Mannheim
Compact Memory

Bar Kochba · 1926-11-01 · 7 (1.11.1926) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1926-1927
Issue
7 (1.11.1926)
Date
1926-11-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9530728-9247193-9251244--44-9230900
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Wir fühlen uns durch die Ehrmannschen Ausführungen über ein „etwa untätiges Präsidium in Berlin" nicht getroffen, wir glauben nicht einmal, daß er uns angreifen wollte, denn er weiß wohl, daß es in u n s e r m (gesperrt und betont das unser) keine Schmußer gibt, wie anderenorts leider viel zu viel. Man könnte daraus schließen, daß wir für den B. K. Berlin eine ganze Menge (s. o.) tun, für den Kreis aber nichts. Weil wir wußten, daß wir so viel Arbeit in Berlin vorfinden würden, haben wir uns lange geweigert, das Präsidium zu übernehmen. Als wir dazu durch den einstimmigen Wunsch der Delegierten doch gezwungen wurden, taten wir es mit dem Gefühl von Selbstdisziplin und Verantwortungsbewußtsein, das unsere Freunde von uns gewohnt sind. In der vorigen Zeitung des B. K. Hamburg schrieb dessen Vorstandsmitglied Dr. Marx, der auch Delegierter in Leipzig war und über den Turntag berichtet: „Ich habe meine sehr negative Ansicht über die Leistungen unseres Präsidiums revidieren müssen. Es ist in der Berliner Leitung — das waren bemerkenswerterweise drei Menschen — im vergangenen Jahr gearbeitet worden, und nicht nur das, die Arbeit hatte auch Resultate. Und ich habe schon fast den Eindruck, als ob wir die Frage, warum wir so wenig davon gemerkt haben, in erhöhtem Maße an uns selbst stellen müssen!" Vielleicht liegt es auch an so manchem anderen, daß ex zu wenig von unserer Arbeit gemerkt hat. Man sollte nicht einmal hypothetisch die Wendung von einem „etwa untätigen Präsidium in Berlin" gebrauchen, denn man kann damit leicht in den A^erdacht geraten, daß man sich zu wenig um dessen Arbeit kümmert! Hans Kuhn. Unser Gau. „Unser Gau", so betitelt sich das humoristischdramatische Expose, das die Redaktion des Frankfurter Bar-Kochba als Leitartikel in ihre letzte Nummer aufnahm. Ich stelle mit Bedauern fest, daß es von keinem bedeutenden geistigen Standard dieser Zeitschrift und auch des Redakteurs zeugt, einen derartigen Artikel, der das Siegel des inneren Widerspruches sozusagen auf der Stirne trägt, geschweige denn von der ganzen naiven Aufmachung, zu veröffentlichen. Der Verfasser selbst scheint mir aber auch wegen seines lneognilos ein entsprechender Weltrekord ler auf dem Gebiete der unsachlichen Kritik zu sein. Die Lächerlichkeit dieses Artikels liegt darin, daß der Schreiber in der ersten Hälfte den mangelnden Kameradschaftsgeist in unserem Gaue rügt, im darauffolgenden Abschnitt aber diesen untergräbt, indem er in ironischster Weise über die Gauleitung und cien Mainzer Bar- Kochba-Verein loslegt. Ob der Verfasser überhaupt von Selbsterlebtem spricht, möchte ich dahingestellt sein lassen. Er führt u. a. ein Beispiel an, in dem ein „Schreier." auf einem Sportfest, als er keinen Kameraden aus seinem eigenen Vereine sieht, einen Bar-Kochbaner aus seinem Gau anfeuert. Eine gewiß sehr erfreuliche Erscheinung: ich frage aber nur, ob er persönlich sich auch als „Schreier" fühlt und ob er glaubt, durch höchst, unangebrachtes Kritisieren an einem benachbarten Bar-Kochba diesen in so ergiebiger Form zitierten „Gaugeist" zu stärken? Wir Mainzer wissen, daß das s. zt, Sportfest in organisatorischer wie auch in sportlicher Hinsicht nicht auf der Höhe stand. Dafür aber hatten wir uns erst vier Wochen vorher neu konstituiert,^ d. Ii., wir konnten nach langer Beschlagnahme unserer Turnhalle und nach Zuteilung eines Sportplatzes zu diesem Zeitpunkt erst unseren Betrieb wieder . aufnehmen. Die Gauleitung, als Veranstalterin dieses Gau-Sportfestes, trug eigentlich' die Hauptverantwortung an seinem Gelingen. Noch heute lastet auf unserem Verein allein das hieraus entstandene Defizit, ohne daß uns eine finanzielle Hilfe von anderer Seite aus zuteil geworden wäre. Es könnte den Anschein erwecken, als wollte auch ich den beanstandeten Weg des Leitartiklers gehen, wenn ich in diesem Sinne an dieser Stelle fortfahren würde. Sicher soll die Zeitung gegenseitiger Ergänzung dienen, daran wollen auch wir in Zukunft mithelfen. Nicht auf Grund dieser „Anregung", sondern gemäß unserem Vorhaben älteren Datums: aber erst, wenn wir selbst mehr gefestigt sind. Das wird hoffentlich recht bald sein. Wir werden uns dann wieder bemerkbar machen! 1 j&o Schwarz wälder. Bern. d. Red.: Wir lehnen es ab, auf diesen in manchen Teilen höchst unrichtigen und unfertigen literarischen Erguß einzugehen, obwohl eine Entgegnung wahrlich leicht wäre. Hat sich der Herr. Verfasser jedoch noch . nicht beruhigt, so sind wir gerne bereit, ihm persönlich eine eingehende Widerlegung zugehen zu lassen, sofern er sich mit der Bitte darum an die Schriftleitung wendet. Bar Kodiba, Frankfurt am Piain Büro und Heim Seilerstraße 35, Bürostunden 5—7 Uhr Unsere Winterarbeit! Wenn ich über dieses Thema, das schon verschiedentlich zur Diskussion gestanden hat, nun nochmals das Wort ergreife, so will ich nicht mit einem neuen Vorschlag aufwarten, sondern einzig und allein feststellen, welche Arbeit auf jeden einzelnen unter uns fällt, um am. Gelingen des Ganzen mitzuarbeiten. Was wir,von euch, allen verlangen, ist gewiß nicht viel. Eines aber kann man ohne weiteres von jedem Mitglied erwarten: daß er zu dem für ihn eingerichteten Trainings!) e t r i e b k o m m t und seinen Beitrag pünktlich zahlt! Das ist' fürs erste alles, was man von euch verlangt. Und ist das zu viel? Seid euch selbst gegenüber einmal ehrlich und gesteht: „Es ist eine Kleinigkeit, mal einen Abend in der Woche freizuhalten oder freizumachen, um das Training regelmäßig zu besuchen." Das Halleritraining hat begonnen. Sehr vielversprechend, denn die Umstellung im Bar Kochba ist vollzogen. Wir haben einen großen Strich gezogen unter den bisherigen Betrieb, und der Sport dominiert nicht nur in der Ausübung, sondern auch rein zahlenmäßig. Wir haben das Turnen fallen, gelassen, und außer unserer Altherren- Abteilung, die aber auch schon längst vorwiegend Gymnastik treibt, haben wir nur noch eine Damen-Turnabteilung. 1 Drei Sport-Abteilungen aber sind errichtet worden, von denen die neugegründete Frauen-Sportabteilung am Montagabend, was Material betrifft, bis jetzt die besten Aussichten auf Erfolg verspricht. Auch die Jugend-Sportabteilung hat einen guten Winterstart gehabt, und ich bin der festen Ueberzeugung, daß von Trainingsabend zu Trainingsabend die Zahl der Hebenden größer wird, denn so schön hat es jedem einzelnen unter der Leitung von

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.