Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 95)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/9230935-9249770--104-9234443- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
die Herrschaft Stiekna, die Güter Rzepitz, Czenicz und das kleinere Haus in Prag sowie 100.000 Gulden bar. Nachdem er bereits 1686 als Universitätsstudent in Prag verstorben war, vereinigte Johann Anton den gesamten Familienfideikommißbesitz in seiner Hand. Gleich seinem Vater bekleidete er das Amt eines böhmischen Kammerrates, war dann kaiserlicher Kämmerer und zuletzt Geheimer Rat. Sein Aufenthalt wechselte zwischen Wien und Prag. Das ererbte beträchtliche Vermögen versetzte ihn in die Lage, ganz seiner Liebe zur Musik zu leben. Sein Lieblingsinstrument war die Laute, daneben pflegte er auch die Geige und die Gitarre, die seit dem letzten Drittel des 17. Jahrhunderts von Frankreich her, namentlich durch die virtuose Kunst des Italieners Francisco Corbetta, auch Francisque Corbet genannt, der übrigens auch am kaiserlichen Hofe in Wien sich hatte hören lassen, besonders in Hof- und Adelskreisen in Mode gekommen war.1) Als Lautenspieler und Lautenkomponist besaß Graf Losy einen zu seiner Zeit höchst gefeierten Namen. Le Sage de Richee bezeichnet ihn im ,,Gabinet der Lauten" als den „unvergleichlichen Graff Logi, welcher ietziger Zeit der Printz aller Künstler in diesem Saiten-Spiel zu nennen ist". Sein Name wird den besten französischen Meistern Gautier, Mouton und Dufaut angereiht. Baron2) sagt, der ,,seiner sonderbahren Geschicklichkeit und mit vielem Geiste begabte Böhmische Graff Logi" habe das edle Instrument in einen solchen Stand gesetzt, daß man sich nicht zu scheuen brauche, es als Fürstin und Königin aller Musikinstrumente zu bezeichnen". ') Siehe auch: Josef £uth „Graf Logi, Ausgewählte Gitarrenstücke", Wien, Anton Göll, 1920. a) „Historisch-Theoretische und Practische Untersuchung des Instruments der Lauten". Nürnberg 1727. 91