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Das jüdische Echo · 1930-08-29 · 35 (29.8.1930) · p. Seite 488

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
35 (29.8.1930)
Date
1930-08-29
Page
Seite 488 (sequence 4)
Language
German
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488 Das .Jüdische Echo Nr. 35r sind 300 000 Pfund für Landwirtschaft bestimmt, um endlich die Konsolidierung der Siedlungen durchzuführen. Die Exekutive hat es nicht als ihre Aufgabe betrachtet, sich über die Einnahmemöglichkeiten Rechenschaft zu geben. Das ist Sache des Aktionskomitees bzw. des Administrative Committee der Jewish Agency. Nach Klärung der Fragen, weiche Einnahmen man für möglich hält, wird, dann das Aktionskomitee die endgültige Festsetzung vornehmen müssen. Es ist aber notwendig,, sich klar zu machen, daß ohne dieses von der Palästinaexekutive beanspruchte Budget keine Fort .schritte erzielt werden können. Hantkes Keren-Haiessod-Bericht 'Namens-des Keren Hajessod erstattete Dr. Arthur Hantke ^Bericht. Drei Momente haben die Sammlungen urrd Eingänge des Keren Hajessod im vergangenen Jahre beeinflußt: der Emergency-Fund, die zionistisch-politische Lage und die über die .ganze Welt sich ausdehnende Wirtschaftskrise. Trotzdem sind die Ergebnisse der Sammlungea für den Keren Hajessod, soweit alle Länder, mit Ausnahme der Vereinigten Staaten, in Betracht kommen, keineswegs stark hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Insgesamt sind aus den außeramei ikanischen Ländern etwa 240 000 Pfund für den Keren Hajessod aufgebracht worden, ungeachtet der großen Summen, welche aus einzelnen Ländern an .den Emergency-Fund geflossen sind. Es hat sich gezeigt, daß in allen Ländern mit starkem jüdischen Leben und mit einer tätigen Zionistischen Organisation die Opferbereitschaft der jüdischen Massen trotz der behindernden drei Momente: Emergency-Fund, politische Lage und Wirtschaftkrise sich bewährt hat. Einige Länder, in denen die allgemeine Wirtschaftskrise am stärksten herrschte, wie z. B. Polen, Bessarabien, haben ihre Einnahmen gesteigert. In Amerika hat sich die Allied Campaign nicht bewährt. Es ist zu erwägen, ob in der Zukunft die Sammeltätigkeit für den Keren Hajessod nicht auf anderg Grundlagen gestellt werden soll. Eine genaue Darstellung der Situation der zionistischen Sammlungen in Amerika ist den Berichten der amerikanischen Vertreter Vorbehalten. Dem nächsten Jahre blickt das Direktorium des Keren Hajessod ohne Pessimismus entgegen. Die wichtigsten Monate für die Keren- Hajessod-Arbeit werden die Monate Oktober, November und Dezember dieses Jahres sein. Alle diejenigen, die in der Keren-Hajessod-Arbeit dauernd tätig sind, wissen, daß man durch Anstrengung auch im nächsten Jahre befriedigende Ergebnisse erzielen kann. Es sind viele Vorschläge bezüglich der Neuorganisierung der zionistischen Sammlungen in der Presse und in einzelnen Organisationen gemacht worden. Der Keren Hajessod hat jetzt zehn Jahre seiner Tätigkeit hinter sich. Die bisherigen Ergebnisse berechtigen ihn, mit Vertrauen in das nächste Jahrzehnt der Arbeit einzutreten. Die einzelnen Reformvorschläge mögen diskutiert werden, aber es hat sich noch immer gezeigt, daß in allen Zeiten, besonders in Zeiten der Krise, die öffentlichen Mittel die sicherste Grundlage für die Arbeit darstellen. Ussischkin über die Leistung des Keren Kajemeth M. M. Ussischkin gibt einen kurzen Bericht über den Keren Kajemeth, in dem er an seine vor einigen Monaten in London auf der Aktionskomitees- Sitzung gemachten Ausführungen anknüpfte. Die Eingänge für den Keren Kajemeth haben in den neun Monaten seit dem