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Das jüdische Echo · 1930-08-29 · 35 (29.8.1930) · p. Seite 489

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
35 (29.8.1930)
Date
1930-08-29
Page
Seite 489 (sequence 8)
Language
German
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Nr. 35 Das Jüdische Echo 489 .und ferner die erforderlichen Beträge für die Konsolidierung der alten Kolonien einer Sonderbehandlung zu unterziehen. Aber auch dann ist das Budget von 400 000 Pfund vollständig ungenügend und es wird Aufgabe des Aktionskomitees und des Administrative Committee sein, Wege zu einer Vergrößerung der Einnahmen zu suchen und außerdem organisatorische Reformen zur Entlastung des Budgets ernsthaft zu erwägen. Hierauf folgte eine allgemeine Aussprache über .die Referate. Weizmann in der Aktionskomiteesitzung Berlin, 26. August. (JTA.) In der Sitzung des .Zionistischen Aktionskomitees am 25. August, 4.30 .Uhr nachmittags, erschien der Präsident der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency, Dr. Chaim Weizmann, zum erstenmal in dieser Session, .vor den Mitgliedern des Aktionskomitees, um einen .Überblick über die gegenwärtige politische Lage des Zionismus zu geben. Präsident Weizmann erklärt einleitend, daß er (erst am heutigen Tage um 10 Uhr vormittags Kenntnis von dem Bericht der Mandatskommission an üden Völkerbund und von der englischen Antwort „auf diesen Bericht erhalten habe. Nunmehr sei er in der Lage, zu diesen wichtigen Dokumenten Stellung zu nehmen. Er schilderte dann kurz die Geschichte der letzten Ereignisse von den Massakres;im August 1929, die Vorgeschichte der Shaw- Kommission und ihres Berichtes, der Entsendung Sir John Hope Simpsons, der Suspendierung der Arbeiter-Alijah, des Weißbuches an die Außerordentliche Session der Mandatskommission bis zum vorliegender) Bericht der Mandatskommission und der englischen Antwort. Präsident Weizmann hebt aus dem Bericht der Mandatskommission die Stelle heraus, in der zum Ausdruck gebracht wird, daß die Macht jeder Mandatsregierung in dem Mandatslande proportionell dem Vertrauen, ist, das die Mandatsregierung selbst in ihre Aufgabe setzt. Was die Antwort der Regierung an die Mandatskommission anbetrifft, so könne Dr. Weizmann diese Antwort nicht resümieren. Im allgemeinen scheint die englische Regierung der Mandatskommission entgegenzuhalten, daß diese zehn Jahre lang keine kritischen Bemerkungen an die Handlungen der Mandatsregierung geknüpft habe. Am wesentlichsten erscheint Dr. Weizmann die Ankündigung der englischen Regierung, daß sie ein Konstruktives Programm bei der Erfüllung ihrer Aufgabe in Angriff nehmen werde. Wir erwarten, daß dieses konstruktive Programm die uns im Mandat versprochenen Grundlagen für unsere Aufbauarbeit geben wird. Wir erwarten, daß in, Fragen des Bodens und der Staatsländereien, sowie in den Fragen der Einwanderung und in der Frage der Zusammenarbeit mit der Jewish Agency gemäß den internationalen Verpflichtungen aus dem Mandat vorgegangen werden wird. Jedes andere Programm wäre für uns unakzeptabel. Wenn die Regierung auf dem Standpunkt steht, daß sie bloß die Vorbedingungen für die Errichtung des Jewish National Home zu schaffen habe, während uns die Aufgabe obliegt, das Jewish National Home zu bauen, so akzeptieren wir diesen Grundsatz, erwarten jedoch, daß die Vorbedingungen für unsere Arbeit gemäß den Bestimmungen des Mandates und der Balfour-Deklaration geschaffen werden. Niemand machte uns in den lebhaften Erörterungen des letzten Jahres den