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Das jüdische Echo · 1930-08-08 · 32 (8.8.1930) · p. Seite 451

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
32 (8.8.1930)
Date
1930-08-08
Page
Seite 451 (sequence 14)
Language
German
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Nr. 32 Das Jüdische Echo 451 Vor Veröffentlichung des Palästinabeiichtes der Mandatskommission Genf, 3. August. (JTA.) Wie der JTA-Vertreter erfährt, hat die britische Regierung dem Generalsekretariat des Völkerbundes mitgeteilt, daß sie ihre Bemerkungen (observations) zu den Schlußfolgerungen der Mandatskommission hinsichtlich Palästina nicht früher als am 6. August wird zur Verfügung stellen können. Der Bericht der Mandatskommission wird gleichzeitig mit den Bemerkungen4 der Mandatarmacht zur Veröffentlichung gelangen. Der Völkerbundsrat wird diesen Bericht in seiner Septembersession in Behandlung ziehen. Traurige Lage der Juden in Marokko Paris, 4. August. (JTA.) Die über alle Maßen traurige Lage der Juden in Marokko beginnt nun die französische Judenheit zu beschäftigen. Die Juden in Marokko sind rechtlos; es ist ihnen nicht nicht erlaubt, die französische oder die marokkanische Staatsbürgerschaft anzunehmen. Sie stehen unter dem „Schutz“ des Sultans von Marokko, was nur bedeutet, daß sie einer mittelalterlichen moslemitischen Jurisdiktion unterworfen sind. Jeder kleine Ortsrichter verhängt Geißelstrafen über Juden. Der soeben von einer Reise nach Marokko zurückgekehrte Präsident der französischen Liga für Menschenrechte, Prof. Victor Basch, erklärte, der kulturelle Standard der marokkanischen Juden sei ungewöhnlich niedrig, Schulen und noch einmal Schulen seien notwendig. Frankreich könne sich aus politischen Gründen da nicht einmischen, es könne den Sultan seiner Vorrechte nicht berauben und auch nicht die Vorrechte seiner Notabein, die das Volk unterdrücken und die Juden malträtieren, aus der Welt schaffen. Julian Mack und Sfephen Wise kommen zur Berliner Jewish-Agency-Tagung Neuyork, 1. August. (JTA.) Richter Julian Mack und Dr. Stephen S. Wise sind als außerordentliche Vertreter der amerikanischen Zionisten zur Tagung des Zionistischen Aktionskomitees und des Administrativkomitees der Jewish Agency in Berlin delegiert worden. Mack, der frühere Führer des amerikanischen Zionismus, hat vor neun Jahren zusammen mit der Brandeis-Gruppe die Zionistische Vereinigung in Amerika verlassen und nimmt an ihren Arbeiten erst wieder seit der in der Konvention in Cleveland erzielten Einigung als Ehrenpräsident der Organisation teil. Weder Mack, der zu jener Zeit der Organisation nicht angehörte, noch Wise, der in Opposition zur Agency stand, sind vom Züricher Kongreß als Mitglieder des Administrativkomitees gewählt worden. Außer Mack und Wise werden an der Tagung des Aktionskomitees und des Administrativkomitees aus Amerika noch teilnehmen: Louis Lipsky. Abraham Goldberg, Elihu Stone, Dr. M. Koralnik, Morris Rothenberg und Jacob Fishman. Rabbi Silverman, 70jährig gestorben Neuyork, 29. Juli. (JTA.) In Neuyork starb im Alter von 70 Jahren Rabbi Joseph Silverman, der Gründer und Präsident der Bruderschaft vom Temple Emanuel. Der Verstorbene war Ehren- Vizepräsident des Palestine Foundation Fund, und besuchte in dieser Eigenschaft 1923 Palästina. Über seine Reise schrieb er eine Aufsatzreihe in der Neuyorker Zeitschrift „Tribüne“. Rabbi Joseph Silverman war ein