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Das jüdische Echo · 1930-09-12 · 37 (12.9.1930) · p. Seite 520

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
37 (12.9.1930)
Date
1930-09-12
Page
Seite 520 (sequence 8)
Language
German
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520 Das Jüdische Echo N r. 37 Herr Felix M. Warburg hielt nun die Schlußansprache. Er gab einen Überblick über die während der dreitägigen Session geleistete ernste und gründliche Arbeit im Plenum und in den Kommissionen und dankte den Mitgliedern des Administrative Committee für die Unterstützung, die sie ihm zuteil werden ließen. Er erteilte nun das Wort dem Präsidenten der Jewish Agency Dr. Weizmann, der ausführte, er gebe dem Wunsche aller Ausdruck, wenn er dem Vorsitzenden Herrn Felix M. Warburg für die mit so viel Hingegebenheit und Geschick geleitete Tagung den Dank ausspricht. (Langanhaltender Beifall.) Mit tiefer Genugtuung, fuhr Dr. Weizmann fort, könne er feststellen, daß auf dieser zweiten Tagung des Administrative Committee der Jewish Agency sich keinerlei Kluft zwischen dem zionistischen und dem nichtzionistischen Teil der Agency bemerkbar machte. Die Abstimmungen vollzogen sich nicht nach geschlossenen Fronten, sondern Zionisten und Nichtzionisten stimmten, je nach der persönlichen Überzeugung des Einzelnen, für gewisse Anträge, für die andere Zionisten und Nichtzionisten, wiederum aus persönlicher Überzeugung, nicht eintreten konnten. Dr. Weizmann schloß mit dem Wunsch nach einer vergrößerten Organisation, nach mehr Land, mehr Arbeit und größeren Resultaten. Zur Bildung der Jewish-Agency-Exekutive Berlin, 7. September. (JTA.) Über die Vorgeschichte der Bildung der Exekutive der Jewish Agency, die aus den vier Zionisten Prof. Brodetslky, Rabbi Meir Berlin, Dr. Arthur Ruppin und Colonel Kisch, und aus den vier Nichtzionisten Dr. Bernhard Kahn, Prof. Hexter, Dr. Werner Senator und Julius Simon besteht, berichtet die „Jüdische Rundschau“ u. a.: Das Problem, die nichtzionistischen Mitglieder auf vier zu reduzieren, war kein leichtes. Zur Wahl standen folgende Herren: Sokolow, Brodetsky, Rosenbltit, Kisch, Ruppin, ferner der Vertreter des Misrachi, Rabbi Meir Berlin, und die zwei Vertreter der Arbeiter, Kaplansky und Sprinzak. Wollte man an dem Prinzip der Koalition festhalten, so stand fest, daß ein Misrachiist (Berlin) und ein Linker (Kaplansky oder Sprinzak) bleiben müssen; ferner ist unerläßlich Kisch als politischer Vertreter der Jewish Agency in Palästina; über die Verdienste Sokolows, der heute als ein Altmeister des Zionismus und vom Volke verehrter Führer dasteht, ist kein Wort zu verlieren. Die Verhandlungen mit dem Kolonialamt in London liegen zum großen Teil in den Händen von Brodetsky, der hierzu einen legitimierenden State haben muß; und schließlich Ruppin, der Leiter der Kolonisation, erscheint unentbehrlich, insbesondere zur Lösung der Probleme der nächsten Zeit, die mit dem erwarteten, auf Simpsons Bericht beruhenden konstruktiven Siedlungsprogramm der englischen Regierung Zusammenhängen. Aus diesen sechs galt eis nun, die Wahl zu treffen, und nicht nur den Parteipolitiker, sondern jeder Zionist wird ohne weiteres verstehen, wie schwierig und peinlich, diese Aufgabe gewesen ist. Der Ausweg, der schließlich gefunden wurde, kann niemanden restlos befriedigen. Es gibt für ihn nur die eine Rechtfertigung, die unerbittliche Zwangslage, vor der man stand. Was zunächst Sokolow betrifft, so war es sicherlich ein# richtiges Gefühl, daß diesem Mann ein besonderer' Rang