Vorwuf, daß wir nicht unsere Aufgabe erfüllt haben, die sich ruhig neben den Leistungen großer Nationen auf dem Gebiete der Kolonisation sehen lassen kann. Wir sind bereit, in Zukunft mit der Regierung vertrauensvoll mitzuarbeiten, wenn diese Mitarbeit uns in einer Weise ermöglicht wird, die den bestehenden Rechtsgrundsätzen, den Notwendigkeiten des Aufbaus und der Würde unserer Sache entspricht. Dr. Victor Jocobson erläutert an Hand des Protokolls der Verhandlungen der Mandatskommission, des Berichtes der Mandatskommission und der Antwort der englischen Regierung die wichtigsten Stellen aus diesen Dokumenten. Er weist besonders darauf hin, daß die Mandatskommission die Folgerungen des Shaw-Berichts nicht akzeptiert und in den Verhandlungen der britischen Regierung mit jenen Kreisen der Araber, die das international verbindliche Mandat ablehnen, in ihnen unberechtigte Hoffnung erregt hat. Ferner hebt er die Konklusionen des Mandatsberichtes hervor, in denen zum Ausdruck kommt, daß die gleichzeitige Durchfürung beider Teile der Mandatsverpflichtungen durchaus möglich sei und zum Wohle der Gesamtbevölkerung Palästinas beitragen werde, wenn die Regierung in ihrer Politik konstruktiv Vorgehen wird. Hierauf wird die Sitzung geschlossen. Die Kommissionen treten sofort zu Beratungen zusammen. Der Palästinabericht der Mandats« kommission und die Erwiderung der englischen Regierung Genf, 25. August. (JTA.) Das Völkerbundssekretariat hat heute, Montag, den 25. August, den Palästinabericht der Mandatskommission und die Erwiderung der englischen Regierung auf diesen Bericht der Presse zur Veröffentlichung übergeben. Der Bericht der Mandatskommission enthält in der Einleitung eine kurze Vorgeschichte der Einberufung der außerordentlichen Palästina-Session, es folgt eine Aufzählung der dem Bericht zugrunde gelegten Dokumente, wobei erklärt wird, daß die Mandatskommission sich hauptsächlich auf die Informationen seitens der britischen Regierung stützte und daher nur diejenigen Konklusionen des Shaw-Berichtes berücksichtigte, die die britische Regierung akzeptiert hat. Von den anderen Informationen hat die Kommission besonderen Wert auf das Memorandum der Jewish Agency gelegt, weil es von einer vom Mandate anerkannten Körperschaft stammt. Es wird daran erinnert, daß die Kommission die Protokolle der Shaw-Kommission bis heute nicht erhalten hat. Der Bericht ist in drei Abschnitte eingeteilt. Der erste Abschnitt behandelt die Ereignisse vom August 1929, ihre Ursachen und die Haltung der Palästinaadministration. Die Unruhen sind nicht spontan ausgebrochen, es gingen ihnen Streitigkeiten voraus, deren Zentrum die Klagemauer war. Die Kommission übt Kritik an den Konklusionen der Shaw-Kommission hinsichtlich des Charakters der Unruhen und weist auf Widersprüche in verschiedenen Stellen des Berichtes sowie auf solche zwischen dem Bericht und den Konklusionen hin, in denen die Unruhen als unvorbedachte charakterisiert werden. Es wird bezweifelt, ob das nachsichtige Urteil der Shaw-Kommission über die Haltung der arabischen Führer berechtigt ist. Auch wird die Konklusion, wonach die Unruhen nicht gegen die britische Regierung gerichtet gewesen sei, beanstandet und ausgeführt, die Angriffe seien wohl gegen die Juden gerichtet gewesen, allein die Quelle der Unzufriedenheit liegt in der Gegnerschaft gegen die politische Ordnung, für welche die Araber in erster Linie die britische Regierung verantwortlich machen. Die Shaw-Kommission suchte

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