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Das jüdische Echo · 1930-09-19 · 38 (19.9.1930) · p. Seite 533

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
38 (19.9.1930)
Date
1930-09-19
Page
Seite 533 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 38 Das Jüdische Echo 533 Schädigung und es kann gegen die jüdischen Bodengesellschaften hinsichtlich dieser Transaktionen keine Kritik erhoben werden. Diese Gesellschaften handelten im Einverständnis mit der Regierung.“ Und was die Befürchtungen des Berichts für die Zukunft betrifft, so brauchen wir wohl nur die Darstellung des Leiters der zionistischen Kolonisation, Dr. Arthur Ruppin, zu zitieren, die unsere weitere Politik vollkommen klarlegt: „Wir wollen die jetzigen Bearbeiter des Bodens nicht von ihrem Land verdrängen, sondern wir wollen einen Weg finden, der diese Bearbeiter auf dem Boden beläßt; aber durch Intensivierung der Wirtschaft gleichzeitig auch Boden für jüdische Kolonisation freisetzt.“ „Wir haben hier einen Fall, wo beide Parteien nur gewinnen können. Der Fellache hat zu viel Land, aber kein Geld zur Bebauung, die jüdischen Kolonisationsgesellschaften haben Geld, aber zu wenig Land. Indem der Fellache seinen Überschuß an Boden verkauft, können beide Parteien das erhalten, was ihnen zur Zeit fehlt.“ Es ist möglich, in Palästina große Bodenflächen zu kaufen, ohne die Interessen der vorhandenen Bevölkerung zu tangieren. Unsere Siedlungen sind allen Bewohnern des Landes, ohne Unterschied von Rasse und Religion, zum Nutzen. Nur die jüdische Einwanderung kann das Land wieder emporbringen und zu seiner ehemaligen Fruchtbarkeit entwickeln. 6,5 Millionen Dunam sind brach und harren der Ankunft unserer Pioniere, die bereit sind, diese Erde zu bearbeiten. Hoffen wir, daß auch die diesjährige Arbeits- Kampagne des Keren Kajemeth, die mit der großen Rosch-Haschanah-Aktion beginnt, uns ein gutes Stück auf diesem Wege weiterbringen wird. Die Ziele des Zionismus Erklärung der Zionistischen Exekutive London, 15. September. (JTA.) Die Diskussion über zionistische Zielsetzung auf der letzten Tagung des Aktions-Komitees in Berlin hat eine Reihe von irrigen und irreführenden Kommentierungen in der Presse gefunden. Um die öffentliche Meinung autenthisch über die Ziele der Bewegung zu informieren, verlautbart das zionistische Zentralbüro neuerlich die folgende Erklärung, die Nahum Sokolow auf der Berliner Tagung in Übereinstimmung mit Dr. Weizmann abgegeben hat: Das Grundprinzip des Zionismus findet seinen Ausdruck im ersten Satz des Baseler Programms von 1897: „Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina.“ Dieses Programm fand auch in der Balfour-Deklaration Berücksichtigung, welche die Errichtung eines jüdischen Nationalheims in Palästina proklamierte, und wurde später in das Palästina-Mandat aufgenommen. Dieses Programm bildet auch in Zukunft die Grundlage zionistischer Politik. In ihrer Antwort auf die Interpellation des Misrachi bezieht sich die Exekutive auf die Aussage, die Harry Sacher auf Grund von Instruktionen seitens Dr. Weizmanns vor der Shaw-Kommission gemacht hat: „Wir verlangen freie Einwanderung ohne künstliche Beschränkungen, damit wir als jüdisches Volk in die Lage kommen, alle unsere Kräfte zur größtmöglichen Entwicklung dieses Landes zu verwerten und Juden zu ermöglichen, in das Land zu kommen und hier Zivilisation zu schaffen. Auf Grund des Mandates erwarten und verlangen wir von der Regierung, daß sie ihre Aufgabe, unser Werk zu erleichtern, erfülle. Als Ergebnis dieses natürlichen Entwicklungsprozesses ist es möglich und, ich sage frei heraus, es ist unsere Hoffnung — daß dieses Land einmal eine jüdische Mehrheit haben wird. Welche politische Formen diese Gemeinschaft annehmen wird, weiß ich nicht und will es auch nicht Voraussagen. Eines ist auf alle Fälle sicher: Es liegt nicht in der Absicht der Juden, irgendein anderes Volk in diesem Lande zu beherrschen, wie sie sich auch nicht von einem anderen Volke beherrschen lassen wollen.“ Die Mitteilung des zionistischen Hauptbüros stellt fest, daß die vorstehende Erklärung der Exekutive vom Aktions-Komitee gutgeheißen wurde, und daß das Aktions-Komitee mit 24 gegen 2 Stimmen Dr. Weizmann aufforderte, seine Demission zurückzuziehen. Ein Äuiruf jüdischer Führerper* sönlichkeiten zur Teilnahme am Weltkongreß iür das arbeitende Palästina Berlin, 14. September. (JTA.) Jüdische Führerpersönlichkeiten aus verschiedenen Ländern erlassen den folgenden Aufruf: An alle Freunde des arbeitenden Palästina! Die allgemeine jüdische Arbeiterorganisation in Palästina, die Histadruth, die die gesamte Arbeiterschaft Palästinas, ohne Unterschied der Parteizugehörigkeit, umfaßt, hat beschlossen, einen Weltkongreß für das arbeitende Palästina einzuberufen. Sie ruft alle Freunde ihres Aufbauwerkes, die in allen Lagern des jüdischen Lebens zu finden sind, auf, an diesem Kongreß teilzunehmen. Das Aufbauwerk der jüdischen Arbeiter in Palästina ist schon lange über den Rahmen eines engen Parteikreises hinausgewachsen. Sein Schicksal berührt aufs Innigste jeden, der sich für die jüdische Renaissancebewegung und ihren großen sozialistischen und volksbefreienden Inhalt verantwortlich fühlt. Und gerade jetzt, da das Werk vor große Prüfungen und schwere Aufgaben gestellt ist, muß auch noch auf eine noch sinnfälligere und greifbarere Weise als bisher unser aller Interesse für seine Zukunft klar zum Ausdruck kommen. Aufs Neue ist in der Öffentlichkeit die Frage der Durchführbarkeit des jüdischen nationalen Heims m Palästina zur Debatte gestellt worden. Die bisherigen Leistungen werden in ein falsches Licht gerückt, die Bedürfnisse und Ziele werden unrichtig dargestellt, die Möglichkeiten und Perspektiven werden nicht richtig gewertet und verstanden. Die sozial-politischen Verhältnisse im Orient gefährden die brüderliche Begegnung des jüdischen und arabischen Volkes auf ihrem historischen Weg zu gemeinsamer Arbeit, internationaler Solidarität und nationaler Freiheit. Die Zunahme reaktionärer Tendenzen in der Welt stellt die Erhaltung und Ausdehnung der sozialistischen Errungenschaften der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas und die neuen Formen menschlichen Zusammenlebens vor einen harten Kampf. Dieser Kampf geht um die Güter, die den Stolz der jüdischen Kolonisationsarbeit ausmachen und um die ungestörte und wachsende Möglichkeit ihrer erfolgreichen Entwicklung. Der Weltkongreß, der zum 27. September 1930 nach Berlin auf den Grundlagen der allgemeinen jüdischen Arbeiterorganisation in Palästina einberufen wird, soll die Front der Arbeiterschaft im

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