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Das jüdische Echo · 1930-08-15 · 33 (15.8.1930) · p. Seite 462

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
33 (15.8.1930)
Date
1930-08-15
Page
Seite 462 (sequence 6)
Language
German
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462 Das jüdische Echo Nr. 33 Jüdische Tagungen in Berlin ln den Monaten August und September werden in Berlin wichtige jüdische Tagungen stattfinden. Pas Aktionskomitee der Zionistischen Weltorganisation. das Administrativkomitee der Jewish Agency, die Weltkonferenz der Schomre-Schabbos-Bewegung und der Kongreß für das arbeitende Palästina werden Gäste des Berliner Judentums sein. Die Tatsache, daß Berlin in den Mittelpunkt des allweltlichen jüdischen Interesses gerückt wird, ist wohl auf zwei Umstände zurückzuführen. Deutschland liegt am Schnittpunkt von Ost- und Westjudentum und wegen dieser zentralen Lage ist es von vorneherein., besonders in seiner Hauptstadt, vorzüglich geeignet, ein Treffplatz jüdischer Verticter aus den Ländern östlicher Massensiedllung und des Weltvestei.s zu sein. Ein zweiter Umstand eher ist vielleicht noch wichtiger als der erste geographische Grund. Die Berliner Jüdische Gemeinde ist gegenwärtig eine der größten jüdischen Gerne nden der Welt, und zwar nicht nur der Zahl nach, sondern auch hinsichtlich der von ihr im Interesse der jüdischen Gemeinschaft vollbrachten Leistungen. Es gab vor ungefähr hundert Jahren eine Zeit, in der das deutsche Judentum in der jüdischen Welt maßgebend gewesen ist. Diese führende Roliie hat es dann durch die historische Entwicklung allmählich verloren. Die siegreiche Assi- .milation innerhalb des deutschen Judentums gestaltete die politischen Grenzen Deutschlands auch zu Grenzen zwischen deutschen Juden und den Juden der übrigen Welt. In den letzten Jahrzehnten, besonders in den Jahren nach dem Krieg, ist innerhalb der deutschen Judenheit eine tiefgreifende Wandlung vor sich gegangen. In immer stärkerem Maße nahm und nimmt ein großer Teil der deutschen Juden an allen Interessen und Aufgaben der Judenheit in der ganzen Welt lebhaften Anteil, und aus dem deutschen Judentum heraus sind für die vielfältigen jüdischen Tätigkeitsgebiete bedeutende Wortführer und tätige Mitarbeiter erwachsen. Wenn man sich daran erinnert., daß noch im Jahre 1897 eine deutsch-jüdische Gemeinde es abgelehnt hat, irgendwie mit dem ersten Zionistenkongreß in Verbindung gebracht zu werden und daß damals Theodor Herzl gezwungen war, die Gastfreundschaft der schweizerischen Stadt Basel in Anspruch zu nehmen, so wird die eingetretene Wandlung recht sinnfällig. Trotzdem Deutschland geographisch sehr günstig liegt., würden auch heute jüdische Weltorganisationen es wahrscheinlich vorziehen, in anderen Ländern ihre Tagungen zu Veranstaltern wenn der Geist der deutschen Juden heute noch derselbe wäre, wie vor drei Jahrzehnten. Da aber in der ganzen jüdischen Welt das Bewußtsein vorherrscht, daß jede jüdische Aktion gegenwärtig bei den offiziellen Repräsentanten der Berliner Judenheit Sympathie und1 Unterstützung finden wird, so ist es natürlich, daß die Tagungen großer jüdischer Weltorganisationen nach Berlin einberufen werden. Über die Bedeutung der angekündigten Konferenzen und über die Verhandlungen dieser Zusammenkünfte soll noch zur geeigneten Zeit ausführlich gesprochen werden. Heute genüge die Feststellung, daß das jüdische Berlin mit Genugtuung sich als den Gastgeber der zahlreichen jüdischen Vertreter aus der ganzen Welt empfindet