Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 48)
- Language
- German
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derbelebung des künstlerischen Guitarrespiels gerichteten Bewegung ist es gewiß nicht uninteressant, von der Existenz eines Medicinae Candidatus Held zu erfahren, von dem es heißt, daß er ein virtuoser Guitarrespieler und bekanntermaßen der erste in Prag war. „Man übertreibt die Sache gewiß nicht, wenn man sagt, er spiele so (lies: sie) bewunderungswürdig, weil es beinahe unbegreiflich ist, wie man einem so tonarmen, eingeschränkten und unbehülflichen Instrument, welches bloß zu der einfachen Begleitung einer Romanze erfunden zu seyn scheint, so mannigfaltige Töne, so künstliche Ubergänge und Resolutionen, Läufe und Akkorde abzwingen kann!" Es wird noch eine Menge von Namen aufgezählt, aus denen hervorgehen soll, daß es dem Verfasser des Jahrbuchs an der nötigen Sorgfalt gebrach. Auch die übrigen Kapitel finden keine Gnade vor den Augen des strengen Richters. Oberflächlichkeit und Parteilichkeit mache sich drin breit. Plötzlich, man weiß freilich nicht warum, heißt es, Prag sei noch immer der Probierstein eines Meisters. In Prag habe man Mozarts Werke wie die Entführung, Figaro, Don Juan, Zauberflöte viel eher geschätzt als anderswo und noch nie habe hier eine Oper, wenn sie schlecht war, gefallen, „man mochte noch so stark schreyen, sie sey in Wien mit außerordentlichem Beifall aufgenommen worden". Und jetzt kommt der heftigste Hieb, der versetzt wird: „Selbst zu der Zeit, als der Abgott eines gewissen Teiles des Publikums, der zu früh bewunderte van Beethoven in Prag mit seinem starken Klavierspiele Aufsehen erregte, gab es sehr viele Kenner und Dilettanten, welche sich durch keine Gunst, kein Vorurtheil blenden ließen, und nicht nur die Vorzüge, sondern auch so großen Fehler dieses angehenden Meisters erkannten. Sie lobten zwar seine 48