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Das jüdische Echo · 1930-08-08 · 32 (8.8.1930) · p. Seite 453

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
32 (8.8.1930)
Date
1930-08-08
Page
Seite 453 (sequence 16)
Language
German
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Nr. 32 Das Jüdische Echo 453 derlen Moslems betrug 8, die der ausgewanderten Moslems 27. 30 Einwanderungsbewerbern wurde die Einreiseerlaubnis verweigert. Es ist dies bisher die größte Zahl der in einem einzigen Monat Zuriickgewiesenen. Halenarbeiten in Haifa J e r u s a 1 e m , 22. Juli 1930. (Ziko) Es wird offiziell milgeteilt, daß die. Hafenarbeiten stetig forlschreilen. Der Bau des Hauptwellenbrechers und anderer, ähnlicher Arbeiten wird mit besonders großem Interesse verfolgt. Der Hauptwellenbrecher ist jetzt bis zu einem Punkte gediehen, der 550 Meter vom Land entfernt ist. Beinahe 100 000 Kubikmeter Steine sind aufgeschüttet worden. An der Spitze des Wellenbrechers, wo der große Kran arbeitet, ist das Wasser bis zu 7 Meter lief. Durch den Bau des Wellenbrechers ist schon eine bedeutende Eläche eines ruhigen Wasserspiegels entstanden. Im Laufe der letzten drei Monate hat der Geroel- Englische Offiziere Von W. Jabotinsky (Schluß) Auf dem Ölberge, von wo aus die „OETA“ (Occupied Enemy Territory Administration) die Verwaltung leitete, hatte man aufgehörl, sich Zwang aufzuerlegen. Chef-Administrator war im Jahre 1919 General Money, aber der eigentliche Chef hieß Vavian Gabriel. Er trug die Uniform eine Colonels, stand an der Spitze der Finanzableilung und dirigierte alle Räder der Regierungsmaschine. Ich muß ihn ohne Zögern als Judenfeind bezeichnen, überdies war er in der ganzen Verwaltung vielleicht der einzige Mann, der wirklich Talent hatte. Er war klug wie ein kluger Jude, gebildet und gründlich, ein vollkommener Kenner der ökonomischen und politischen Lage Palästinas. Er kannte auch den Zionismus, wenigstens seine schwachen Seiten, kannte die Schwächen unserer Landwirtschaft, die Spaltung zwischen dem neuen Jischuw und der hundertprozentigen Orthodoxie, die Fehler der Finanzwirlschaft des Waad Hazirim. Ganz offen deklarierte er sich als Gegner des Zionismus, ganz offen stellte er sich ihm auf Schritt und Tritt in den Weg. All seine Heldentaten aufzuzählen lohnt sich wohl nicht, aber sie zeichneten sich durch einen merkwürdigen Reichtum an Erfindungsgabe aus. Hieb folgte auf Hieb; heule ein Befehl, daß alle Papiere im Zollamt entweder in englischer oder in arabischer Sprache ausgefüllt werden müßten — „andere“ Sprachen seien nicht zulässig. Morgen geht ein gedruckter Bericht an die Londoner Regierung, der statistisch nachweist, Palästina lebe nur von der Landwirtschaft, und die Juden spielten in der Landwirtschaft keine Rolle. Übermorgen ein offizielles Projekt, dreißiglausend maltesische Einwanderer auf Staatsländereien anzusiedeln. General Money hörte ihm zu, wie ein Schüler seinem Lehrer. Es war auch auf Gabriels Einfluß zurückzuführen, daß Money sich eine öffentliche antizionistische Demonstration erlaubte. Bis zu seiner Zeit galt unsere „Hatikwah“ als eine der offiziellen Nationalhymnen, die stehend angehört werden mußten. General Windham, der Oberkommissär Ägyptens, hatte während des Aufmarsches der Legion in Kairo von „Od lo awdah“ bis „Schimu achai“ die Hand am Kappenschild gehalten, nebenbei gesagt, eine recht lange Zeit! Auch Allenby hatte sich anläßlich der Grundsteinlegung für die Universität bei der „Hatikwah“ erhoben. General