Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 38 (19.9.1930)
- Date
- 1930-09-19
- Page
- Seite 536 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 2× ep/1047930
- Odesa 1× ep/1000834
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536 Das Jüdische Echo Nr. 38 und den Arabern, die das Gebiet widerrechtlich okkupiert hielten, und die nun mit Polizeigewalt entfernt wurden, zu Kämpfen gekommen. Die arabische Zeitung „Falastin“ meldet, daß bei diesen Kämpfen vier arabische Frauen und zwei Polizisten verwundet wurden, ebenso vier Juden, welche in der Nähe des Kampfplatzes pflügten. Die Araber sollen im Besitze von 200 Gewehren gewesen sein. „Falastin“ nennt den Beschluß der Jewish Agency, ein Departement für Verständigung mit den Arabern zu schaffen, sinnlos Jerusalem, 8. September. (JTA.) Die englische Ausgabe des Organs der Arabischen Exekutive „Falastin“ kommentiert den Beschluß der Jewish Agency, ein eigenes Departement zur Verständigung mit den Arabern zu schaffen, und bezeichnet diesen Beschluß als einen „sinnlosen Versuch“, die Araber und die öffentliche Meinung der Welt hinters Licht zu führen. Man sollte, schreibt das Blatt, an Stelle des beschlossenen Departements ein solches schaffen, das den Revisionisten und Misrachisten Mäßigung anzuempfehlen hätte. Die Araber fordern die arabische Föderation und würden gern die Stellungnahme der Juden zu dieser Frage erfahren wollen. Haifa definitiv Endpunkt der Bagdad-Mittelmeerbahn und der Ölleitung aus Mosul Krupp und Otto Wolff an den Materiallieferungen beteiligt Jerusalem, 9. September. (JTA.) Aus zuverlässiger Quelle verlautet, daß Haifa engültig zur Kopfstation der Bagdad-Mittelmeerbahn und zum Endpunkt der Ölleitung aus Mosul bestimmt wurde. An der vor einem Jahre gegründeten neuen „British Oil Development Company“, welche in der Irakregierung gegenüber ihrer Konkurrentin, der alten „Iraq Petroleum Company“ begünstigt wird, sind englische und italienische Finanzgruppen zu 76 Prozent, eine französisch-schweizerische Gruppe zu 12 Prozent und ebenfalls zu 12 Prozent eine deutsche Gruppe beteiligt. Hinter der deutschen Gruppe steht die rheinische und Ruhr-Schwerindustrie (Krupp, Gute Hoffnungs- Hütte und Otto Wolff & Co.), die sich 38 Prozent der Materiallieferungen für die Rohrleitung und die dazugehörigen Bahnlinien gesichert hat. Die Eisenbahnkonzession soll hingegen, unverbürgten Nachrichten zufolge, Lord Melchett erteilt werden. Der Bau soll als Teil des konstruktiven Programms für den Aufbau des jüdischen Nationalheims ausgeführt werden. Bahnbau und Leitungslegung sollen gleichzeitig in Angriff genommen und innerhalb von fünf Jahren fertiggestellt werden. Während die Zeitungen im Iraq ihre Freude über diesen Beschluß ausdrücken, indem sie sich von der neuen Bahn eine Belebung des Touristen- und Pilgerverkehrs versprechen, befürchtet die ägyptische Presse durch die neue Bahn eine Schädigung der Suezkanalschiffahrt und eine teilweise Ablenkung des Mittelmeerverkehrs von Alexandrien und Port-Said nach Haifa. J. Ch. Rawnitzky 70 Jahre Jerusalem;, 9. September. (JTA.) Das hebräische Schrifttum in Palästina beging in diesen Tagen die Feier des 70. Geburtstages des hebräischen und jiddischen Schriftstellers und Literarhistorikers J. H. Jehoschua Chana Rawnitzky, der als