Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9230935-9249770--037-9234376- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ten unter Vorbehalt des Eigentumsrechtes viele Gemälde aus ihrem Besitz hinzu, so daß sich die noch heute bestehende Gesellschaft patriotischer Kunstfreunde bilden konnte, die die Gemäldesammlung übernahm und eine Kunst- und Zeichenschule errichtete. „Warum sollte man in Frankfurt nicht ein ähnliches, ja, ein gleiches hoffen können?" schreibt Goethe anläßlich seiner Rhein- und Main-Reise. Er rühmt das belebende Talent des Direktors Bergler und den Landschaftsmaler und Radierer Karl Postl, der seit 1808 Lehrer an der Prager Akademie war. Kaspar Sternberg hatte viele Jahre auf Reisen, zumeist in Italien zugebracht. Er war dem geistlichen Stande gewidmet worden und fand für sich, noch bevor er mündig war, eine Präbende am Regensburger Dom vor. Allein nachdem er die Präbende angetreten, behagte sie ihm nicht; alle Verhältnisse dort machten ihm das Verweilen unangenehm, abgesehen davon, daß seine Neigungen seinem Stande widerstrebten. Dennoch ließ er sich durch den Kurfürsten von Mainz, Dalberg (der nach dem Sturz Napoleons mit der Stelle eines Erzbischofs von Regensburg abgefunden wurde), bewegen, das Regensburger Domkapitel interimistisch zu verwalten. Als er aber 1806 nach der für Preußen so unglücklichen Schlacht bei Jena von Dalberg den Auftrag erhielt, den Sieg Napoleons durch ein Tedeum zu feiern, da riß dem deutschen Mann die Geduld und er warf sein Amt unwiderruflich hin. Dem deutschen Mann. Denn daß Graf Sternberg ein guter, treuer Deutscher war, daran läßt sich nicht zweifeln und nicht rütteln. Als August von Goethe in Heidelberg studierte, war er mit Genehmigung seines Vaters der Verbindung ,,Guestphalia" beigetreten. Da sang er mit seinen Freunden, die sich ja Westfalen nannten, aber 28