gebührt. Auch ist er einer der Väter der Balfour-Deklaration und eine Figur von internationalem Status, gleichzeitig einer der Väter der Agency. Wenn das Administrativkomitee ihn unter großem Beifall zum Ehren-Vizepräsidenten der Jewish Agency ernannte, so wird ihm ein Platz unmittelbar nach dem Schöpfer eines großen Teiles des heutigen jüdischen Palästinas, nach Baron Edmund Rothschild, zugewiesen. Nach Lage der Dinge stellte es sich herau/s, daß nur der Ausweg übrig blieb, daß entweder Ruppin oder der Vertreter der Arbeiter auf seinen Platz verzichte. Die Arbeiterpartei gab ein Muster der Selbstlosigket, indem beide Arbeitervertreter aus der Exekutive ausschieden, um Ruppin in der Exekutive zu erhalten. Das Ausscheiden Felix Rosenblüths, das nach der Sachlage unvermeidlich war, wird nicht nur von den deutschen Zionisten, denen er entstammt, bedauert werden, sondern von allen Zionisten und Nichtzionisten, die seine Arbeit schätzen lernten. Er erhebt sich nun die Frage, was aus der „zionistischen“ Exekutive werden soll. Denn nach dem zionistischen Statut bleiben alle zwölf Mitglieder, die der Züricher Kongreß gewählt hat, bis zum nächsten Kongreß verantwortlich für die zionistischen Geschäfte. Der nächste Kongreß wird auf Grund der Erfahrungen der zwei Jahre über die Gestaltung der zionistischen Organe und ihr Verhältnis zur Agency zu beraten haben. Die Reihe der Nichtzionisten wurde, da Pinchas Rutenberg nicht weiter in Betracht kam, um Dr. Bernhard Kahn vermehrt. Dr. Kahn, schreibt die „J. R.“, ist den deutschen Zionisten kein Fremder. Wenige jüdische Persönlichkeiten genießen in Europa eine ähnliche Popularität wie er. Er hat sich um die Organisation des konstruktiven Hilfswerks in Osteuropa die größten Verdienste erworben. Seine sachlichen Erfahrungen, seine profunde Kenntnis des jüdischen Lebens, sowie seine besonnene und konziliante Natur lalssen diese Persönlichkeit als bedeutenden Gewinn der Exekutive erscheinen. Neben ihm sind noch zwei der nichtzionistischen Exekutivmitglieder aus der Joint- Bürokratie hervorgegangen: Dr. Hexter und Dr. Senator. Beide sind jüngere Kräfte von großen Fähigkeiten, deren Arbeit man mit Erwartung entgegensieht. Der vierte „Nichtzionist“, Julius Simon, ist eine historische Figur der Zionistenkongresse. Er hat sich in Amerika der Brandeis-Gruppe verbunden. Ob und wann Julius Simon tatsächlich nach Palästina übersiedelt, um dort aktiv an der Leitung teilzunehmen, ist bisher unbekannt; er wird im nächsten Winter zunächst auf einige Monate Palästina besuchen. Die neue Exekutive, schließt die „J. R.“, die dem Präsidenten der Jewish Agency, Dr. Weizmann, nun zur Seite steht, übernimmt eine Fülle von Aufgaben, die arbeitsreichen und ermüdenden Sitzungstage aber haben das Band zwischen allen in der Agency vertretenen Gruppen wieder enger geschlungen und die Vorbereitungen für intensivere Arbeit geschaffen. Die zionistischen Linken und die neue Exekutive der Jewish Agency Erklärung der Mitglieder der Arbeiterparteien im zionistischen Aktionskomitee und im Administrative Committee der Jewish Agency Berlin, 8. September. (JTA.) Die Mitglieder der Arbeiterparteien im Zionistischen Aktionskomitee und im Administrative Committee der Jewish Agency erlassen die folgende Erklärung: Nachdem die Tagung des Administrative Committee der Jewish Agency in Berlin beendet wurde, bei Annahme eines Budgets, für das die Arbeiterfraktion nicht stimmte, und unter Schaffung einer Leitung, an der die Arbeiter nicht beteiligt sind,

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