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Bar Kochba · 1926-07-01 · 3 (7.1926) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1926-1927
Issue
3 (7.1926)
Date
1926-07-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Bezeichnend ist Deine Ansicht der Bar-Kochba habe mit dem Zionismus nichts zu tun. Bezeichnend nicht für Dich, sondern für die Verfassung der dortigen beiden B.-K.-Vereine. Um vorweg klar zu sein, der Sportverein B.-K. ist wohl der positiver jüdisch eingestellte von den beiden und ich hoffe, dass Dein Bruder im Sportverein B.-K. ist. Der Sportklub B.-K. der bei unserem derzeitigen Dortsein noch mit dem Sportverein zusammen war, ist nur für Sport und solche Erfolge, lässt aber die jüdischen Interessen ganz aus dem Auge. Du hast recht die Leute zu fragen: Warum denn dann überhaupt ein jüdischer Sportverein. Aus unserer Zeitung und besonders aus der legten (gemeint ist die Aprilnummer) wirst Du ersehen haben, dass Frankfurt und eigentlich die ganze Makkabibewegung mehr will, als nur jüdische Houben und sonstige Kanonen zu bilden, dass der jüdische Sportverein sein letztes Ziel nicht in der Erlangung einer sportlichen Spitzenleistung sieht. Gewiss bestreiten wir Wettkämpfe und tun unser Bestes, um zu Siegen. Aber nicht nur dieses tun wir. Und wenn uns unsere jüdische Einstellung daran hinderlich wäre, wie es in Leipzig der Fall ist, dann würden wir eben auf sportliche Erfolge verzichten und uns mit der Ertüchtigung begnügen. Gott sei dank ist es ja in den meisten deutschen Sportverbänden für die B.-K -Vereine sehr leicht in einen Verband zu kommen. Und unsere jüdische Einstellung? Damit komme ich zum zweiten Punkt Deines Briefes. Was der B.-K. mit dem Zionismus zu tun hat? Du glaubst nichts, das ist im Weiteren ein sehr schlechtes Zeichen für die Struktur der dortigen B.-K -Vereine. Der Bar Kochba ist bedingt durch seine Gründer, durch seinen Namen und vor allem bedingt durch seine Existenzberechtigung überhaupt ein Glied des Zionismus. Vielleicht mehr als das, denn wenn der Zionismus sein Ziel erreicht hat, hört er als solcher auf zu bestehen. Die Makkabi- Bewegung hingegen wird die Sportbewegung in Erezlsrael. Im Galuth aber ist sie mehr als eine Sportbewegung und wenn der ,,deutsche Turner" nur turnt und Sport treibt, so ist das was anderes, denn seine objektive Bezeichnung ist ja da, ist ja selbstverständlich. Bei uns aber müssen wir erst die jüdische Atmosphäre schaffen. Und nun bin ich beim Zionismus selbst. Du machst in Deinem Brief einen grossen Fehler, dass Du Zionismus, zionistiche Partei und zionistische Menschen, Anhänger der Partei, über einen Kamm scherst. Vor allem aber drückst Du Dich falsch aus, wenn Du glaubst, dass guter Jude sein, bedingt auch religiöser Jude zu sein. Ich bin gewiss in religiöser Hinsicht sehr liberal und glaube doch ein guter Jude, dem Judentum nützlicher Jude zu sein. Du hast recht mit der Behauptung, dass in Erez Israel eine grosse Anzahl Siedler sind, die nicht nach der Torah leben. (Es sind weit mehr religiös als man es immer schildert.) Aber ist das ein Grund dem Aufbau und der Bewegung fern zu bleiben. Die zionistische Partei ist rein politisch ohne irgend eine religiöse Einstellung d. h. jeder der für den Aufbau ist kann ihr beitreten und nur im religiösen Empfinden kann man keine Vorschriften machen. Es ist klar die Einstellung der Siedler gibt Palaestina das Gepräge. Warum sind nicht unter den Siedlern mehr gesetzestreue Juden? Es ist eine grosse Frage wer dem Judentum besser dient, der religiöse Jude der im Galuth bleibt und dem Aufbau fern sieht, oder der Jude der alles hinter sich lä'sst allen Zwang abstreifend drüben unter grossen Entbehrungen einer schönen jüdischen Zukunft zuarbeitet. Wo bleiben denn die sireng religiösen Juden beim Aufbau? Im Anfang der Bewegung blieben sie derselben ganz fern weil sie es als frevelhaft ansahen etwas mit der Hände Fleiss zu erschaffen was man vom Messias erhoffte. Und heute haben sie die Ausrede ihren Anhängern gegenüber. Die Chaluzim^ sind unrehgiös, jüdische Schädlinge. Ich will mit meiner unmassgeblichen Meinung zugeben, dass ein Judentum in Palästina unter Wahrung religiöser Interesse idealer ist (chassidim). Aber die Juden der Klagemauer werden Erez-lsrael nicht aufbauen. Die nervige Hand schafft es. Die jungjüdische Intelligenz wird es zu Wege bringen. Der Bar-Kochba aber hat die grosse Aufgabe der Bewegung Menschen zuzuführen und für eine Zukunft des jüdischen Volkes in Palästina zu schaffen. Kraftvolle junge Juden wollen wir bilden. Eine neue jüdische Menschheit soll leben. Es lebe die Makkabi-Idee! Dein C. £\S;cSP \& e<° freichfafhiefIsche Kreismeistersdiaften in heipzig Anläßlich des Turntags des Deutschen Kreises im Makkabi-Weltverband findet in Leipzig v. 22.-23. August ein Sportfest statt, das zum ersten mal als Kreismeisterschaft ausgetragen wird. Folgende Koukurrenzen sind ausgeschrieben. Männer Frauen: 100 m 100 m 400 m Hochsprung 15Ü0 m Kugelstoßen 5000 m 4X100 m Staffel ' 110 m Hürden Jugend 1908—09 Stabhochspringen 100 m Hochspringen Hochsprung Kugelstoßen Speerwerfen Speerwerfen 5X200 m Staffel 4X100 m Staffel Jugend 1910—11 5X1000 m Staffel 80 m Hochsprung Kugelstoßen 4X100 m Staffel Wir empfehlen den Mitgliedern, die für das Sportfest in Frage kommen, schon jetjt anzufangen zu sparen da allein die Bahnfahrt hin- und zurück ungefähr Mk. 15.— kostet. Das Sornmerferienlofler des deutschen Kreises im Makkabi-Weltverband findet vom 10. bis 50. Juli am Steinhuder Meer in Schneeren bei Neustadt a. Rbg. stait. Die * Verpflegung die von Hannoveraner Mädels besorgt wird, wird einschließlich Heulager Mark 1.50 pro Tag kosten. Die Fahrtkosten werden für die Vereine des Gaues bei Benutzung eines Sammelfahrscheins (mindestens 10 Jugendliche in jedem Ort unter 20 Jahren) für Hin- und Rückfahrt Mark 15 — betragen. Wer noch mitfahren will und sich noch nicht gemeldet, wende sich sofort in Cöln an Alfred Cahn, in Frankfurt a. M. an Paul Katjenstein, in Mainz an Heinrich Tobiasch in den übrigen Orten an den Vorstand. Wir können den Besuch des Lagers nur empfehlen, da unseren Mitgliedern hier eine ausgezeichnete Gelegenheit geboten wird, ihre Ferien für wenig Geld im Kreise Gleichgesinnter zu verleben. .: ' . . ' ■ .....' iH-.: Tennis- — Wandersport MoritzWagner Kaisersir. 21

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