Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 100)
- Language
- German
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„dieses angenehme Instrument" und hebt als Merkmale seiner Komposition „einen ungemeinen Geist und Nachdruck" (Ausdruck) hervor. Einmit,,leComtedeQuestenberg" überschriebenes Menuet findet sich in dem handschriftlichen Lautenbuche eines Lautenliebhabers aus der mährischen Aristokratie, des Grafen Casimir Wenzel von Verdenberg und Mamiescht v. J. 1713 auf der Musikalienbibliothek des Benediktinerstiftes Raigern (bei Brünn). Der Sammelband enthält hauptsächlich Werke von Wiener Komponisten, teils Originale, teils Bearbeitungen für die Laute, so eine Arie von Kaiser Joseph I.,1) Stücke von Fux, Weilland (Wieland), FrischaufF usw. Die Grafen von Verdenberg und Nämest, Freiherren von Grafenegg, bekleideten von 1631—1733 das Amt eines Oberst-Erblandstabelmeisters des österreichischen Kaiserhauses. Ein Graf Johann Philipp von Verdenberg war kaiserlicher Kämmerer und Landrechtsbeisitzer im Markgraftum Mähren. In den Jahren 1705—1712 meldet das Wiener Diarium häufig seine Ankunft in Wien aus Mähren und sein Logis im Orellischen Haus in der Weihburggasse. Wir wenden uns nunmehr den Prager Lautenisten bürgerlichen Standes zu. Ich beginne zunächst mit den Berufsmusikern und Liebhabern der Laute, von denen Kompositionen auf uns gekommen sind. Die hier folgende Liste darf bei dem heutigen Stande der musikgeschichtlichen Forschung keineswegs als vollständig betrachtet werden. Johann Berthold Bernha,rd Bleystein. Er ist mit dem Beisatze „de Prag" in einem handschriftlichen Sammelbande im Besitze von Dr. Werner Wolff heim (Berlin) mit *) Faksimile samt Übertragung bei Quido Adler in Band II oder „Musikal. Wacht der Kaiser Ferdinand III., Leopold I. u. Joseph I.", S. 272. 96