Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1926-1927
- Issue
- 3 (7.1926)
- Date
- 1926-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9530728-9247193-9251239--23-9230881- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
Boxen. Die Boxabteilung trainiert wieder regelmäßig unter Leitung von Tbr. Walter Guiheim jeden Dienstag 8 h 15 Deutschherrnmittelschule. Es beginnt gleichzeitig ein neuer Kursus für Anfänger und wir bitten um recht zahlreiche Beteiligung. t i i i Seifen und Parfümerien in der nur Drogerie Schneemann, Zeil 39 Korpererziehung in 5rez-3sraeF. Die Pflege der Leibesübungen der jüdischen Jugend kann in den Ländern des Galuth fast immer mit Unterstützung der städtischen oder staatlichen Behörden geschehen. Die Institutionen und Erfahrungen des betreffenden Landes stehen auch den Juden zur Verfügung. Es ist ganz selbstverständlich, dass jeder Staat für die körperliche Ertüchtigung der Jugend sorgt. Viele Millionen werden für die Anlage von Spiel- und Sportplätzen bewilligt. In Palästina kümmerten sich die Behörden um die Körpererziehung weder in jüdischen Schulen noch in jüdischen Turn- und Sportvereinen. Es ist nicht nötig, die Unentbehrlichkeit und Wichtigkeit von Körperübungen, Sport und Spiel zu schildern. Kein Volk und kein Land kann existieren, wenn es nicht für seinen Nachwuchs sorgt. Diese ungeheure Aufgabe, die gesamte Körpererziehung der Juden hat in Palästina der Makkabi-Weitverband zu erfüllen. Er allein trägt die gieße Verantwortung und Sorge dafür, daß das jüdische Geschlecht in Kraft, Gesundheit und Selbslbewusstsein aufwächst. Die Lage der palästinensischen Makkabivereine ist überaus schlecht, es gibt überhaupt keine Sportplätze, Geräte sind nicht vorhanden, und es ist kein Geld da, um welche zu beschaffen und um Turnlehrer zu bezahlen. Das Training findet meist im Freien stait, auf einem für den Ackerbau noch nicht geeigneten Feld, auf einer steinigen Wiese oder im Sande der Wüste oder des Meeresstrandes. Die einzige Möglichkeit, um den Vereinen Palästinas zu helfen ist eine Unterstützung durch die Vereine des Galuth. Jeder Makkabi-Kreis hat es übernommen, für den Verein einer Stadt in Palästina zu sorgen. Der deutsche Kreis hat das Protektorat über Haifa erhalten. Um möglichst schnell in den Besitz von Geld zu gelangen, wurden mehere Aktionen eingeführt. Einer dieser Aktionen, die bekannte Kleingeldsammlung wendet sich auch an die Mitglieder der deutschen Makkabivereine. Die Kleingeldsammlung soll bei jedem Vereinsbetriebe durchgeführt werden, und jedes Mitglied soll jedesmal 5 oder besser 10 Pfenige geben. (Einigen Mitgliedern scheint dies noch nicht genügend bekannt zu sein! Anm. d. Red.) Zu dieser Aktion gehört auch der Zuschlag von 5 Pfg. zum Mitgliedsbeitrag. Diese Sammlungen stellen also sehr geringe Ansprüche an die Mitglieder. Die erste Unterstützung bekam der Makkabi-Hagibor in Haifa durch Übersendung mehrerer Sportgeräte, hauptsächlich Speere, Kugeln und Medizinbälle, einem dringenden Bedürfnis half auch die zweite Büchersendung ab, die Sportlehrtafeln zur Unterweisung der Übungsleiter und Mitglieder enthielt. Aber dies alles ist nur ein Anfang, das Wichtigste, auf das sich jeizt alles konzentrieren mu6, ist der Bodenankauf für einen Sportplatz. Diese Aufgabe ist besonders eilig, den in Palästina, wo dauernd Grundstücke gekauft werden, sind die Bodenpreise in stetigem Steigen begriffeu. Im nächsten Jahre kostet der Boden für einen Sportplatz viel mehr als in diesem Jahre, vielleicht das Doppelte oder noch mehr. Darum muss es uns gelingen, jetzt wenigstens die Mittel zum Bodenankauf aufzubringen. Dieser Boden wird in den Besitz des Jüdischen Nationalfonds übergeben und damit unveräusserliches Eigentum des jüdischen Volkes werden. Helft mit an der Errichtung der ersten Sportanlage Palästinas und des Jüdischen Volkes und lafjt unsere Makkabim in Haifa nicht umsonst warten! Fritz Simcn. Bar Kochba, Frankfurt am ulain Schriftleitung: Cosimo Brünell, Reuterweg 66. H. 5007 Pereins=KnIender. Jeweilige Aenderungen sind im Aushängekasten Drogerie Schneemann und Konditorei Freimark ersichtlich. Turnenl Herrenabteilung: Montag 872—10 Uhr Ostend- Mittelschule, Hanauerlandslrasse 26. EHfeherrenabf eilung: Donnerstag 8V2—10 Ostend- Mittelschule, Hanauerlandslrasse 26 Leiter: Turnlehrer L. Möller. mä'dchennbteilung : Fällt wahrend der Ferien aus. Damenabfeilung ii. unter 19 Jahren Montag 87a—10 Uhr Herderschule Wiltelsbacherallee 6. Damenabteilung I. über 19 Jahren Donnerstag 872-10 Uhr Herderschule Wittelsbacher Allee 6. Leiter: Turnlehrer Fr. Reitz. ueidirathleiik: Sagend: Montag und Donnerstag von 6—7 Uhr. Berren: Montag und Donnerstag ab 7 Uhr. Damen: Montag ab 7 Uhr sämtl. Ostpark neuer Sportplatz. Leiter: J. Holler. Sonntag ab 9 Uhr Riederwaldwiese Training für alle Abteilungen. ßandball: Mittwoch ab 7 Uhr Riederwaldwiese Sonntag ab 9 Uhr Riederwaldwiese Heimabend: Samstag abends 7 Uhr Unterlindau 21 Leiter J. Herzberg Schwimmen: Mittwoch ab 6 Uhr bei Mosler. Boxen: Findet während der Ferien mit der Turnabteilg. statt. Veranstaltungen. Wir veranstalten am 29. August ein großes jüdisches Sportfest und werden die Ausschreibungen in der nächsten Nummer veröffentlicht 11. Juli Cöln, Deutsche Kampfspiele 11. Juli Mainz StadtstafTel 18. Juli Darmstadt Jugendsportfest 25. Juli Wiesbaden Jugendsportfest Briefkasten: K. O.Es ist vollkommen unwahr, dass der Vorsitzende und Mitbegründer des jüdischen Turnerbundes in Hamburg am Schabbes Geld ausgegeben hat. Wahr ist nur, dass er am Schabbes Boot gefahren ist und jüngere Kameraden veranlasste das Fahrgeld zu bezahlen. Wir haben keine Veranlassung un? um das Privatleben des genannten Herrn zu kümmern und sehen daher entgegen Ihrem Vorschlag von einer Eröterung dieser Angelegenheit ab. C. A. Wir können unseren Mitgliedern selbstverständlich einen Besuch, der Ärzte die den Aufruf des jüdischen Turnerbundes unterschrieben haben, nicht verbieten. Doch jeder Bar-Kochbaner weiss, wie er sich den uns so freundlich Gesinnten gegenüber zu verhalten hat. Die Redaktion.