Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 46 (14.11.1930)
- Date
- 1930-11-14
- Page
- Seite 649 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 46 Das Jüdische Echo 649 lassen, die Gemeinden wiederum sind zusammengefaßt in den Provinzial- und Landesverbänden. An einigen Orten gibt es bereits jdüische Arbeitsnachweise, die nicht erfolglos innerhalb einer Gemeinde oder einer Provinz wirken. Hier und dort arbeiten Darlehenskassen und Kreditinstitute. Es gilt, alle diese Institute auszubauen und zu erweitern, sie bereit zu machen für die Not und die Erfordernisse der Stunde. Es gilt, neue Menschen zu gewinnen, die bereits Arbeitenden immer wieder auf die Größe der Aufgabe hinzuweisen. Es gilt, die jüdischen Arbeitgeber an ihre Pflichten zu erinnern, den jüdischen Arbeitnehmern den Kampf um den Arbeitsplatz zu erleichtern. Es gilt, alle finanziellen Möglichkeiten zu mobilisieren und zusammenzufassen zur Erhaltung und zum Ausbau der sozialen Arbeit, unter Hintanstellung mancher Aufgabe, die in minder gefährdeten Zeiten dringlich sein mag. Und es gilt, den Geist zu ändern und zu erneuern, den Geist zu schaffen, aus dem heraus erst fruchtbare soziale Arbeit möglich wird. Der Berliner Gemeindewahlkampf eröffnet Berlin, 5. November. (JTA.) Aus Kreisen der Jüdischen Volkspartei wird der Jüdischen Telegraphen-Agentur mitgeteilt: Nachdem die liberale Kandidatenliste eingereicht ist, hat nunmehr auch die Jüdische Volkspartei definitiv die Namen ihrer Kandidaten für die Repräsentanten- und Landesverbandswahlen festgestellt. Die Liste für die Repräsentantenversammlung beginnt mit den Namen R.-A. Dr. Klee, Direktor Georg Kareski, Professor Dr. Heinrich Löwe, Ministerialrat Hans Goslar, Kaufmann Markus Hornstein. Die Liste für die Landesversammlung trägt als Spitzenkandidaten die Namen Dr. Klee, Kareski, Ministerialdirektor Dr. Badt, Kurt Blumenfeld, Rabbiner Dr. Emil Levy, Staatsminister a. D. Dr. Max Soloweitschik. An den Vorsitzenden der Jüdischen Volkspartei ist von dem Vorsitzenden des deutschen Rabbinerverbandes, Vorsitzenden der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden und Großpräsidenten des Ordens Bnei Brith in Deutschland, Rabbiner Dr. Baeck, folgendes Schreiben eingegangen, auf das hin der Wahlkampf seine Eröffnung gefunden hat: „Sehr geehrter Herr Doktor! Ich erlaube mir, Sie davon in Kenntnis zu setzen, daß der von mir an die Parteien gerichtete Einigungsvorschlag, der von den anderen Parteien angenommen wurde, zu meinem aufrichtigen Bedauern von der Liberalen Partei abgelehnt worden ist. Es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen herzlichen Dank für das Verständnis auszusprechen, das Sie meinem Vorschlag entgegengebracht haben, durch den ich auf friedlicher mittlerer Linie einen Weg zur Vermeidung schwerer Kämpfe in ernster Zeit aufzuweisen suchte. Mit vorzüglicher Hochachtung bin ich Ihr ergebener Baeck.