geschätzter Mitarbeiter führender englischer und amerikanischer Zeitschriften. Er ist Verfasser des Werkes „Renaissance des Judentums“. Jabotinsky will Lord Paßfield und den High Commiissioner gerichtlich belangen Paris, 30. Juli. (JTA.) Jabotinsky berät, wie die JTA erfährt, mit juristischen Sachverständigen die Möglichkeit, den britischen Kolonienminister Lord Paßfield und den High Commissioner für Palästina, Sir John Chancellor, gerichtlich zu belangen, da in dem gegen Jabotinsky erlassenen Einreiseverbot nach Palästina, für welches die Genannten verantwortlich sind, eine willkürliche Verletzung persönlicher Interessen zu erblicken sei. Jabotinsky ist von seiner Stelle als Vizepräsident der Versicherungsgesellschaft „Judea Insurance“ zurückgetreten, nachdem er unterrichtet worden war, daß das Einreiseverbot für ihn endgültig ist. Die meisten Mitglieder der Palästina-Exekutive außer Landes Jerusalem, 29. Juli. (JTA.) Nachdem von den Mitgliedern der Palästina-Exekutive der Jewish Agency Dr. Maurice Hexter und Dr. Werner Senator sich bereits in amtlicher Eigenschaft im Ausland befinden, verlassen dieser Tage auch noch Josef Sprinzak, Dr. Artur Ruppin und Rabbi Meir Berlin das Land, um an den Sitzungen des Zionistischen Aktionskomitees und des Administrativkomitees der Jewish Agency in Berlin teilzunehmen. Man erwartet, daß Colonel Kisch, der zu Besprechungen nach London und Paris gefahren war, bereits Ende dieser Woche von seiner Europareise zurückkehrt. Miß Henrietta Szold soll wieder provisorisch in die Palästina-Exekutive der Jewish Agency eintreten und zusammen mit Colonel Kisch und Pinchas Ruthenberg die Exekutive in Palästina bilden, solange die meisten Mitglieder der Exekutive außer Landes weilen. Die Paläjstinaregierung bemüht sich um Einigung im Klagemauerstreit Jerusalem, 31. Juli. (JTA.) Die Palästinaregierung setzt die von der Klagemauerkommission ins Werk gesetzten Bemühungen zur Erzielung einer gütlichen Einigung zwischen Juden und Arabern im Klagemauerstreit fort. Auf jüdischer Seite ist man, wie der JTA berichtet wird, bereit, bedingungslos das Eigentum des Moslems an der Klagemauer und dem Platz vor der Klagemauer anzuerkennen, verlangt jedoch von den Moslems die Anerkennung des Rechts zur Ausübung des jüdischen Gottesdienstes auf dem Platz vor der Klagemauer. Die Einigungsverhandlungen sind bisher nicht weiter gediehen, weil die Haltung der Partei des Mufti unverändert abweisend ist. Das Programm des Großmufti: eine arabischchristliche Allianz gegen die Juden Jerusalem, 4. Juli. (JTA.) Auf der letzten Tagung der Arabischen Exekutive hat der Großmufti von Jerusalem, Haj Amin el Husseini, sein Programm entwickelt, das in den Worten gipfelt: Engere Zusammenarbeit mit den übrigen islamischen Ländern auf pan-islamischen Linien, ferner ein Pakt mit den christlichen Nationen gegen die Juden. Aus arabischen Quellen verlautet, daß der Großmufti in dieser Sitzung die Versicherung gab, daß er die Hälfte der Aktien der geplanten arabischen Bodenerwerbsgesellschaft erwerben werde. Fragt mich nicht, rief der Mufti der Versammlung zu, wo ich das Geld hernehme! Aus der gleichen Quelle verlautet, daß der nationalistische arabische Führer Moghanan Elias Effendi Moghanan nach der Rede des Mufti seiner tiefsten Unzufriedenheit darüber Ausdruck gegeben hat, daß statt den Plan der Bodenerwerbsgesell-

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