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Das jüdische Echo · 1930-10-17 · 42 (17.10.1930) · p. Seite 590

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
42 (17.10.1930)
Date
1930-10-17
Page
Seite 590 (sequence 8)
Language
German
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599 Das Jüdische Echo Nr. 42 Hilfe, sondern im Hinblick auf seinen und unser aller festen Glauben und die klare Erkenntnis, daß das begonnene -Arbeiterwerk wachsen und groß werden kann, soll und wird, bis der Kampf ausgekämpft und ein freies jüdisches Heimatland in Palästina auf der Grundlage gerechter Arbeit, nationaler Unabhängigkeit, sozialistischer Verwirklichung und internationaler Solidarität aufgebaut sein wird.“ Der 18. Zionistenkongreß Zusammentritt wahrscheinlich im Januar 1931 London, 12. Oktober. (JTA.) Wie die JTA erfährt, soll der 18. Zionistenkongreß vorzeitig, wahrscheinlich schon im Monat Januar 1931, einberufen werden. Der Zionistenkongreß wird vor allem die Aufgabe haben, zur politischen Situation, wie sie sich aus der demnächst erfolgenden englischen Regierungserklärung über die künftige Politik in Palästina und dem Bericht Sir Hope Simpson ergeben wird, Stellung zu nehmen. Vor ihrer Wiederwahl durch den Kongreß und ohne Befragung des Kongresses wird die Zionistische Exekutive keinesfalls Schritte von entscheidender politischer Bedeutung unternehmen. Verhandlungen zwischen Jewish Agency und britischem Kolonialamt London, 9. Oktober. (JTA.) Der Präsident der Jewish Agency, ür. Chaim Weizmann, ist in diesen Tagen nach London zurückgekehrt; man erwartet nun, daß die Besprechungen zwischen Jewish Agency und dem britischen Kolonialamt wieder in Fluß kommen. Allerdings dürften die Besprechungen während der Fortdauer der britischen Reichskonferenz, die die Mitglieder der Regierung stark in Anspruch nimmt, nur langsam vorwärts kommen. Nach Veröffentlichung der Regierungserklärung über die englische Politik in Palästina, die vermutlich noch vor Beginn der neuen Parlamentssession erfolgen wird, dürften die Besprechungen einen lebhafteren Fortgang nehmen. Die Regierungserklärung wird sich zweifellos hauptsächlich auf den Bericht Simpsons stützen. Wie die JTA erfährt, wird Simpson in diesem Bericht einerseits seine Bewunderung für die jüdischen Leistungen in Palästina zum Ausdruck bringen und die konstruktive Arbeit, welche durch die Initiative jüdischen Unternehmungsgeistes geschaffen wurde, hervorheben, andererseits aber auch den Standpunkt der Araber darlegen, die sich durch das Wachstum der jüdischen Siedlung in Landbesitz und materieller Existenz, ja selbst in ihrer Freiheit und Religion bedroht fühlen, da die Palästinaregierung bisher wenig für das gegenseitige Verständnis von Juden und Arabern getan hat. Daher werden die von den Juden erzielten Fortschritte als feindlicher Vormarsch aufgefaßt und besonders im Hinblick darauf, daß der vom Keren Kajemeth erworbene Boden nie mehr zurückgekauft werden kann, mit Eifersucht und Mißtrauen verfolgt. Simpson wird wahrscheinlich versuchen, zwischen der Forderung nach Errichtung des Jüdischen Nationalheims und dem zweiten Teil des Mandats, welcher die Rechte der jetzigen nichtjüdischen Bevölkerung des Landes sichert, einen Mittelweg zu finden. Inzwischen hat das Kolonialamt die im Mai dieses Jahres suspendierten Einwanderungszertifikate noch nicht freigegeben. Die wirtschaftliche Lage Palästinas, das durch die Weltkriese in immer stärkerem