Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 94)
- Language
- German
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sehen Schreibweise „Graf Logi" geläufig ist. Dieser böhmische Graf Logi (Loschi) war Johann Anton Losy (Lost) von Losintal (Losimtal), der ältere Sohn des Johann Anton Losy von Losintal und seiner Gemahlin Anna Constantia, geb. von Kollorin. Seine Geburt fiel in die Jahre zwischen 1643 und 1647. Der alte Losi, einem Schweizer Adelsgeschlecht entstammend, war nach Böhmen gekommen, wo er während des 30jährigen Krieges durch Finanzgeschäfte sein Glück machte. Für Darlehen und finanzielle Dienste erhielt er 1647 von Ferdinand III. den alten Ritterstand im Königreiche Böhmen und dessen inkorporierten Ländern mit dem Prädikat ,,-von Losimtal" unter gleichzeitiger Ernennung zum wirklichen böhmischen Kammerrat. In dieser Eigenschaft fungierte er später als Inspektor über die Einnahme der Wein-, Daz-, Salz- und Biergefälle im Königreiche Böhmen. Für seine Geldhilfe und Tapferkeit bei der Belagerung Prags durch die Schweden wurde ihm 1648 das Inkolat im böhmischen Herrenstande und das Baronat verliehen. Im Jahre 1655 erhob ihn Ferdinand für neue außerordentliche Darlehen in den Grafenstand des heiligen römischen Reiches. Die Legende, daß der Lautenmeister für seine musikalischen Verdienste den Grafenstand erhielt, ist somit geschichtlich nicht richtig. Der alte Losi hinterließ bei seinem Tode (1682) seiner Witwe und den Kindern, zwei Söhnen und vier Töchtern, ein bedeutendes Vermögen. Er hatte 1677 mit Konsens des Kaisers Leopold I. für seine beiden Söhne zwei Familienfideikommisse errichtet. Unser Lautenmeister, Johann Anton, erhielt die Herrschaften Tachau, Winternitz, das Gut Stienitz und das größere Familienhaus in Prag, der jüngere Sohn, Johann Baptist, 90