Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1926-1927
- Issue
- 7 (1.11.1926)
- Date
- 1926-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9530728-9247193-9251244--43-9230899- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
BAU KOCIKIIiÄ Mitteilungen des südwestdeutschen Gaues im deutschen Kreis des Makkabi Weltverbandes Alle Rechte vorbehalten, Einsendungen müssen bis zum 20. jeden Monats im Besitz der Sdiriftleitung sein. Schrif lleitung: Heibert Wolf f. Frankfurt a. M., Gwinnerstrafle 34. Carolus 42 010. 1. November 1926 Nr. 7 / Jahrgang 1926 24. Marcheschwan 5687 Ausgleichsgymnastik. von Fritz Simon. Die heutige Zeit strebt nach Gesundheit, Harmonie und Schönheit des Körpers. Die einseitige Erwerbsarbeit soll durch vielseitige Körperübungen ausgeglichen werden. Dies glaubt man nun durch dauernde Wettkämpfe zu erreichen und versucht, die Leistungen immer höher zu steigern. Leider geschieht dies oft auf Kosten der allseitigen Ausbildung des Körpers. Nicht die Leistung soll ausschlaggebend sein — dazu gehört bekanntlich auch Veranlagung — sondern die körperliche Durchbildung des Einzelnen und der Gesamtheit. Besonders die Handballspieler glaubten im letzten Winter genug damit getan zu haben, daß sie jeden Sonntag ein Wettspiel austrugen. Die teilweisen Erfolge gaben ihnen scheinbar recht, aber sie waren nur deshalb möglich, weil die Technik der meisten Spieler auf einem gewissen Höhepunkt stand. Bei einem Spiel zwischen zwei technisch gleichwertigen Mannschaften wird immer die Mannschaft siegen, die dem Gegner an Kraft und Ausdauer tiberlegen, also leistungsfähiger als dieser ist. Es ist durch Ausgleichsgymnastik sehr leicht möglich, die Leistungsfähigkeit zu heben und es ist die Pflicht eines jeden Sportlers, diese Leistungsfähigkeit "bis zur höchstmöglichen Grenze zu steigern. Wer das nicht tut. begeht Verrat an seinem Verein, der dadurch viele wertvolle Spiele verlieren kann, und an sich selbst. Da das Handballspiel große Anforderungen an den Körper stellt, ist es nötig, sich sehr gründlich auf das Spiel vorzubereiten. Es ist unverantwortlich, Sportbrüder, besonders jüngere, die sich überhaupt noch nicht körperlich betätigt haben, gleich spielen zu lassen. Wenn sie nicht körperlich gut veranlagt sind, werden sie sehr leicht in ihrer Gesundheit geschädigt. Das trifft auch alles für die Lauf Übungen zu, hier können Herz und Lunge noch mehr geschädigt werden. Ergänzungssport brauchen wir, da der Körper sich an die dauernde einseitige Ausbildung derart gewöhnt, daß die allgemeine Leistung. darunter leiden. Es ist sehr zu begrüßen, wenn sich sportlich veranlagte Sportbrüder spezialisieren, aber die beste Technik versagt, wenn der Körper nicht über die notwendige Kraft verfügt. Zu den sportlichen Vorbereitungsübungen, der Gymnastik und dem Waldlauf, müssen alle Sportler erscheinen. Wer sich drückt, hat den Wert der Leibesübungen noch nicht erfaßt und ist zu einem Wettspiel nicht zu gebrauchen. Unser Trainingsbetrieb erstrebt eine harmonische Körperbildung, d. h. eine entsprechende Ausbildung von Kraft, Geschicklichkeit, Schnelligkeit und Ausdauer, damit unsere Sportbrüder aus den Wettkämpfen des Sommers und des Winters ohne Schaden an ihrer Gesundheit, zum Nutzen jedes Einzelnen, und siegreich — zum Wohle des gesamten Bar Kochba — hervorgehen können. Treibt E r gä n z u ng-Sport! Leipzig! E i n e E r g ä n z u n g. Zu dem Artikel von Franz Ehrrnann hat uns Hans Kuhn (Präside) eine Ergänzung eingesandt. Hans Kuhn hat den Artikel von Franz Ehrmann mißverstanden, denn der Satz mit dem untätigen Präsidium bezog sich auf den Leitartikel in unserer Septembernummer, in dem gesagt wurde, daß das Präsidium in Berlin bleiben müsse. Wir wollen die Ergänzung trotzdem veröffentlichen, da wir befürchten. Ehrmanns Artikel könnte auch von anderen mißverstanden worden sein. Die Red. In aller Kürze zu dem in der vorigen Nummer dieser Zeitung unter dem gleichen Titel von Franz Ehrmann erschienenen Artikel ausdrücklich als Ergänzung, nicht als Verteidigung gedacht: Das derzeitige Präsidium des deutschen Kreises besteht aus fünf Personen: Hans Kuhn, Gerhard Flachs, Fritz' Mautner, Dr. Ehrhard, Saslawsky. Als wir in Leipzig gewählt wurden, hatten w i r nicht den Eindruck, daß die Delegierten mit dem jetzigen Präsidium nicht einverstanden sind. Sollte doch Ehrmann recht haben, so bedauern wir, daß die Delegierten nicht offen und ehrlich uns gegenüber traten, und uns trotz angeblich innerer Unzufriedenheit einstimmung wählten. Erkläret mir, Graf Oerindur, diesen Zwiespalt der Natur! Wir haben uns nicht zu unseren Aemtern gedrängt, im Gegenteil. Unsere Tätigkeit in Berlin sieht folgendermaßen aus: Hans Kuhn, Vorsitzender der Damensportabteilung, leitet deren sämtliche Veranstaltungen, vier in der Woche, die Abteilung hat zirka 90 aktive Mitglieder und veranstaltet in der Woche je einen Gruppenheimabend,, einen Waldlauf, einen Turn- und Gymnastikabend, außerdem einen Vorturnerkurs, Wanderungen, hält Vorträge im Verein und ist in der technischen Kommission des B. K. Gerhard Flachs, Vorsitzender, der Jugendsportabteilung mit etwa 50 aktiven Mitgliedern, leitet deren sämtliche Veranstaltungen, vier in der Woche, Turnen und Gymnastik, Heimabende, Ausbildung von Nachwuchs, Waldläufe und Wanderungen und ist in der technischen. Kommission des B. K. Fritz Mautner, Vorsitzender der Wandergruppe mit etwa 40 Mitgliedern, leitet fast deren sämtliche Veranstaltungen, Heimabende, Wanderungen, Ausbildung von Nachwuchs, Gymnastik-Hallenabende im Winter, vor wenigen Wochen mit Jüngeren zusammen Gründung einer Wanderjugendgruppe. Saslawsky, Vorsitzender der Jugendturnabteilung mit etwa 60 Mitgliedern, überwacht deren ganze jüdische Arbeit, hilft im technischen Betrieb, hilft bei der Organisation^ der jüdischen Arbeit im B. K., geht in zwei Monaten, nacli Erez Israel und bereitet sich darauf vor. Dr. Ehrhard leitet allerdings „nur" die K. K. G.-Arbeit des deutschen Zionismus innerhalb der Z. V.. f... D. Für/ unsere Begriffe allerdings auch genug.