“ Die liberalen Kandidaten für Berliner Gemeinde und Preußischen Landesverband Berlin, 6. November. (JTA.) Der liberale Wahlvorschlag für die Repräsentantenwahlen der Berliner Jüdischen Gemeinde, die am 30. November d. J. statfinden, enthält als Listenführer Dr. h. c. Wilhelm Kleemann, es folgen Heinrich Stern, Berta Falkenberg, Wilhelm Marcus, Moritz Rosenthal, Wilhelm Graetz, Dr. Martin Lesser, Dr. Joseph Gutmann, Carl Fuchs, Dr. Sally London, Bruno Woyda, Martin Sobotker, Dr. Kurt Fleischer, Walter Michaelis, Alfred Jaunus, E. Ehrenreich, Dr. Hans Sachs, Max Eisenkrämer, Louis Wolff, Benno Salinger u. a. m. Der liberale Wahlvorschlag zum Preußischen Landesverband enthält als Spitzenkandidaten Kammergerichtsrat Leo Wolff, es folgen Heinrich Stern, Dr. Julius Brodnitz, Frau Minna Schwarz, Dr. Ludwig Holländer. Einigungsverhandlungen in Köln Berlin, 7. November. (JTA.) Die Vertreter der verschiedenen Parteien haben in den letzten Tagen eingehende Verhandlungen über die Möglichkeiten eines Kompromisses für die Repräsentantenwahlen geführt. Wie die „Jüdisch-liberale Zeitung“ hört, wird es auf folgender Grundlage zustande kommen: Es erhalten die Liberalen 10 Hauptsitze und 3 Vertreter, die Volkspartei 7 Hauptsitze und 2 Vertreter, die Konservativen 3 Hauptsitze und 2 Vertreter, die Mittelpartei 1 Hauptsitz und 1 Vertreter. Die Verhandlungen über ein Kompromiß betreffend den Preußischen Landesverband sind noch nicht abgeschlossen. Einheitsliste im Wahlkreis Hannover-Schleswig- Holstein Hannover, 7. November. (JTA.) Im Wahlkreis Hannover-Schleswig-Holstein wurde auf Grund eines Kompromisses zwischen den Parteien die nachfolgende Einheitsliste für die preußische Landesversammlung aufgestellt: Dr. Mäller- Altona (konservativ), Frau Hanna Cohn-Hannover (liberal), Dr. Victor-Wandsbeck (Volkspartei), Dr. Cohn-Hildesheim (liberal), Herr Pollack-Emden (konservativ), Herr Schneeweiß-Hannover (Volkspartei). Einigung im Rheinland Berlin, 5. November. (JTA.) Im 12. Wahlkreis des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden (Rheinland außer Köln) kam — wie der „Jüdischen Rundschau“ mitgeteilt wird — ein Kompromiß zustande. Die Mandatszahl beträgt diesmal 11 statt 10. Im Jahre 1925 erlangten die Liberalen 7 Mandate, die Jüdische Volkspartei 2, die Konservativen I Mandat. Jetzt erhalten die Liberalen wieder 7, die Jüdische Volkspartei 2 Mandate, die Konservativen und die Poale Zion je 1 Mandat. Wie im Jahre 1925 nehmen die Liberalen wieder beide Ratssitze in Anspruch, gewähren aber im Gegensatz zu 1925 der Jüdischen Volkspartei und den Konservativen je 1 Stellvertretersitz. Duisburg. Zur Vermeidung der auf den 30. November 1930 anberaumten jüdischen Gemeindewahlen wurde ein Kompromiß geschlossen: Gemeindevertretung: Jüdischer Einheitsblock 5 (3 Zionisten, 2 Westjuden), Liberale 3, Mittelpartei 1. Der Vorsitzende des Vorstandes ist Zionist (R.-A. Max Simon), ebenso der Vorsitzende der Gemeindevertretung. Die Amtsdauer beträgt 4 Jahre vom 1. Januar 1931. Kein Wahlkampf in Breslau Breslau, 7. November. (JTA.) Zur Vermeidung eines Wahlkampfes bei den auf den 30. November 1930 angesetzten Wahlen zur Gemeindevertretung und zum Verbandstag des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden haben die jüdischen Parteien in Breslau eine Vereinbarung getroffen, die in der Hauptsache auf folgendes hinausgeht: Zie Zahl der Gemeindevertreter wird von 21 auf 23 erhöht, hiervon entfallen auf Liberale 11, Jüdische Volkspartei 4, Konservative 3, Mittelpartei 2, Wirtschaftspartei des jüdischen Mittelstandes 2,