erst zu Beginn des Jahres 1685 entschloß er sich zu einem größeren Umbau, der im Jahre 1693 zur Vollendung gedieh. Es geht dies hervor aus einem leider unvollständigen Rechnungsauszug, aus dem wir des weiteren lediglich ersehen, daß der Baumeister 4182 fl. rheinisch, der Stukateur und Maler zusammen 690 fl. rheinisch und der Steinmetzmeister 277 fl. rh. erhalten haben. Ebensowenig wie die Namen des Stukateurs, des Malers und des Steinmetzers, ist aus dem Rechnungsauszug der Name des Baumeisters zu entnehmen. Man wird jedoch kaum irre gehen, wenn man annimmt, daß den Umbau Jakob Anton Canevale geleitet hat, dessen Hand wir einen erhalten gebliebenen Aufriß des Gallas'sehen Hauses verdanken, der aus der Zeit vor 1713 stammt. Diese Zeichnung zeigt uns die nüchterne, schmucklose Fassade eines Gebäudes, in dem wir, auch wenn es die Hand des Gallas'schen Haushofmeisters Dinnebier nicht darüber geschrieben hätte, unschwer den der Husgasse zugekehrten Haupttrakt dieses Hauses erkennen. An der langgestreckten Front, die am linken Ende mit einem mit Rustika versehenen Risalit ein wenig vorgeschoben erscheint, erblicken wir über fünf kleinen, das Straßenniveau berührenden Kellerluken ein Untergeschoß mit acht niedrigen Fenstern, darüber ein erhöhtes Erdgeschoß mit 11 und zwei Stockwerke mit je 13 Fenstern. Am rechten Ende zwischen dem ersten und zweiten Fenster des Kellerbeziehungsweise des Erdgescho- 161