Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1930-09-19 · 38 (19.9.1930) · p. Seite 534

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)

OCR text

12 entity mentions

534 Das Jüdische Echo Nr. 38 Lande stärken und ihre schöpferische Kraft vergrößern. Im Kreise Gleichgesinnter soll der Weg für weitere Taten freigemacht, sollen die Kräfte zur Schaffung der freien jüdischen Gesellschaft in Palästina mobilisiert, werden. Die Freunde des jüdischen Aufbauwerkes in Palästina sind über die verschiedenen Lager und Richtungen des jüdischen Lebens verstreut. Freunde, die das an Opfern reiche Aufbauwerk der jüdischen Arbeiterschaft bewundern, die mit ihren Leiden mitfühlen und sich mit an ihren Erfolgen freuen, sie alle, ohne Unterschied der Parteitradition, auch diejenigen, die sich nicht in allen Einzelheiten mit dem Histadruthprogramm identifizieren, werden auf den aufrichtigen Ruf, der in prüfungsschwerer und verantwortungsvoller Zeit kommt, antworten und sich alle in die Reihen der Wähler stellen zum Weltkongreß für das arbeitende Palästina. Schalom Asch, Eduard Bernstein., Ch. N. Bialik, Leon Blum, Julius Braunthal, Max Brod, Fiermann Badt, Martin Buber, Iskar Cohn, S. Dubnow, Albert Einstein, Lion Feuchtwanger, Sigmund Freud, A. B. Klerkoper, W. Latzki-Bartoldi, Fritz Naphtali, Ab. Schiplakoff, Arnold Zweig. Aus der jüdischen Welt Georg Kareskis Zentrumskandidatur und die jüdischen Organisationen Berlin, 11. September. (JTA.) Herr Direktor Kareski bittet uns um Aufnahme folgender Erklärung: „Um mißverständlichen Deutungen, wie sie in diesen Tagen bei verschiedenen Gelegenheiten zu meiner Verwunderung zutage getreten sind, vorzubeugen, lege ich Wert auf die Feststellung, daß weder die jüdische Gemeinde zu Berlin, noch die Jüdische Volkspartei, noch die Zionistische Vereinigung für Deutschland mit meiner Kandidatur auf der Reichstagsliste des Zentrums irgend etwas zu tun haben. Diese Stellen sind um ihre Stellungnahme von mir nicht befragt worden und meine Zugehörigkeit zu ihnen kann andererseits naturgemäß die Freiheit meiner Entschießung in den Dingen des deutschen politischen Lebens nicht beeinträchtigen.“ Hanna Lewinski gestorben Berlin, 9. September. (JTA.) Am 7. September verstarb die Leiterin des „Israelitischen Hilfswerks“, Frl. Hanna Lewinski, im Alter von 37 Jahren. Eine Tochter des hervorragenden Gelehrten und Dajan Lewinski in Breslau, kam sie zu Beginn des Krieges nach Berlin. Sie arbeitete zunächst an der Sammlung der weiblichen Jugend im Rahmen der Agudas Jisroel und baute das „Israelitische Hilfswerk“ auf. Es gelang ihr, in den letzten 10 Jahren hier Großes zu leisten und hunderten von Familien die Existenz erhalten oder neugründen zu helfen. Allmonatlich gehen nach wie vor viele hundert individuell zusammengestellte Pakete und klug verteilte Geldmittel hinaus. Daneben übte sie einen großen geistigen Einfluß in den Winkeln jüdischer Not aus und bildete einen Mittelpunkt thoratreuer Jugendpflege und Jugendbewegung in Berlin. Hias of America stellt die Zuschüsse für das Hicem-Werk ein Die weitere Tätigkeit von „Hjcem“ gefährdet Berlin, 10. September. (JTA.) Die Fortführung der organisierten Emigrantenhilfe und die Regelung der jüdischen Wanderung durch die vereinigten Gesellschaften „Hias-Jca-Emigdirect“ ist neuerdings in Frage gestellt worden, da sich Hias infolge der Krise in Amerika veranlaßt gesehen hat, seine Zuschüsse für das Hjcem-Werk bis auf weiteres einzustellen. Diese Tatsache hat in den europäischen jüdischen Kreisen, die sich mit Fragen der jüdischen Emigration befassen, Bestürzung hervorgerufen. In einer vor einigen Tagen in Berlin stattgefundenen Zusammenkunft dieser Kreise mit den Vertretern der jüdischen Presse wurde die neu geschaffene Lage eingehend besprochen und zum Ausdruck gebracht, daß die Maßnahme von Hias dazu angetan sei, die jüdische Emigration wieder in den alten anarchischen Zustand zu versetzen. Eröffnung des Erholungs- und Altersheims für jüdische Lehrer und Kantoren in Bad Ems Bad Ems, 9. September. (JTA.) Am Sonntag, dem 7. September, wurde in Bad Ems das vor kurzem vollendete Erholungs- und Altersheim für jüdische Lehrer und Kantoren feierlich eingeweiht. Dem festlichen Akte wohnten Vertreter der Stadtbehörden, der jüdischen Gemeinden und der jüdischen Lehrerschaft aus dem ganzen Reiche bei. Bei dem dem Festakte folgenden Rundgang durch das Heim gaben die Behörden ihrer Genugtuung über das Bestehen einer so einzigartigen Anstalt, die eine Zierde für den Kurort bildet, Ausdruck. Hakenkreuzler überfallen den Wiesbadener Vorsitzenden des R.j.F. Herz und fügen ihm schwere Verletzungen zu Wiesbaden, 12. September. (JTA.) Ein Trupp Wiesbadener Hakenkreuzler, der sich auf einem Lastwagen nach Mainz begab, fiel über den Fabrikanten Herz, Vorstandsmitglied des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, der vor seiner seiner Wohnung mit der Reparatur seines Wagens beschäftigt war, her und schlug mit Schlagringen auf ihn ein. Herr Herz erlitt schwere Kopfverletzungen und Rückenquetschungen. Er wurde ins Krankenhaus gebracht wo sogleich eine Operation an ihm vorgenommen werden mußte. Der ohne jeden Anlaß durchgeführte heimtückische Überfall auf Herz hat hier große Empörung hervorgerufen. Enthüllungen des Landbundpräsidenten Zangl über Anbiederungsversuche der Heimwehr an Rothschild Wien, 9. September. (JTA.) Der Präsident des österreichischen Landbundes Zangl hat im Zusammenhang mit der Änderung in der Bundesführung der österreichischen Heimwehr, die unter der neuen Führung in Hitlers Fahrwasser zu geraten droht, folgende interessante Enthüllungen gemacht: Vor einiger Zeit versuchten Heimwehrführer Rothschilds finanzielle Untertützung für einen antisozialistischen Putsch in Wien zu gewinnen. Rothschild erwiderte, daß er nichts unternehmen wolle, was gegen die Regierung gerichtet sei. Der vor einiger Zeit ausgewiesene Stabsleiter der österreichischen Heimwehr, Major Pabst, hat ebenfalls ohne Erfolg seinerzeit bei Rothschild interveniert. Die Leitung der Heimwehr hat sich auch wiederholt an die Wiener Israelitische Kultusgemeinde mit dem Ersuchen um Förderung ihrer Ziele gewandt, ging aber auch hier mit leeren Händen aus, da sich die Kultusgemeinde grundsätzlich von österreichischer Parteipolitik fernhält. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Abfuhr, die der Heimwehrführung in jüdischen Kreisen zuteil wurde, mit eine Ursache des neuen verschärft

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.