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Alt-Prager Almanach · 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 141

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Alt-Prager Almanach
Volume
1926
Date
1926-01-01
Page
Seite 141 (sequence 149)
Language
German
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weisen und Materialien zusammen. Politische Umstürze, Wandlungen der Weltanschauung willkürliche Stilveränderungen aus ästhetischen Gründen bilden als Ursachen städtebaulicher Veränderungen ein besonderes, weniger umfangreiches, aber vielleicht umso interessanteres Kapitel. Prag, dessen Entwicklung wir von der romanischen Zeit an verfolgen können, bietet für städtebauliche Studien ein reiches Feld. Es kann sich im Folgenden nicht darum handeln, ein genaues Bild der historischen Kontinuität zu geben, vielmehr sollen einzelne Gestaltwandlungen der Stadt und ihre Ursachen beispielsweise angeführt werden. Der Zusammenklang verschiedener Stile erzeugt gerade in Prag häufig eine Atmosphäre von besonderem Zauber,1) die unterschiedliche Lebensgestaltung der beiden Flußufer, die über Zeitumstürze hinaus lebendig gebliebenen uralten Stimmungen der Kleinseite und des Hradschins und der veränderte, ständig fluktuierende Charakter der modern durchsetzten Alt- und Neustadt fordern förmlich zu städtebaulichen Erwägungen heraus. Von den Veränderungen eines Stadtbildes infolge natürlicher Bevölkerungsbewegung kommt für Prag nur die Veränderung durch Bevölkerungszuwachs in Frage. Veränderung durch Bevölkerungsabnahme ist nirgends erheblich, da Bevölkerungsabnahme höchstens natürlichen Verfall, aber kaum eine städtebauliche Aktivität mit negativem Vorzeichen herbeiführt. Bei Prag fällt dieses Moment überhaupt weg. Bevölkerungszuwachs treibt die Städte zunächst in die Breite, unter Umstän- ') Ich verweise auf die Stilwirkungen der alten romanischen Georgskirche, an der Gotik, Renaissance und Barock bestimmenden Anteil haben, oder an den Stilzusammenklang zwischen Gotik und Renaissance am Hauptturm des Domes. 141

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