Maße betroffen wird, dürfte durch das Zögern des Kolonialamtes in der Frage der Wiederaufnahme der Einwanderung eine weitere Verschlechterung erfahren. Die abwartende Haltung des Kolonialamtes ist auf eine geringe Steigerung der Arbeitslosigkeit in Palästina zurückzuführen. Der Besuch Dr. Shiels in Palästina Besprechungen mit den Führern der Histadruth in Tel-Awiw — Demonstrationen gegen Shiels vor dem Palatin-Hotel Jerusalem, 10. Oktober. (JTA.) Einer Anregung der Arbeitertageszeitung „Dawar“ folgend, hat der britische Unterstaatssekretär für die Kolonien Dr. Drummond Shiels am Mittwoch, den 8. Oktober, in Begleitung von Colonel Kisch die Hebräische Universität und das Spital der Hadassah in Jerusalem besucht. Am Donnerstag, den 9. Oktober, verließ Dr. Shiels Jerusalem, um Jaffa, Tel- Awiw und Petach Tikwah zu besuchen, ln Tel- Awiw nahmen Dr. Shiels und seine Begleitung an einem ihnen zu Ehren von der Gemeindeverwaltung gegebenen Lunch teil. Die Straßen, die Dr. Shiels auf der Fahrt zum Rathaus in Tel-Awiw passierte, waren von einer dichten Menschenmenge eingesäumt. Dr. Shiels äußerte sich begeistert über die Entwicklung der Stadt und die Schönheit ihrer Anlage. Anläßlich des Empfanges im Rathause wurden Dr. Shiels die Wünsche der Stadtverwaltung hinsichtlich des Ausbaus des Hafens von Jaffa und der Verlegung des Eisenbahnknotenpunktes von Ludd nach Tel-Awiw vorgetragen. Vom Stadthaus begab sich Dr. Shiels zum Palatin-Hotel zu einer Aussprache mit sechs Mitgliedern der Exekutive des palästinensischen Arbeiterverbandes Histadruth. Im Verlauf dieser Aussprache erklärte der Arbeiterführer Arlosoroff, man könne dem jüdischen Volke weitere Opfer für Palästina nur dann zumuten, wenn der Aufbau Palästinas unabhängig bliebe von der Zustimmung einer nichtjüdischen Majorität im Lande. Ben Zwi beklagte es, daß die englischen Behörden wenig Sympathie für das jüdische Aufbauwerk an den Tag legen. Dr. Shiels erwiderte, die Arbeiterregierung werde sich in ihrer künftigen Politik nicht von einseitigen Gesichtspunkten leiten lassen. Dauernde Opposition gegen die Regierung sei unklug. Die Mitglieder der Exekutive der Histadruth werden Shiels auf seiner Fahrt durch die Arbeitersiedlungen des Emek begleiten. Als Shiels und seine Begleitung nach der Konferenz mit den Arbeiterführern das Palatin-Hotel verließen, demonstrierte eine vor dem Hotel angesammelte Menge gegen Shiels durch Pfeifen, Johlen und Pfuirufe. Vier Demonstranten, in denen man Revisionisten vermutet, wurden verhaftet. Unter den Verhafteten befindet sich das ehemalige Redaktionsmitglied des „Doar Hayom“, Akhi Mayer. London, 12. Oktober. (JTA.) In der Londoner Presse kommt die Meinung zum Ausdruck, daß die Demonstrationen gegen den Unterstaatssekretär für die Kolonien Dr. Drummond Shiels in Tel-Awiw darauf zurückzuführen seien, daß nach Meldungen, die in Palästina aus London eingetroffen waren, Dr. Shiels der arabischen Exekutive die Schaffung eines palästinensischen Parlaments zugesagt hätte. Die Demonstranten hätten gerufen; „Nieder mit dem Parlament, nieder mit dieser Ungerechtigkeit gegen die Juden!“ Die Polizei sei genötigt gewesen, von den Gummiknüppeln Gebrauch zu machen, um die Menge zu zerstreuen. Jerusalem, 10. Oktober. (JTA.) In einem Communique der palästinensisch-arabischen Exekutive wird mitgeteilt, Dr. Drummond Shiels habe einer arabischen Deputation gegenüber erklärt, die

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