Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 97)
- Language
- German
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„du prince de Lobkowiz". Diese Stücke gehören zu einer Partie (Suite) in B-dur, bestehend aus Allemande, Courante, Rondeau, Bouree, Menuet (von Blatt 19), dann 2. Menuet und Gigue. Dem Stil und dem technischen Apparat nach stammt die Komposition aus der Zeit um 1720. Der in Betracht kommende Prinz Lobkowitz war Philipp Hyazinth, der älteste Sohn des Fürsten Ferdinand August Leopold, nach dessen Ableben (1715) Majoratsherr des fürstlichen Hauses (geb. 1680, gest. 1735). Die Suite zeigt uns Philipp Hyazinth als einen wohlbeschlagenen Lautenisten von gutem Sinn für Melodie und Harmonie. Seine Vorliebe für die Laute beweist die Tatsache, daß er mit Sylvius Leopold Weiß in enger persönlicher Fühlung stand.1) Wenn von Pflege und Förderung der Laute sowie ihres Schwesterinstruments, der Gitarre, durch die Fürsten Lobkowitz gesprochen wird, so muß ein Ehrenplatz auch dem Vater Philipp Hyazinths gewahrt werden. Fürst Ferdinand August, geb. 1655, war Geheimer Rat (1689), Prinzipal-Kommissarius auf dem Reichstag von Regensburg (1691) und von 1699—1708 Obersthofmeister der Gemahlin Kaiser Joseph L, Wilhelmina Amalia. Die Lobkowitz'sche Familienbibliothek auf Schloß Raudnitz verwahrt einen beträchtlichen Bestand an Lauten- und Gitarrenmusik, namentlich an Handschriften, aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts bis in das 1. Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts.2) Das Material, das der Periode dieses musikfreudigen Fürsten entstammt, der durch seine Betätigung in einem außerordentlichen Wir- ') Vgb. Dr. Hans Wolkmann „Sylvius Leopold Weiß, der letzte große Lautenist." Biogr. Skizze. (Die Musik, VI. 17.) 2) Näheres hierüber siehe Dr Paul Nettl „Musicalia der Fürstlich Lobkowitzschen Bibliothek in Raudnitz." Mitteilungen des Vereines für Geschichte der Deutschen (58. Jhrg.,Heft 1-2.) 93