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Bar Kochba · 1926-11-01 · 7 (1.11.1926) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1926-1927
Issue
7 (1.11.1926)
Date
1926-11-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Gurt Grissard gefallen, daß er sicher seine Freunde auffordern wird, mit zu üben und zu spielen, sich ausziitummeln, um neue Kräfte zu sammeln für des Tages Arbeit und für neue Erfolge in der kommenden Saison. Und die dritte Abteilung? Unsere Herren-Sportabteilung, die bis zum vorigen Jahr überhaupt die einzige leicht- Tennis- — Auto- Wander-Sport Moritz Wagner ■ Kaiserstrasse 21 " athletiktreibende war, hat das am schwächsten besuchte Training aufzuweisen. Woran liegt das? Wo bleiben die Handballer aus der ersten Mannschaft, wo die, die noch in keiner Mannschaft spielen? Hier auf dein Turnboden ist doch die beste Gelegenheit geboten, die so lang erwünschte zweite Mannschaft zusammenzustellen. Wo bleibt die Rennmannschaft, alle, die voriges Jahr bei den Stadtstaffeln mitgelaufen sind? Sollen wir im nächsten Frühjahr wieder mit fast untrainierten Leuten ins Rennen gehen? Das ist unkameradschaftlich denen gegenüber, die sich vorbereiten auf die kommende Saison. Unsere Rennmannschaft ist im Sommer ganz und gar nicht so angestrengt worden, daß sie einer Ruhepause bedarf. Rasten heißt rosten. Im Sport mehr als im täglichen Leben. Wenn euch die Halle nicht nahe gelegen ist, so meldet das doch, wir werden Wege finden, euch eine näher gelegene zu verschaffen, obwohl auch der weitere Weg kein Hinderungsgrund sein dürfte. Wenn auch unser Hauptaugenmerk auf die Jugend gelegt wird, so dürfen wir „Alten" doch nicht abtreten, ehe wir unsere Pflicht erfüllt haben, und schließlich üben wir alle doch zu unserem eigenen Nutzen, -um unseren Körper frisch und gesund zu erhalten. Darum. Freunde, kommt alle wieder regelmäßig zum Hallentraining und zum Waldlauf! Erfüllt eure leichte Pflicht! Kommt zum Training!! Omisoc. Eingesandt. Der Hessische Landesverband der neutralen jüdischen Jungendvereine veranstaltete am 10. Oktober in Frankfurt ein Sportfest. Ich hätte keine Veranlassung, hierüber zu schreiben, wenn nicht derartige Veranstaltungen — soweit sie in der Oeffentlichkeit stattfinden — geeignet wären, den jüdischen Sport in Mißkredit zu bringen. Knapp 2.0 Teilnehmer waren am. Start, und selbst bei dieser geringen Anzahl war es der Leitung nicht möglich, Disziplin zu halten, so daß das ganze-Sportfest mehr den Charakter einer gemütlichen Familienveranstaltung bekam. lieber die Zeiten, die gelaufen wurden, breite icli den Mantel jüdischer Nächstenliebe aus — der gänzliche Mangel an Training trägt hier die Schuld. Durch die geringe Teilnehmerzahl (keine einzige Staffel konnte gelaufen werden!) war das Ganze schon am Vormittag nach 114 Stunden zu Ende, und einige unserer Mitglieder, die sich für den Nachmittag als Zeitnehmer etc. zur Verfügung gestellt hatten, fanden den Platz leer und verlassen. Ich empfehle dem Leiter des Hessischen Laudesverbandes, künftig ein anderes Mitglied mit der Durchführung eines Sportfestes zu betrauen, damit dem Vorstand derartige Blamagen erspart bleiben. Der jüdische Sport ist noch jung, derartige „Sportfeste" können ihm sehr schaden — wenn Zuschauer da sind, und das war auf diesem „Sportfest" glücklicherweise nicht der Fall. . Franz Ehrmann. Unser Ball. Bar Kochba rief, und alle, alle kamen. Alle, die einen gemütlichen, lustigen Abend verleben wollen, an dem der Besucher selbst mitwirken muß. Er wirkte mit. Er tanzte, lachte, klatschte, kritisierte, lobte und---. Er wurde mäuschenstill, wenn es-Tneß, laut zu sein, und wurde laut, wenn es hieß, ruhig zu sein. (Der Berichterstatter scheint den Bericht in etwas vorgerücktem angeheiterten Zustande geschrieben zu haben. Die Red.) Der Vorhang zitterte schon eine Weile, als es im Saal plötzlich dunkel, auf der Bühne hell wurde. Ein Altfrankfurter, der nie zufrieden, aber doch kein unangenehmer Kopp is, macht einen Mordsspektakel, weil der zitternde Pudding, nachdem er die letzten neuesten Tagesereignisse studiert hatte, nicht schon in seinem Magen war, bevor er auf den Tisch kam. Nach einem wirren Hin und Durcheinander sehen wir seinen braven „Lausbub" weinend durch die Stube rennen, denn der Alte hat ihm,, treu seiner Tradition, verboten, auf den Sportplatz zu gehen. Aber ein Sportler schreckt weder vor einer Spitzenhose seiner Großmutter, noch vor t inem Sprung aus dem Fenster zurück. Ja, ja, der Sport---. Der Sohn auf dem Sportplatz, der Valier im die Mutter zum Tanze, und da der Bar Kochba, von dem er nicht -recht wußte, ob er e neu Haarwasser odder e Verschönerungs-, Verjüngungsmittel is, ging er uff den Ball vom Bar Kochba, ahnungslos, daß es ein Sportverein ist, ahnungslos, daß sein Sohn in diesem Verein Spott, nein Sport treibt. Man merkt dem Vater an, daß er kein Sportler ist, denn solche Maulhelden findet man unter Sportlern nicht (?), die es fertig bringen, ein Freibillett mit Steuerermäßigung zu erhalten. Da er aber sonst ein ganz guter Kerl ist und in seiner guten Laune, man merkt es an dem nicht mehr ganz wagrechten Gang, noch 50 Pfg. bezahlt, läßt man ihn durch einen galanten Reiseführer in die pillllliilllllHIIIIIIIIIIilllBI^ 1 Seifen und Parfümerien 1 nur in der Drogerie Schneemann —i- Zeil 39 - vorderste Reihe der Stehbühne bringen. Wer von einem solchen Platz aus, bei den Froschtänzen einer zappelnden bellaschönen, sternleuchtenden Bar - Kochbanerin, nicht selbst Sportler wird, der kann, oder, was noch schlimmer ist, wdll nicht belehrt werden. — — Er ist Sportler ge-

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