Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 47 (21.11.1930)
- Date
- 1930-11-21
- Page
- Seite 672 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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672 Das Jüdische Echo Nr. 47 denheit geschlossen hinter der Forderung auf Durchführung der Balfourdeklaration und des Mandats, dem1 Geist und dem Wortlaut nach, steht Da durch die Vorverlegung des Kongresses um ein halbes Jahr die Schekelaktion schon im Dezember abgeschlossen sein muß, werden sämtliche Schekelblockinhaber dringend gebeten, sich sofort für die Schekelsammlung energisch einzusetzen und diese vor allem auf die Unorganisierten, besonders die zionistischen Familienangehörigen und die zahlreichen Jugendlichen auszudehnen. Der Jungzionistische Arbeitskreis München versammelt sich am Montag, 24. November, abends 8.30 Uhr im Bibliotheksaal, Herzog-Max-Straße 7/1 zum Protest gegen die englische Regierungserklärung zur Erörterung der zionistischen Situation und zur Inangriffnahme neuer zionistischer Arbeit. Einleitend wird Dr. Ignaz Emrich über das Thema: „Nach der englischen Regierungserklärung“ referieren: weiter werden sprechen die Herren Walter Koschland, Hans Marx, Fritz Rosenthal. Wochenprogramm der V.ISt. „Jordania“ Im KJV. Samstag, 22., 14 Uhr: Kaffee Hag. Montag, 24.. 20.30 Uhr: Jungzionistischer Arbeitskreis. Bibliotheksaal. Off. Dienstag, 25., 19.30 Uhr: Turnen. Off. Donnerstag., 27., 20.30 Uhr: Burschenkurs. Off. Hebräisch und Fuxenstunde wie gewöhnlich. Sprechstunde für Hebräisch in München Verschiedene Anfragen, vor allem von Jugendlichen, veranlassen die Hebräischen Sprachkurse in München, eine ständige Sprechstunde abzuhalten, in der Rat und Auskunft über hebräische Sprache, Literatur und Bibel nach Wunsch erteilt wird. Die Sprechstunde hält jeden Mittwoch von 3—4 Uhr Herr Dr. Percikowitsch im Unterrichtslokal, Herzog-Rudolf-Straße 1. Hebräjische Sprachkurse München In den Kinderkurs I werden noch Kinder aufgenommen. Programm: Hebräische Spiele, hebräische Volkslieder, Konversation und Schreiben. Ortsgruppe München der Zionisten-Revisionisten. Ausspracheabend und Vorlesung aus Jabotinskys Feuilletons. Mittwoch, 26. November, abends 8.15 Uhr. Jugendheim, Herzog-Rudolf-Straße 1. Gäste, auch Gegner willkommen. Im Jüdischen Frauenbund sprach am Dienstag, dem 11. November, Frau Doktor Eding e r (Frankfurt am Main) über „Frauenbund — Jüdische Frauenbewegung“. Als Frauenbewegung überhaupt wollte sie jede Anstrengung organisierter Frauen verstanden wissen, die in dem Komplex der Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern eine Änderung herbeiführen will. Diese Arbeitsteilung sei nicht, wie man einmal glaubte, aus naturgesetzlichen, biologischen Gründen zu erklären und daher auch keineswegs unwandelbar, vielmehr sei sie hervorgegangen aus der vorgeschichtlichen Differenzierung der Bedarfsdeckung des Menschen. Zunächst habe fast überall der Frau die Sorge für die pflanzliche Nahrung, dem1 Mann die Sorge für die tierische Nahrung und den Schutz der Familie obgelegen. Wo besondere klimatische Umstände Vorlagen, habe die Frau den Ackerbau erfunden und dadurch dort das Übergewicht im sozialen Leben erlangt — es gebe sehr viele vorgeschichtliche Zustände, die dieses Mutterrecht zeigen, ausgezeichnet durch die Namengebung und den Erbgang nach der Frau, durch die Verehrung einer weiblichen Nachtgottheit. Bei Jäger- und Hirtenvölkern dagegen sei immer schroffer das Vaterrecht entwickelt und die Frau mehr oder weniger zur Sache degradiert worden. Beim Zusammenstoß zweier verschiedener organisierter Gruppen habe in geschichtlicher Zeit das Vaterrecht gesiegt und sich durchgesetzt (besonders auch bei den Juden). Erinnerungen an den alten Zustand seien unter der Oberfläche erhalten geblieben. Im mittelalterlichen, vaterrechtlich organisierten Europa habe sich in einem gewissen Zeitpunkt die Notwendigkeit geltend gemacht, für die in der Überzahl vorhandenen Frauen wirtschaftliche Betätigung und soziale Funktionen zu finden, diese Tendenz habe sich mit dem Beginn der Manufaktur und der Industrie noch sehr verstärkt, allmählich sei das Frauenrecht wieder entdeckt worden und heute habe die Frau in weiten Bezirken ihre völlige Gleichstellung bereits erlangt, die Frauenbewegung suche sie auch auf den Gebieten zu erreichen, die man bisher der Frau völlig versperrt glaubte. Der Jüdische Frauenbund habe sich als Glied in diese zweifellos revolutionäre Frauenbewegung einzuordnen; es sei jedoch nicht seine Aufgabe, radikal vorzugehen und zu zerstören, er müsse in traditioneller Weise an frühere Bestrebungen anknüpfen, dann werde es ihm gelingen, auch die durch rein vaterrechtliche Bestimmungen hervorgerufenen und schwierigen Fragen, wie die der Agunoth und der Mamserim in menschlichem und wahrhaft jüdischem Geist zu lösen. Der Vortrag war — man darf wohl sagen bedauerlicher Weise — nur von Frauen besucht, die der Rednerin laußerordentliche Aufmerksamkeit und viel Beifall zollten; die darauffolgende lebhafte Debatte ergänzte und vertiefte die Ausführungen der Referentin nach mancher Hinsicht. Bar-Kochba. Fußball-Jugendabteilung. Die Verbandsspiele sind zu Ende; wir sind daraus als Sieger hervorgegangen. Ungeschlagen stehen wir an der Spitze und werden diese Position auch zu verteidigen wissen. Kein Spiel ging verloren, eines war unentschieden.' Die Ergebnisse waren: Bar-Kochba Jugend gegen Bayern 7;3; 3:3; 4:2; gegen 1860 2:0; 9:0; gegen Wacker 3:1; gegen Helios 4:2. Gesamtergebnis bei 7 Spielen 13 Punkte, Torverhältnis 32:11 zu unseren Gunsten. Die Torschützen waren hauptsächlich Levy (12 Tore) und Schapira (10 Tore). Am Sonntag, dem 23. November, spielen wir gegen den Deutschen Sportverein auf unserem Sportplatz an der Säbener Straße. Treffpunkt: 9 Uhr. Aufstellung: Schönwetter Weißmann Wolf Lilie Helfeld Kohorn Gersinsky Schapira Levy Herz Felix Samstag nachmittag ab 3 Uhr ist Heimnachmittag im Jüdischen Jugendheim unter Leitung von Ign. Gidalewitsch. M. K. Jüdischer Jugendverein München I. Donnerstagabende. Lessingsaal. Beginn: 20.30 Uhr pünktlich. Am 27. November spricht Herr Stadtsyndikus Dr. Fritz Stern über das Thema: „Der Staats- und Kommunalbeamte“. Da Herr Dr. Stern seit langen Jahren in seinem Berufe an hervorragender Stelle tätig ist, ist er wie kein an-