Money aber blieb sitzen: das geschah bei einer jüdischen Festlichkeit, deich und die Aufschüttung an der Küslenlinie westlich der deutschen Mole große Fortschritte gemacht. Die Eisenbahn oder Landlinie, die speziell für die Hafenarbeiten gebaut wird, ist nun auf der andern Seite der deutschen Mole angelangt. Sie soll sich .der Küslenlinie entlang bis zur bestehenden Eisenbahnmole erstrecken, ein Ziel, das man in zwei bis drei Monaten zu erreichen hofft. ln den Sleinbrüchen in der Nähe von Athlit wird forsch gearbeitet. Die Tagesproduktion beträgt beinahe 2000 Tonnen Steine. Übersetzung der Mischna ins Englische Wie verlautet, beendet: demnächst Herr Dr. Danby, protestantischer Geistlicher und Vertreter der Londoner „Times“ in Palästina, die Übersetzung der Mischna ins Englische. Er befaßt sich mit dieser Arbeit bereits seit einigen Jahren. Bekanntlich hat Herr Dr. Danby auch das Buch von Professor Klausner über Jesus aus dem Hebräischen ins Englische übersetzt. (Ziko) in einer jüdischen Institution, in Anwesenheit fremder Konsuln und arabischer Notabein. Selbst neueingeteilte Beamte, die uns aus Ägypten geschickt wurden, waren bereits vom Antisemitismus angesteckt. Ich erinnere mich an einen — es war der neuangekommene Gouverneur von Jaffa. Er traf am Abend ein, berief einen jüdischen Sekretär zu sich und erklärte, er werde am nächsten Morgen eine Begrüßungsdepulation von jüdischen Bürgern empfangen und an sie eine arabische Ansprache richten. Er sei kein Antisemit, sagte er, und hege die größten Sympathien für jene Juden, die im Lande geboren seien und spaniolisch oder arabisch sprächen; aber die anderen, die eingewanderten, hätten im Lande überhaupt nichts zu suchen. Der Sekretär erstattete dem Waad Hazirim Bericht, und wir telephonierten dem General Money, daß es einen Skandal geben werde; die Deputation werde einfach während seiner arabischen Ansprache den Saal verlassen. Sogar Monev erschien dies zu bunt, und es wurde dem Gouverneur der Auftrag erteilt, englisch zu sprechen und überhaupt keine überflüssigen Worte zu machen. Er konnte sich jedoch nicht beherrschen. Einen Monat darauf sagte er in einem Klub in Gegenwart vieler englischer und zweier französischer Offiziere: „Wenn man hier über die Juden herfallen wird, werde ich mein Fenster öffnen und zuschauen; den Truppen werde ich den Befehl erteilen, sieh nicht einzumengen.“ Die beiden französischen Offiziere waren Juden: Dr. Segal und Adjutant Saphir. Sie haben dies dem Waad Hazirim berichtet. So klug auch Gabriel war, eine Sache hatte er nicht begriffen: daß die Juden bloß in Palästina schwach, anderswo hingegen stark sind — stärker zum Beispiel als eine Gruppe Offiziere auf dem Ölberg. Zu Ende des Jahres 1919 verschwanden sowohl Gabriel als auch General Money. In Palästina erzählte man sich, dies hätte Mr. Brandeis erwirkt, der nach einem Besuch in Palästina nach London gegangen sei und sich über die Lage bitter beschwert bähe. Ob dies der Wahrheit entspricht, weiß ich nicht. Gabriel verließ den Ölberg nur ungern und noch lange Zeit danach trug er sich mit dem Kolonisationsprojekt für die Malteser. Das Projekt erlitt Schiffbruch und nun sucht er Trost in antizionistischen Artikeln in Londoner Zeitungen. Denselben Trost findet jetzt auch Mr. Philby. Elr hat Kummer, der ihn Trost zu suchen zwingt. Sein Lebenstraum war fast in Erfüllung gegangen, man III II. III i Ulli!! I IIIiii ' | Feuilleton 11| 1 i i J.II1I II IUI ■

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