Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 98)
- Language
- German
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kungskreise vielfältige Beziehungen zur Welt und Kunst hatte, ist heute eine der kostbarsten Quellen für die heimische, wie nicht minder für die internationale Musikforschung. Johann Adam Graf Questenberg, den ich nun anführe, war zwar kein Böhme von Geburt, darf aber hier wegen seines kunstfördernden Wirkens auf böhmisch-mährischem Gebiet nicht übergangen werden. Ein Sohn des Johann Anton Freiherrn von Questenberg und seiner Gemahlin Maria Katharina, geb. von Stadler, wurde er am 24. Februar 1678 bei St. Stephan in Wien aus der Taufe gehoben. Sein 1686 verstorbener Vater, Kämmerer, Rat und Regent der niederösterr. Lande, Honehen- und Kammerrechtsbeisitzer im Königreiche Böhmen, war ein Sohn Gerhards von Questenberg, der als Hofkriegsrat, Hofkriegs-Vizepräsident und Hofkriegsrats- Direktor im 30jährigen Kriege eine Rolle spielte und durch Schillers Wallenstein eine bekannte Persönlichkeit ist (gest. 1646). Der Grafenstand wurde erst Johann Adam 1696 von Kaiser Leopold I. über Eingabe seines Kurators Grafen Lamberg in Würdigung der Verdienste seines Vaters und Großvaters verliehen. Graf Questenberg war Reichshofrat, dann Geheimer Rat und Kämmerer. Er besaß die Herrschaften Petschau, Gabern, Pirthen, Mieß, Jaromefitz, Pauschitz und Jakobau. Mit seinem Ableben (10.Mai 1752) erlosch das Geschlecht; das Erbe fiel an die Sekundogenitur seines Schwagers Wenzel Graf Kaunitz-Rietberg. Questenbergs Lieblingssitz war Schloß Jaromefitz in Westmähren, das er gleich Jakobau, wie er in seinem Testament betont, in „gurten Stand hergestellt, nicht minder eine schöne Bibliothec mit großen Unkosten allda erworben habe". Die ungemein rege Kunstpflege, die 94