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Alt-Prager Almanach · 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 49

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Alt-Prager Almanach
Volume
1926
Date
1926-01-01
Page
Seite 49 (sequence 49)
Language
German
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außerordentliche Fertigkeit, seine mühsamen Griffe und Sprünge nach Verdienst, aber daß er so ganz allen Gesang, alle Gleichheit im Spiele, alle Delikatesse und Verständlichkeit vernachläßige, daß er nur nach Originalität hasche, ohne sie zu haben und im Spiel und Komposition alles überlade und übertreibe — das konnten sie schlechterdings nicht loben, noch weniger bewundern. Er griff nur unsere Ohren, nicht unser Herz an, darum wird er uns nie Mozart seyn!" GESINDEL. Oskar Baum. Draußen am Rande, wo Prag schon wie ein Dorf aussieht, besaß der blinde Sänger und Harmonikaspieler Tonda Mlvec mit vier oder fünf anderen zusammen das einzige Zimmer einer Kellerwohnung als Aftermieter bei Frau Kudrnatsch, der faulen Witwe, wie man sie überall in der Umgebung nannte, weil sie so kräftig und gesund und fast noch jung war, aber jedem ein gehöriges Maul anhängte, der eine richtige Arbeit von ihr haben wollte. Es war für sie wie für den Mieter eine wahre Wohltat, als sie sich trafen. Er brauchte jemand, der ihn von Haus zu Haus führte; die Tore waren oft so schlecht zu finden, in den Höfen stand vieles herum und wenn er ein Kind umrannte, mit seinem Stock eine Scheibe zerschlug oder einer öbstlerin einen Korb von der Bank schob, gab es immer die verwickeltesten Unannehmlichkeiten. Und sie, die Frau Kudrnatsch hatte es satt, bald die und bald die Arbeit zu versuchen und nie eine zu finden, 49

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