Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 168)
- Language
- German
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Aus Wilhelm von Kinskys der Konfiskation anheimgefallenem Nachlasse schenkte Kaiser Ferdinand II. mit dem Donationsbriefe vom 8. August 1634 das Haus in der Prager Altstadt neben der Kirche Mariae an der Lacke und den dazu gehörigen schönen Garten am linken Moldauufer vor dem Aujezder Tore dem Generalleutnant Mathias von Gallas zu Schloß Campo und Freienturn, der zu gleicher Zeit auch die ehedem Wallenstein'schen Herrschaften Friedland und Reichenberg und zwei Jahre später die Trckaschen Güter Smifitz und Hofenowes erhielt. Mathias Graf Gallas hat, wie es scheint, das ihm geschenkte Haus nie bewohnt. Im Lauf der Kriegsjahre hatte es mannigfachen Schaden erlitten und war unwohnlich geworden und erst nach seinem am 25. April 1647 in Wien erfolgten Tode, als sein älterer Sohn Franz Ferdinand die Prager Juristenfakultät bezog, ließen dessen Vormünder das Haus wieder in wohnlichen Stand setzen. Graf Franz Ferdinand war ein Mann von nicht gewöhnlicher Begabung. Neben dem Rechtsstudium betrieb er mit Eifer Philologie, Geschichte, Geographie und Mathematik, wie dies nicht allein seine umfangreiche Büchersammlung, die den Grundstock der wertvollen Clam-Gallas'schen Bibliothek bildet, sondern auch sein brieflicher Verkehr mit zahlreichen Männern der Wissenschaft bezeugt. Dabei aber war in ihm das heiße südliche Blut seiner Ahnen rege, das ihn in vielerlei Ehrenhändeln rasch zum Degen greifen ließ. Nach einer ganz kurzen Ehe mit einer Gräfin Martinitz gewann er an seiner zweiten Gattin Johanna Emerentiana geb. Gräfin Gaschin von Rosenberg eine an Geist und Tatkraft ebenbürtige Lebensgefährtin. Aus dieser Ehe 158