Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 37 (12.9.1930)
- Date
- 1930-09-12
- Page
- Seite 521 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 37 Das Jüdische Echo 521 hält es die Arbeiterfraktion für ihre Pflicht, folgendes zu erklären: Wir haben unter gewissen Bedingungen uns für die Errichtung der erweiterten Jewish Agency eingesetzt und werden auch in Zukunft zu ihrer Erweiterung und ihrem Ausbau helfen. Das Versagen der Jewish Agency in diesem Jahre der Katastrophen berechtigt noch nicht dazu, diesen ernsten Vesuch der zionistischen Bewegung zur Erweiterung des Kreises der für das Aufbauwerk Verantwortlichen zu verurteilen, doch sind die negativen Bestrebungen, die in der Leitung der Jewish Agency schon in diesem Jahre zum Ausdruck kamen, nicht zu übersehen: dem Aufbauwerk in Erez Israel philantropischen und bürokratischen Charakter zu verleihen, ungenügende Sorge um die Nöte des Aufbaus. In der Berliner Sitzung zeigte sich nicht der Wille, diese Dinge zu bessern, ja, sie brachte nicht einmal die Gewähr für die Konsolidierungen der landwirtschaftlichen Siedlungen. In dieser durch die Tagung geschaffenen Lage behält sich die Arbeiterfraktion ihre Aktionsfreiheit vor. Bei der gegenwärtigen schweren Situation der Bewegung erachten wir es als unsere Pflicht, auch außerhalb der Leitung stehend mit allen unseren Kräften der Jewish Agency in all denjenigen Bestrebungen zu helfen, die darauf gerichtet sind, unsere politische Stellung zu stärken, den Jischuw zu festigen, die Möglichkeiten der Einwanderung und der Kolonisation zu vergrößern und die Jewish Agency zu demokratisieren. Doch werden wir mit aller Energie gegen die philantropischen und bürokratischen Neigungen kämpfen, die in einflußreichen Kreisen der Jewish Agency zum Ausdruck kommen, und in voller Rüstung werden wir auf der Wacht stehen für die Erhaltung der politischen und kolonisatorischen Werte und Errungenschaften der zionistischen Bewegung und des Arbeiterwerkes in Erez Israel. Palästina vor dem Völkerbundsrat Eine Verständigung zwischen Mandatskommission und Mandatsregierung über den Palästinabericht im letzten Augenblick erzielt Genf, 8. September. (JTA.) Der Völkerbundsrat, der am Montag, den 8. September, zu seiner 60. Tagung zusammentrat, ist gleich in seiner ersten öffentlichen Sitzung in die Beratung der Palästinafrage eingetreten. Den Vorsitz führte der Delegierte von Venezuela, der greise Minister Zumeta. Um Ü12 Uhr begann der Berichterstatter für Mandatsfragen Procop mit der Verlesung des auf Grund der vorangegangenen Besprechungen mit Henderson modifizierten Berichtes der Mandatskommision. Er bezeichnete ihn als ein gründlich durchgearbeitetes gerechtes Dokument und hob besonders hervor, daß es nicht in der Absicht der Mandatskommission gelegen sei, ihren Kompetenzkreis zu überschreiten und sich an die Stelle der Mandatarmacht zu setzen. Er billigt den Standpunkt der Mandatarmacht, daß die Einwanderung von Juden der jeweiligen ökonomischen Aufnahmefähigkeit des Landes angepaßt werden müsse und erkennt an, daß die Erklärung der britischen Delegation, die Einstellung der Einwanderung sei nur eine zeitweilige, geeignet sei, Befürchtungen der Juden nach dieser Richtung zu zerstreuen. Er stellte ferner fest, daß des Premiers Macdonald jüngste Erklärung im britischen Unterhaus hinsichtlich der Palästinapolitik der englischen Regierung als Mandatarmacht als ein unzweideutiges Bekenntnis zur Balfour-Deklaration und zur Politik des Jüdischen Nationalheims aufzufassen sei. Der Berichterstatter erklärte, es sei nicht seine Absicht, auf die einzelnen Einwendungen einzugehen, die die britische Delegation zu den Punkten des Mandatsberichtes gemacht habe. Er schlug An alle jüdischen Frauen! A m 14. September Ist Keiclistagswalil! Keine jüdische Frau darf diesen Tag vergessen. Jede muß ihrer Wahlpflicht genügen- Jede muß aber auch wissen, daß ihre Pflichten weiter gehen: als ernste Mahnerin hat sie dafür zu sorgen, daß auch Mann und erwachsene Kinder den Forderungen genügen, die das Vaterland und die jüdische Gemeinschaft an sie stellen. Wir Alle verstehen, was für unser deutsches Vaterland, was für uns Juden auf dem Spiel steht. In solch ernster Stunde darf kein ideelles, kein materielles Opfer zu groß sein. Das müssen wir bedenken, darnach müssen wir handeln. Deutsche jüdische Frauen seid wach und seid bereit! Ortsgruppe München des.) üdisclien Fr anenbimdes Wer am 14. September auswärts sein muß, hat rechtzeitig für Beschaffung eines Wahlscheins zu sorgen.