Züricher Kongreß bis Januar 1930 eine Steigerung um 25 Prozent erfahren, wobei zu bemerken ist, daß in den ersten sieben Monaten diese Steigerung 35 Prozent, betrug und und in den folgenden zwei Monaten nur 5 Prozent ausmachte. Ob in diesem Sinken der Steigerung sich eine dauernde Tendenz ausdrückt, kann vorläufig nicht beurteilt werden. Wenn man die Leistungen des Keren Kajemeth im letzten Jahre charakterisieren will, so wären diese als zufriedenstellend zu bezeichnen, wenn es sich um ein normales Jahr gehandelt hätte. Sowohl hinsichtlich der Bodenkäufe, wie auch der Amelioration, der Wasserbohrungen und der Pflanzungsanlagen sind die Leistungen durchaus zufriedenstellend. Bedenkt man aber, wie groß und wie vielfältig die uns obliegenden Aufgaben und auch gegenwärtigen Möglichkeiten sind, so kann man sich mit dem; Geleisteten doch nicht begnügen. Ussischkin teilt am Schluß seiner Ausführungen mit, daß er sich am 3. Oktober nach Amerika begibt, um dort eine große Aktion für den Keren Kajemeth mit dem Ziel, der Aufbringung von 5 000 000 Dollar einzuleiten. Bei den Sammlungen des letzten Jahres stand. Erez Jsrael hinsichtlich der Steigerung an erster Stelle. Erfreulich sind auch die Ergebnisse in Südafrika, Tschechoslowakei, Jugoslavien, Bessarabiea und Kongreßpolen. Auch Deutschland weist eine gewisse Steigerung auf. Sogar die Ergebnisse in Amerika müssen in Anbetracht der Tatsache, daß sie in diesem Jahre durch den Keren Kajemeth selbst aufgebracht wurden, als ein guter Anfang; bezeichnet werden. Die Aktion zur Eintragung Lord Balfours in das Goldene Buch hat in Erez Israel einen außerordentlichen Erfolg (über 100 Eintragungen), gehabt. In den übrigen Ländern ist die Aktion ein wenig zum Stillstand gekommen, soll jedoch in den nächsten Monaten wieder aufgenommen werden, was um so mehr zu wünschen ist, als das Britische Museum seine Bereitwilligkeit erklärt hat, das Goldene Buch mit den Eintragungen für Lord Balfour in dauernde; Verwahrung zu nehmen. Dr. Senator über das Budget In der Nachmiittagssitzung vom 24. August referierte Dr. Senator über das Budget. Er schildert zunächst die Zustände im vergangenen Jahr. Von den budgetierten 750 000 Pfund sollten in Amerika 450 000, in Europa 300 000 aufgebracht werden. Tatsächlich sind in Europa etwa 225 000 Pfund aufgebracht worden, in Amerika waren durch Spenden von Herrn Warburg, durch die Hadassah sowie durch gewisse Anleiheoperationen und aus dem Drive insgesamt 210 000 Pfund auf die Quote von 450 000 Pfund eingegangen. Wenn hierzu noch 22 000 Pfund des Emergency-Fund gerechnet werden, ergibt sich 232 000 Pfund zugunsten der amerikanischen Quote, wovon jedoch 145 000 Pfund geliehene Gelder sind. Auf diese Weise entstand ein Defizit von rund 300 000 Pfund. Dies konnte nur dadurch gedeckt werden, daß die Exekutive das Budget um 120 000 Pfund gekürzt hat, hauptsächlich auf Kosten des landwirtschaftlichen Budgets, ferner wurde die Bezahlung alter Schulden verschoben. Ein Betrag von 60 000 Pfund ist jedoch bis Ende des Finanzjahres noch unbedingt erforderlich. Die wichtigste Tatsache ist hierbei, daß die Exekutive ihre produktiv-wirtschaftliche Arbeit überhaupt nicht durchführen konnte. Bei Erörterung der Aussichten für das nächste Jahr auf Grund der gegenwärtigen Erfahrungen kommt Redner zu der Ansicht, daß man mit ungefähr 400 000 Pfund rechnen könne. Über das Ausgabenbudget von 850 000 Pfund ist sich die Exekutive einig, die Frage der Deckung ist aber ungeklärt. Es wird versucht, einen Betrag von 210 000 Pfund, der in dem Ausgabenbudget für Schuldentilgung eingesetzt ist

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