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Alt-Prager Almanach · 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Alt-Prager Almanach
Volume
1926
Date
1926-01-01
Page
Seite 26 (sequence 26)
Language
German
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höfische Verhältnisse ließen es erst am 30. Mai 1815 zur Aufführung des Goethefestpiels „Des Epimenides Erwachen" kommen. Mit diesem Datum war schon die Absicht Liebichs auf einen allgemeinen Bühnenfesttag durchkreuzt und so (oder hatte die Zensur abgewinkt?) führte er am 18. Oktober 1815 nach einem von Seewald gesprochenen Prolog ein Festspiel von Gubitz auf: „Liebe und Versöhnung während der Schlacht bei Leipzig". Dem Festspiel folgte die Oper „Uthal" von Mehul, ein seltsames Werk ohne Violinen, und den Schluß des Abends bildete ein Tableau: „Die verbündeten Monarchen, umgeben von ihren Kriegern, Gott dankend". Karl Liebich starb das Jahr darauf; ihm folgte in der Direktion seine Witwe, eine tatkräftige Frau und ausgezeichnete Schauspielerin, deren großes Porträt, ein Kostümbild, ehemals im Foyer des Deutschen Landestheaters prangte. Es würde vielleicht keine Schwierigkeiten machen, vom jetzigen Besitzer des deutschen Landestheaters alle diese deutschen Künstlerporträts ausgefolgt zu erhalten, mit denen die kahlen Wände der Wandelgänge des NeuenTheaters in geeigneter Weise geschmückt werden könnten. Recht lebhaft war der Verkehr Goethes mit dem schon genannten Historiker Karl Ludwig von Woltmann und seiner Frau Karoline, die sich nach demTode ihres Mannes auf die Hrebenka bei Prag zurückzog. Das Ehepaar Woltmann war im Sommer 1813 aus Breslau nach Prag geflüchtet, wo glücklicherweise gerade der preußische Minister Freiherr von Stein weilte. Dieser vermochte nun den geschätzten Kaufmann Ballabene, dessen Nachkommen noch in Prag leben, dem Gelehrten einen Kredit zu eröffnen, mit dessen Hilfe er es wagen konnte, seine schriftstellerische Existenz finanziell aufzubauen. — Woltmann wurde von Schiller sehr mißachtet, von Goe- 26

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