Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 33)
- Language
- German
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für, aber bloß, um es abzutun und sodann hinter sich liegen zu lassen." Damit erscheint das Interesse Goethes an den Tschechen erledigt. Er korrespondiert noch mit Sternberg über naturwissenschaftliche Fragen und findet sich lebhaft angeregt durch eine Dissertation über Polarität, die sich auf seiner Farbenlehre aufbaut. Die Dissertation ist von dem med. Dr. Hermann Loevy zu seinem Doktorat an der Prager Universität (1831) verfaßt; der nun in Prag wirkende Komotauer Professor Anton Dittrich hatte sie für Goethe an den Rat Grüner geschickt, der in der Übermittlung an Goethe den Verfasser als Israeliten bezeichnet. Grüner bemerkt dazu, daß es Dittrich, wie dem Verfasser zu besonderer Ehre gereichen würde, wenn Goethe ein schriftliches Wort der Genehmigung aussprechen wollte. ,,Da Ew. Excellenz die veranlassende Ursache zu diesem Werkchen waren, so dürfte es um so angenehmer sein, als daraus ersichtlich wird, daß die Farbenlehre ohngeachtet der vielen Widersager in Prag schon lange Eingang gefunden habe. Uberhaupt habe ich in Prag, gelegentlich als ich meine beiden Söhne in die Hörsäle der Philosophie führte, abermals in so vielen schönen Zirkeln mit innigstem Vergnügen wahrgenommen, daß Ew. Exc. als ein außerordentlich leitender Stern glänzen." Goethe notiert in seinem Tagebuch: „Wird Gelegenheit zu wichtigen Betrachtungen geben über die vorteilhaftere Stellung der katholischen Naturforscher" und in der Antwort an Grüner schreibt er, ähnlich wie zugleich an Zelter, er freue sich darüber, daß in dieser Dissertation seine Farbenlehre ,,ganz ordentlich in der Reihe der übrigen physikalischen Kapitel aufgeführt ist". Es habe ihm viel Spaß gemacht, daß 33