Mannheim
Compact Memory

Alt-Prager Almanach · 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 27

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Alt-Prager Almanach
Volume
1926
Date
1926-01-01
Page
Seite 27 (sequence 27)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
93% known words query
IRI
…/9230935-9249770--036-9234375
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

the dagegen freundlich behandelt. Die „historischen" Werke Woltmanns über Prag und Böhmen waren Gegenstand eifriger Lektüre Goethes und beeinflußten ihn ausserordentlich zu Gunsten unserer Stadt. Als Lilly Parthev (eine Enkelin des Buchhändlers und Schriftstellers Friedrich Nicolai) den Dichter 1823 in Marienbad besuchte, da rühmte er ihr Prag ganz besonders und sprach als von einer wahren Königs- und klassischen Stadt und was sie für eine merkwürdige Geschichte habe. Er verglich sie mit Berlin", das man nur sähe, wenn man drin sei und wie man im Gegenteil in Prag nichts von der Stadt sähe, wenn man drin sei, sondern nur von außen oder oben herab die herrlichste Ansicht habe". Stärker noch als das durch Woltmann genährte historische Interesse wirkte auf Goethe das naturhistorische. Stets hatte er schon bei seinen Aufenthalten in den böhmischen Kurorten sich mit den merkwürdigen geologischen Verhältnissen der Gegend befaßt und seine Mineraliensammlung auf Ausflügen bereichert. Nun lernte er durch Vermittlung seines Großherzogs im Juli 1822 den Grafen Kaspar Sternberg kennen, der sich bereits durch eine ,,Flora subterranea" bekannt gemacht hatte, einem mehrbändigen, erst in zehn Jahren vollendeten Werk, das zu nicht geringem Teil auf der Erforschung des seinem Herrschaftsgut zugehörigen Kohlenflötzes beruhte. Auf den Bruder Kaspars, den Grafen Franz, hatte die weimarische Erbgroßherzogin Maria Paulowna, die sich 1813 längere Zeit in Prag aufhielt, den Dichter aufmerksam gemacht. Graf Franz Sternberg hatte seine bedeutende Gemäldesammlung, die im Palais auf dem Kleinseitner Ring (nachmaligem Radeckyplatz) neben dem „Montag" untergebracht war, der allgemeinen Besichtigung zugänglich gemacht; die Böhmischen Stände füg- 27

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.