Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 140 (sequence 148)
- Language
- German
- Belongs to
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Worte, des unbewußten Schreckens der Zuschauer, hörte man deutlich ein im Taschentuch ersticktes Lachen. Und dieser Jan Capeila, im Ungeheuern Aufruhr sein graues Haupt zum Himmel aufwerfend, schüttelte die Arme über diese Prälaten, Kardinäle, Bischöfe. Schrie es fanatisch heraus: „Ich widerrufe nicht, ich widerrufe nicht!" Sein mächtiger Leib fiel im Krampf rückwärts. „Was denn, was hat man denn," fragte mit einem hysterischen erschreckten Auflachen die kleine Khuenberg, fast wirklich betroffen, „worüber ist man perturbiert?" Der päpstliche Legat erhob sich jäh, mit ihm das gesamte hl. Kollegium. An dem Hingesunkenen vorbei schritt der Zug durch das Prunktor der Sakristei. Das letzte Gold der Ornate verschwand hinter dem Purpurvorhang, als schon die Aufbruchsstimmung wie nach dem Fallen des Vorhangs im Theater allgemein wurde. Die Komtesse Harrach tat eben noch einen raschen Blick in ihren silbernen Miniaturhandspiegel: „Himmel, wie ich aussehe," fand sie aufgeregt. „So spielen Sie doch eine Schutz wand!! —Wo ist mein Rouge?" VERÄNDERUNGEN DES PRAGER STADTBILDES. Johannes Urzidil. Die Gründe städtebaulicher Veränderungen und Verschiebungen im Stadtbilde sind im Wesentlichen zwangsläufig. Sie hängen mit den sozialen Umschichtungen, der natürlichen Bevölkerungsbewegung, dem Wandel der Verkehrsmittel und der Anwendung neuartiger Bau- 140