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Alt-Prager Almanach · 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 95

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Alt-Prager Almanach
Volume
1926
Date
1926-01-01
Page
Seite 95 (sequence 99)
Language
German
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Questenberg speziell als außerordentlicher Liebhaber der italienischen Oper und des Wiener Singspiels auf dem 1737 neu aufgebauten Schlosse in Jaromefitz entfaltete, ist in ihrem Umfange und ihrer Bedeutung von Vladimir Helfert dargelegt worden.1) Von ihm erfahren wir, daß der Betrieb des Schloßtheaters in Jaromefitz bemerkenswerter Weise nur von Einheimischen bestritten wurde. An der Spitze der Schloßkapelle stand als Maestro und Kompositor gleichfalls ein Einheimischer, der gräfliche Kammerdiener Franz Mica, ein Bauernsohn aus der Nähe von Jaromefitz.2) Zur Erlangung der neuesten Erscheinungen auf dem Gebiet der italienischen Oper und des Wiener Singspiels hatte der Graf einen eigenen Nachrichtendienst mit seinem Wiener Sekretariat eingerichtet. Die Beziehungen Questenbergs erstreckten sich weit über Wien hinaus bis nach Italien (Venedig, Parma, Rom, Neapel), sogar nach Malta und Portugal. Als Freund der Laute war Graf Questenberg, ebenso wie insbesondere auch Fürst Ferdinand Lobkowitz, ein Gönner des berühmten Brüsseler Lautenvirtuosen de Saint Luc, der von 1700—1708 sich in Wien aufhielt. Ein Denkmal dieser Beziehung bildet die von Saint Luc zur Geburtstagsfeier des Grafen komponierte Partie in E-dur für Laute, Violin und Baß. Ein von Kupecky gemaltes Porträt auf Schloß Jaromefitz stellt Questenberg als Lautenspieler dar.3) Baron führt den Grafen unter den Wiener Lautenisten an, rühmt seine Verdienste um *) „Hudebni barok na ceskych zämcich. Jaromerice za hrabete Jana Adama z Questenberku." Prag 1816. Czechische Akademie d. Wissenschaften. Ferner „Zur Geschichte des Wiener Singspiels." Zeitschr. f. Musikwissenschaft. 192 2-23 , S. 194. 2) Über seine Tätigkeit als Komponist vgl. Vladimir Helfert „Entwikkelungsgeschichte der Sonatenform" Archiv f.Musikwissensch. 1925,8.117. s) Reproduktion in Helferts Akademieschrift, S. 351. 95

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