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Das jüdische Echo · 1930-09-05 · 36 (5.9.1930) · p. Seite 505

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
36 (5.9.1930)
Date
1930-09-05
Page
Seite 505 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 36 Das Jüdische Echo 505 Erwägung ziehen und ein konstruktives Programm empfehlen wird, welches entsprechend dem Geist und dem Buchstaben des Mandates darauf gerichtet sein wird, die Errichtung des Jüdischen Nationalheims zu sichern und zu beschleunigen. Das A.C. erklärt, daß die Zionistische Organisation bereit ist, in vollem Umfange mit der Mandatarmacht bei der Ausarbeitung eines solchen Programms zusammenzuarbeiten. Zu den Beschlüssen der Mandatskommission und ihrer Tagung vom 3. bis 21. Juli 1930 erklärt das A.C. d'aß es in ihnen eine von internationaler Stelle kommende moralische und rechtliche Bestätigung der Notwendigkeit einer aktiven „dynamischen“ Betätigung der Mandatarmacht zur Entwicklung Palästinas erblicke, um entsprechend dem Art. 2 de|s Mandates solche Bedingungen politischer, ökonomischer und' administrativer Natur in Palästina zu schaffen, die die Errichtung des jüdischen nationalen Heimes sichern. Nach Erledigung des Berichtes der Politischen Kommmission brachte Rubaschow die in der Nachtsitzung vom 28. zum 29. August beschlossene Resolution des A.G. in Erinnerung, wonach das A.C. die Erklärungen Sokolows in Anknüpfung an die Aussage Sachers vor der Shaw-Kommiission gemäß den Instruktionen Prof. Weizmanns zur Kenntnis nimmt und Dr. Weizmann auffordert, die Arbeit fortzusetzen. Prof. Weizmann gab hierauf eine Erklärung ab, daß er sich freue, in dem Beschlüsse des A.C. die Möglichkeit für eine Fortführung seiner Arbeit zu sehen. Er forderte alle Teile der Organisation auf. auf ihrem Posten zu verharren, und betonte mit Nachdruck die Dringlichkeit und Notwendigkeit der gegenwärtigen Arbeit, die die unumgängliche Voraussetzung für die zukünftige Entwicklung, einerlei wie man die Endziele formuliert, darstellt. Hierauf wurde um 1.30 Uhr nachts die Tagung des A.C. geschlossen. Beschluß des A.C. betreffend den nächsten Zionistenkongreß Berlin, 29. August. (JTA.) Nach einem Referat von Dr. Mofssinsohn (Palästina) namens der Organisations- und Propaganda-Kommission nahm das zionistische Aktionskomitee den folgenden Beschluß betreffend den nächsten Zionistenkongreß an: Das A.C. nimmt die Erklärung der Exekutive zur Kenntnis, daß vor einer definitiven Stellungnahme zu einem Palästinaprogramm der englischen Regierung, welches vitale Intereslsen unserer Arbeit berührt, eine Tagung des Councils der Jewish Agency erforderlich ist und der zionistische Kongreß einberufen werden muß. Die Exekutive wird ermächtigt, alle von ihr erforderlich gehaltenen Maßnahmen organisationsrechtlicher Art zu treffen, um den Zusammentritt des Kongresses nach Durchführung der Wahlen in kürzester Zeit zu ermöglichen. Zeit und Ort des Kongresses soll gegebenenfalls die Exekutive im Einvernehmen mit dem Präsidium des A.C. bestimmen. Tagung der Jewish Agency Berlin, 29 August. (JTA.) Am Freitag, dem 29. August, 10.30 Uhr, begann im Logenhaus zu Berlin die Tagung des Adminiistrativkomitees der Jewish Agency bei Anwesenheit der Mitglieder des A.C., die als solche den zionistischen Teil des Komitees bilden, und mehrerer führender Juden aus den verschiedenen Ländern, die den nichtzionistischen Teil des Komitees bilden oder als Gäste den Verhandlungen beiwohnen. Felix M. Warburgs Bericht Der Vorsitzende des Administrativkomitees der Jewish Agency, Herr Felix M. Warburg, eröffnete die Tagung mit einer Ansprache und erstattete dann den Bericht des Komitees. Er führte aus: Indem ich die heutige Tagung des Administrativkomitees eröffne, tut es mir leid, ein gewisseis Gefühl der Enttäuschung nicht verhehlen zu können. Als wir unsere Londoner Tagung im März dieses Jahres abschlossen, kamen wir überein, im. Herbst wieder zusammenzutreten, um die Budgetbedürfnisse der Agency für unser Programm im nächsten Jahr zu prüfen. Trotz des Berichtes der Shaw-Kommission gingen wir mit gewissen Hoffnungen auseinander gestützt auf die herzlichen Versicherungen der britischen Regierung, daß die Bestimmungen des Mandats und der Balfour- Deklaration aufrecht erhalten werden würden und gestärkt durch die freundschaftlichen Erklärungen von Stanley Baldwin und Lloyd George. Leider haben sich diese Hoffnungen nicht verwirklicht. Der plötzliche und unerklärliche Schritt der Regierung, durch den etwa 2300 Einwanderungszertifikate, welche von dem Oberkommissar für Palästina erst nach gründlicher Untersuchung der wirtschaftlichen Verhältnisse und der Lage des Arbeitsmarktes genehmigt worden waren, provisorisch außer Kraft gelsetzt wurden, hat uns tief erregt und erschüttert. Herr Dr. Weizmann und seine Mitarbeiter setzten sich gleich mit der Exekutive, mit dem Vorsitzenden des Administrativkomitees und mit den Mitgliedern des Political Comittee der Agency in Verbindung. In der ganzen Welt fand die Empörung der jüdischen Bevölkerung in Versammlungen, Protestkundgebungen und Resolutionen Ausdruck. Trotz dieser (schweren Schläge haben der Keren Hajessod und die verschiedenen Geldsammelkomitees sich auf das äußerste angestrengt, um die von ihren Ländern erwarteten Geldbeträge aufzubringen. Wie uns mitgeteilt wird, gingen beim Keren Hajessod während der zehn Monate von Okober 1929 bis August 1930 über 198 000 Pfund ein, ausschließlich von ungefähr 120 000 Pfund auis den Mitteln des Allied Jewish Campaign in den Vereinigten Staaten und' ausschließlich der Überweisungen, die von der Hadassah direkt für ihre medizinischen Zwecke gemacht worden sind. Darüber hinaus wurden 115 000 Pfund dem Keren Hajessod als Darlehen zur Verfügung gestellt. Mit verschiedenen anderen Eingängen zusammen ergibt das eine Gesamtbruttoeinnahme von ungefähr 433 000 Pfund. In den Vereinigten Staaten wurde es für wünschenswert gehalten, dem United Palestine Appeal Gelegenheit zu geben, seine ausstehenden Spenden einzubeziehen, so daß der Allied Jewish Campaign, der das Geldsammelorgan sowohl für die Bedürfnisse der Jewish Agency for Palestine als auch des Joint Distribution Commitee ist, die Eintreibung der Gelder erst vom Beginn des Kalenderjahres 1930 an übernommen hatte. Es ist bedauerlich, daß in den Vereinigten Staaten eine Reihe von Hindernissen sich einer raschen Einleitung der Geldsammlungen in den Weg stellten. Es kann nicht unterlassen werden, hervorzuheben, daß viel von dem allgemeinen Vertrauen zerstört worden ist durch die wenig günstige Haltung, die die britische Regierung unlserer Arbeit gegenüber einzunehmen scheint.

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