Redakteur des Verlages „Dwir“ in Tel- Awiw lebt. Rawnitzky wurde in Odessa geboren und begann seine literarische Tätigkeit im Königsberger „Hakol“, gab 1887 einen jiddischen Sammelband „Der Wecker“, dem Palästina-Aufbau-Gedanken gewidmet, heraus, begründete 1892 die hebräische Sammelschrift „Pardess“ und beteiligte sich 1902 an der Gründung des Verlages „Moria“, der nach dem Kriege (1921) aus Odessa nach Berlin übersiedelte und in den Verlag „Dwir“ aufging. In Gemeinschaft mit Bialik hat Rawnitzky die „Sippure hamikra“ (Erzählungen der Bibel) und „Sefer ha’agada“ (Buch der Agada) bearbeitet. Er hat ferner eine ganze Reihe Schriften zur neuhebräischen Literaturgeschichte veröffentlicht, darunter 1926 „Dor wesoferaw“ (Eine Generation und ihre Schriftsteller), das die Periode seit Mendle Mocher Seforim behandelt. Er hat viel zur Geschmacksbildung des Publikums und Entwicklung des literarischen Verständnisses beigetragen. Jubiläum der Ackerbauschule in Mikweh Israel Jerusalem, 3. September. (JTA.) Die landwirtschaftliche Schule in Mikweh Israel feierte ihr 60jähriges Jubiläum. Direktor Krause gab einen Überblick über die Entwicklung der Schule. Die Zahl der Schüler beträgt derzeit 200. In den letzten Jahren fanden alle Absolventen in der heimischen Landwirtschaft Beschäftigung. Glückwünsche waren eingelangt u. a. von der Regierung, dem Landwirtschaftsdepartement, der Stadtverwaltung Tel-Awiw, dem Rabbinat, der Jewish Agency, dem Keren Hajessod. Gliückwunschtelegrammdienst der Deutschen Reichspost zum jüdischen Neujahr Berlin, 9. September. (JTA.) Die Deutsche Reichspost läßt — wie auch andere Postverwaltungen — zum jüdischen Neujahrsfest (23. September) wieder einen Glückwunschtelegrammdienst zu wesentlich ermäßigter Gebühr zu. Solche Glückwunschtelegramme können vom 19. September bis 3. Oktober bei sämtlichen Telegrammannehmestellen aufgeliefert werden; sie sind zugelassen im innerdeutschen Verkehr, im Verkehr mit Danzig, Dänemark, Finnland, Jugoslavien, Lettland, Litauen, einschließlich Memelgebiet, Luxemburg, Östereich, Polen, Rumänien, Saargebiet, Tschechoslowakei, Ungarn, Ägypten, Palästina und Irak, ferner mit den Vereinigten Staaten von Amerika und mit Kanada. Über die Gebühren und alle weiteren Bedingungen geben die Telegrammannahmestellen Auskunft. 75jähriges Bestehen der Leipziger Gemeinde- Synagoge (Richtigstellung) Im „Jüdischen Echo“, Nr. 37 vom 12. September, Seite 523, soll die Überschrift lauten: 75jähriges Bestehen der Leipziger Gemeinde-Synagoge“ (nicht, wie es infolge eines Schreibfehlers hieß), 25jähriges Bestehen. Ebenso soll es auf Zeile 3 des Textes heißen: „75jähriges Bestehen der Gemeinde-Synagoge“. Neue jüdische Kalender Der jüdische Almanach auf das Jahr 5691, der im Aufträge des Keren Kajemeth Lejisrael in Prag von Dr. Friedrich Thieberger und Dr. Felix Weltsch herausgegeben wird, präsentiert sich auch in diesem Jahre wieder als ein inhaltsreiches, interessantes Sammelbuch, das in glücklicher Weise mannigfache Gegenstände behandelt und so vielen etwas zu sagen haben wird. Was freilich die politischen Abhandlungen anlangt — die Chronik für das Jahr 5690 schrieb Robert Weltsch, Ernst Simon versucht in einem „Volk Israel und Land Israel“ betitelten Beitrag eine Neubegründung des Zionismus zu geben — so werden sie mindestens