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Das jüdische Echo · 1930-10-03 · 40 (3.10.1930) · p. Seite 563

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
40 (3.10.1930)
Date
1930-10-03
Page
Seite 563 (sequence 14)
Language
German
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Nr. 40 Das Jüdische Echo 563 jetzt folgende Bekanntmachung, die der Minister Frick selbst unterzeichnet hat, veröffentlicht: „Die im Amtsblatt des thüringischen Ministeriums für Volksbildung vom 22. April 1930 veröffentlichte Empfehlung von Schulgebeten vom 16. April 1930 ist, soweit sie sich auf die Gebete Nr. 2, 3 und 4 bezieht, mit Artikel 148 Abs. II der Reichsverfassung nicht vereinbar. Wir bringen dies hiermit zur Kenntnis.“ Antideutsche und antijüdische Demonstrationen in Prag Prag, 25. September. (JTA.) Am 23. September, 11 Uhr abends, fanden auf dem Wenzelsplatz in Prag große antideutsche und antijüdische Demonstrationen statt, die sich zunächst gegen die Vorführung deutscher Tonfilme richteten, aber schließlich zu politischen Kundgebungen ausarteten. Auf dem Wenzelsplatz und auf dem Altstädter Ring vor dem Rathause wurden Ansprachen gehalten. Man rief: „Es lebe das slavische Prag! Nieder mit den Deutschen! Nieder mit den Juden!“ Die deutschsprachige Presse der Tschechoslowakei teilt mit, daß die Kundgebungen von den tschechischen Faschisten organisiert wurde, deren Boulevardpresse seit Tagen zu Kravallen auffordert. Die besonnenen tschechischen Kreise stehen diesem Treiben ablehnend gegenüber. Doch wird darauf hingewiesen, daß die tschechisch geschriebene Presse zum überwiegenden Teil die Kundgebungen billigt und mit Befriedigung zur Kenntnis nimmt, daß die Polizei sehr zurückhaltend und schonend gegen die Demonstranten vorgegangen ist. Palästinabeschluß der Sechsten Kommission des Völkerbundes Ausdruck der Zufriedenheit über die verbesserte Palästinalage Genf, 28. September. (JTA.) Die gegenwärtig in Genf tagende Sechste (politische) Kommission des Völkerbundes hat eine Resolution zwecks Weiterleitung an die demnächst zusammentretende Vollversammlung des Völkerbundes angenommen, in der der Befriedigung über die Wiederkehr von Friede und Ordnung in Palästina Ausdruck gegeben wird. Der Berichterstatter Da'lvanne erklärte, die Kommission könne nicht daran denken, auf die Positionen der verschiedenen Mandatsterritorien im einzelnen einzugehen; sie hebe nur einige Punkte von besonderer Bedeutung hervor. Mit großer Genugtuung habe sie von der Besserung der Lage in Palästina Kenntnis genommen. Sie verfolge mit Befriedigung die von der Mandatarmacht gemachten Anstrengungen zur Wiederherstellung einer Atmosphäre der Ruhe sowie die von der Mandatarmacht ergriffenen Maßnahmen zur Verhütung der Wiederkehr so tragischer Ereignisse, wie sie die Völkerbundsversammlung im vergangenen Jahre beklagt hat. Die von Dalvanne unterbreitete und von der Sechsten Kommission angenommene Resolution betreffend Palästina lautet: „Die Versammlung des Völkerbundes spricht ihre Befriedigung aus über die Wiederherstellung von Ordnung und Frieden in Palästina und vertraut darauf, daß die von der Mandatarmacht ergriffenen Maßnahmen die Wiederkehr solcher Ereignisse, wie sie sich im Jahre 1929 begeben haben, verhindern werden.