und daß es alles tun wird, um seinerseits zu einem Gelingen dieser Tagungen beizutragen. Die Berliner Jüdische Gemeinde, die in Berlin vorhandenen Lakaiorganisationen der zusammentretenden Weltverbände und nicht zuletzt die in Berlin lebenden Vertreter der großen jüdischen Presse der ganzen Welt sind sich bewußt, daß auf ihnen eine ehrenvolle Verpflichtung lastet, mit allen Kräften den hier erwarteten Konferenzteilnehmern sich zur Verfügung zu stellen. Aber auch über Berlin hinaus muß die gesamte deutsche Judenheit es mit Befriedigung aufnehmen,, daß die Blicke der Juden in der ganzen Welt wieder einmal auf dem deutschen Judentum ruhen. Diese Tatsache verpflichtet und wir sind überzeugt, daß trotz aller inneren Gegensätze innerhalb des deutschen Judentums, trotz aller Meinungskämpfe und trotz der erschwerten Situation, in der sich das deutsche Judentum befindet, dieses in einem ehrenvollen Wettbewerb sich dauernd bemühen wird, wieder wie vor hundert Jahren eine führende Rodle im Weltjudentum zu eroberen. Die Tagesordnung des Aktionskomitees London. 6. August. (JTA.) Die provisorische Tagesordnung für die am 24. August in Berlin beginnende Session des Zionistischen Aktionskomitees ist soeben veröffentlicht worden. Der Präsident der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency, Dr. Chaäm Weizmann, wird die Aktionskomiteetagung mit einem Bericht über die politische Lage eröffnen, ein Palästinabericht von Dr. Arthur Ruppin wird folgen. Ein Mitglied der Palästina-Exekutive wird über Budget und Wirtschaftsangelegenheiten referieren. Herr M. M. Ussischkin wird über den Jüdischen Nationalfonds, Herr Dr. Arthur Hantke über die Arbeit des Keren Hajessod berichten. Das Aktionskomitee wird in seiner Berliner Tagung Zeit und Ort des 17. Zionistenkongresses festzusetzen haben. Das Tagungsprogramm des Administrativkomitees London, 6. August. (JTA.) Die Tagesordnung der vom 29. August bis 3. September in Berlin stattfindenden Sitzung des Administrativkomitees der Jewish Agency ist soeben veröffentlicht worden. Der Präsident des Administrativkomitees, Herr Felix M. Warburg, wird die Tagung am Freitag, dem 29. August, 10 Uhr vormittags, eröffnen. Eine Ansprache des Präsidenten der Jewish Agency Dr. Chaim Weizmann, und ein Palästinabericht von Dr. Arthur Ruppin werden folgen. Das Administrativkomitee wird sodann Sonderkommissionen einsetzen, die die in den Berichten der Herren Felix M. Warburg,, Dr. Chaim Weizmann und Dr. Arthur Ruppin enthaltenen Vorschläge zu erwägen haben werden. Die zweite Sitzung wird der Aussprache über die Berichte der Führer gewidmet sein. Es werden dann Kommissionen für Politik, Budget, Finanzen, Wirtschaft und Organisation gewählt werden. In der dritten Sitzung, am Sonntag,, dem 31. August, morgens, werden Herr M. M. Ussischkin, der Leiter des Jüdischen Nationalfonds, über die Bodenfrage, Herr Direktor Oskar Wassermann über den Keren Hajessod und Herr Dr. Werner Senator über Budget referieren. Diesen Referaten wifd sich eine allgemeine Aussprache anschäießen. Der Nachmittag des Sonntags wird den Sitzungen der Kommissionen gewidmet sein. Ein Bericht des Komitees für politische Angelegenheiten mit Aussprache und Fassung von Resolutionen werden folgen. Die Organisationskommission wird ihren Bericht am Dienstagmorgen der Versammlung unterbreiten, dem Bericht werden sich eine Aussprache und Fassung von Resolutionen anschließen. In der Schlußsitzung, am Dienstagnachmittag, werden die

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