Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9230935-9249770--039-9234378- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
sehen Kasino, wo jetzt die Landesbank die finanziellen Schätze des Landes verwahrt, mit seinen mineralogischen Schätzen und wußte allenthalben das Interesse der Natur- und Heimatsfreunde für die neue Gründung zu erwecken. Goethe schreibt an seinen Freund, den Staatsrat Schultz in Berlin am 5. September 1822: „In Prag legen sie ein Museum an, wodurch viele Menschen aufgeregt" (man sagte damals aufregen für das heutige anregen) „auch Fremde zur Teilnahme gestimmt werden. Ich konnte ihnen selbst schöne Beiträge geben." Darauf bezieht sich die Stelle eines Briefes, den Sternberg am 1. Mai 1824 aus seinem Schloß Bf ezina an den Rat Grüner in Eger, Goethes Weggenossen auf der mineralogischen Suche, richtet: „Der Kasten im Böhmischen Nationalmuseum, der die Aufschrift des Elbogener Kreises trägt, ist bisher ziemlich leer, denn außer den Stufen, die Sie die Gefälligkeit hatten, zu schicken, sind alle Schubladen leer, da die von Herrn Geheimrat von Goethe eingesendeten Sammlungen" (nämlich vom Wolfsberg bei Tschernoschin, dann von Boden und Rehberg im Fraisgebiet, Mineralien vulkanischen Ursprungs) „noch zu dem Pilsner Kreise gehören." Die Böhmische Museumsgesellschaft, von dem Deutschen Sternberg gegründet, wurde zum Mittelpunkt tschechisch-nationaler Bestrebungen, die von Sternberg und Goethe nur für historisch-wissenschaftlich genommen worden waren. Goethe befand sich plötzlich in einem Leonidenschwarm tschechischer Sternschnuppen; es regnete aus Prag Bücher von den Verfassern und vom Grafen Sternberg selbst, die Tschechen suchten ihn in Karlsbad und Marienbad und Weimar auf. Der Abbe Josef Dobrovskj) (dessen Büste in dem dem Museum nahe liegenden Stadtparkzipfel steht) sandte dem Dichter, mit 30