“ Dalvanne wurde ermächtigt, diesen Beschluß der Plenarsitzung des Völkerbundes zu unterbreiten. In dem gleichzeitig angenommenen Bericht wird der Arbeit des Völkerbundes und der Mandatskommission, die taktvoll und unparteiisch geführt wurde, Anerkennung gezollt. Daniel Guggenheim, der amerikanische Kupferkönig und Philantrop, gestorben Neuyork, 29. September. (JTA.) Im Alter von 74 Jahren verstarb in Long Island Herr Daniel Guggenheim, der amerikanische Kupferkönig und Philantrop. Sein Vater, Meyer Guggenheim, war aus der Schweiz, wo die Familie Guggenheim noch heute in Ansehen steht, nach Amerika ausgewandert. Mit 17 Jahren ging er nach der Schweiz, wo er einen Zweig des Geschäftsunternehmens seines Vaters leitete. Später kehrte er nach Amerika zurück und wurde mit der Zeit der Führer der Kupfer- und Zinnproduktion. Vor einigen Jahren zog er sich von aktiver Geschäftstätigkeit zurück und gründete die Daniel und Florence Guggenheim Foundation „für Förderung der Wohlfahrt der ganzen Menschheit“, der er Millionen Dollars zuwandte. Er betätigte sich auch im jüdischen öffentlichen Leben und war Vorsteher des Tempels Emanu-El. Durch Zuwendung großer Summen förderte er das amerikanische Flugwesen. Rosch Haschanah in Jerusalem Jerusalem, 25. September. (JTA.) Die Rosch Haschanah-Tage sind in Jerusalem ohne wesentliche Störungen vorübergegangen. Juden aus dem ganzen Lande waren zur Klagemauer gepilgert und besuchten die große Synagoge in der Altstadt. Dieser gewaltige Zustrom von Menschen bewirkte eine noch stärkere Überfüllung der Synagogen als in früheren Jahren. An der Klagemauer wurde fast ununterbrochen Gottesdienst abgehalten. Das von Rabbi Sonnenfeld geleitete Maarew-Gebet war von überlautem Gesang einer kleinen Gruppe von Betern in der Zawieh-Moschee begleitet. Das Verbot des Schofarblasens an der Klagemauer nötigte die dort Betenden, zum Mussaf die ständigen Synagogen aufzusuchen. Während des Maarew-Gebetes an der Klagemauer wurden zwei Steine unter die Versammelten geschleudert, glücklicherweise ohne jemand zu treffen. Es gelang den Polizeipatrouillen, welche die Zugänge zum Platz vor der Klagemauer bewachten, nicht, der Täter habhaft zu werden. Am Abend des zweiten Festtages waren die Straßen Jerusalems durch zahlreiche jüdische Spaziergänger belebt, die Filmtheater wiesen nach der zweitägigen Spielpause einen Rekordbesuch auf. Keine Rosch Haschanah-Botschaft Lord Passfields London, 26. September. (JTA.) Lord Passfield, der englische Minister für die Kolonien, hat das Ersuchen der Jüdischen Telegraphen-Age'ntur, eine Rosch-Haschanah-Botschaft an die Judenheit zu erlassen, mit folgenden Worten abgelehnt: „Im Hinblick darauf, daß eine Erklärung der britischen Regierung über ihre künftige Politik in Palästina gegenwärtig Gegenstand von Beratungen ist, bedauere ich, Ihrem Ersuchen nicht Folge leisten zu können.“ Eine Abordnung der Jerusalemer Juden beim stellvertretenden High Commissioner Die zurückgetretenen jüdischen Mitglieder des Jerusalemer Stadtrats sollen in den Stadtrat zurückkehren Jerusalem, 28. September. (JTA.) Bei einer Zusammenkunft zwischen einer- Abordnung der zurückgetretenen jüidschen Mitglieder des Jerusalemer Stadtrats und dem stellvertretenden High Commissioner, Sir Stewart Davis, Schatzmeister der Palästinaregierung, wurde die Frage der Rückkehr der jüdischen Mandatare in den Stadtrat erörtert. Die Mitglieer der Abordnung gaben ihrem Erstaunen darüber Ausdruck, daß die Regierung

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