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Das jüdische Echo · 1930-08-01 · 31 (1.8.1930) · p. Seite 433

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
31 (1.8.1930)
Date
1930-08-01
Page
Seite 433 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 31 Das Jüdische Echo 433 nötig w i r l s c h a f t 1 i c h e Zusammenarbeit von Juden und Arabern. Vorangehen müsse dabei eine Kooperation zwischen jüdischem und arabischem K a p i t a 1. Diese Kooperation sei möglich, da die aufstrebende, tatkräftige junge arabische Generation nach neuen Wegen kommerzieller, industrieller, überhaupt wirtschaftlicher Betätigung suche. Lehne man auf jüdischer Seite diese Zusammenarbeit rigoros ab, so sei die natürliche Folge, daß sich eine Feindschaft zwischen jüdischem und arabischem Kapital bilde, die für das Land und infolgedessen auch für uns von größtem Schaden sich erweisen werde. Der Kooperation zwischen jüdischem und arabischem Kapital müsse die Kooperation zwischen arabischer und jüdischer Arbeit folgen. Gewiß sei es richtig, auf das Prinzip der jüdischen Arbeit nicht zu verzichten und von der Regierung immer wieder zu verlangen, daß sie jüdische Arbeiter in ausreichender Zahl und zu angemessenen Bedingungen beschäftige, man dürfe jedoch nicht zu optimistisch in bezug auf die Erfüllung dieser Forderungen sein. Die Aufgabe sei, den arabischen Arbeiter möglichst bald auf das kulturelle und wirtschaftliche Niveau des jüdischen zu heben, seinen Standard of life entscheidend zu verbessern und so beiden Teilen der Bevölkerung zu helfen. Gänzlich falsch sei es auf jeden Fall, sich voll und ganz auf England zu stützen und die Araber zu mißachten, wie die letzten Ereignisse genügsam gezeigt hätten; erst ein friedliches Einvernehmen mit der arabischen Bevölkerung ermögliche auch wieder ein gutes Verhältnis zur Mandatarmacht. Erfreulich sei nach Rabbi Benjamins Aussage, daß die wirtschaftliche Lage in Palästina als günstig bezeichnet werden dürfe. Man habe die Zeit der politischen Krisen gut überstanden, was zeige, daß die palästinensisch-jüdische Wirtschaft weitgehend auf einer gesunden Grundlage beruhe; überhaupt sei die Stimmung im Lande keineswegs gedrückt oder pessimistisch. Einen Beweis dafür sehe er in der Tatsache, daß von den vielen Menschen aus allen Schichten der jüdischen Bevölkerung, mit denen er aus Palästina zurückgefahren sei, keiner die Absicht habe, Palästina endgültig zu verlassen. Protest des englischen Judentums Konferenz jüdischer Institutionen und Synagogengemeinden Großbritanniens gegen die britische Palästina-Politik London, 22. Juli. (JTA.) Unter dem Vorsitz von d’Avigdor Goldsmid fand am Sonntag, dem 20. Juli, im überfüllten Gebäude des Kingsway Theatre in London, von der britischen Sektion der Jewish Agency einberufen, eine Konferenz der jüdischen Institutionen und Synagogengemeinden der britischen Inseln statt. Die vom Vorsitzenden zur Beschlußfassung vorgeschlagene und von der Konferenz einstimmig angenommene Resolution lautet: „Die Konferenz bedauert, ihre tiefe Sorge über das Verhalten der Regierung S. Majestät im Hinblick auf das Jüdische Nationalheim in Palästina seit den Unruhen im August 1929 zum Ausdruck bringen zu müssen. Die Konferenz bedauert im besonderen, daß die Regierung S. Majestät sich der Politik der Gewaltanwendung, wie sie in den Judenmassakers von Hebron und Safed zum Ausdruck kam, gebeugt und dem jüdischen Werke in Palästina Beschränkungen auferlegt hat. Die Konferenz hat die Überzeugung, daß die Vertagung der Abgabe einer klaren und deutlichen Erklärung über die Politik im Hinblick auf Palästina im Einklang mit den Prinzipien des Mandats die jüdischen Anstrengungen schädigt und die ökonomischen Bedingungen des Landes gefährdet. Die Konferenz bedauert die Tatsache, daß die Regierung S. Majestät durch das der Permanenten Mandatskommission des Völkerbundes unterbreitete Weißbuch ernste Zweifel erregt hat hinsichtlich ihrer Absicht, die Mandatsbestimmungen über das Jüdische Nationalheim voll auszuführen. Die Konferenz ist gewillt, sich den jüdischen Protesten aus aller Welt gegen die Suspendierung der Einwanderung jüdischer Arbeiter nach Palästina anzuschließen, sie sieht die offizielle Rechtfertigung dieser Maßnahme für nicht überzeugend an und appelliert an die Regierung S. Majestät, die Tore Palästinas wieder zu öffnen und so das Recht der Juden, in ihr Nationales Heim zurückzukehren, zu bestätigen. Die Konferenz beteuert von neuem den ernsten Willen des jüdischen Volkes, mit der arabischen Bevölkerung auf der Linie der Verständigung und der Zusammenarbeit in Palästina zusammenzuleben. Die Konferenz bestätigt von neuem den Entschluß der englisch-jüdischen Gemeinschaft, die Anstrengungen der Jewish Agency zum Aufbau des Jüdischen Nationalheims in Palästina ihre volle Unterstützung angedeihen zu lassen und ruft alle britischen Juden auf, zur Verwirklichung dieses Ideals ihr bestes zu tun.“ Für die Resolution setzten sich Herr d’Avigdor Goldsmid, Chief Rabbi Dr. Hertz und Prof. Brodetzky ein. Colonel F. H. Kisch Mitglied der Palästina-Exekutive der Jewish Agency, der am gleichen Tage aus Palästina nach London gekommen war, begrüßte es, daß der Vorsitzende das Recht zur Kritik an der Regierung hervorgehoben hat. Dies sei nicht nur ein Recht der Konferenz, sondern ihre Pflicht gegenüber den 133 Märtyrern des vergangenen Jahres. Auf die Suspendierung der Arbeiterzertifikate übergehend, sagte er, man wisse, daß die Zertifikate aus politischen Gründen zurückgezogen worden sind. Vor den Unruhen habe Palästina vor einer Periode großer Prosperität gestanden und selbst jetzt nach den Unruhen sei eine Periode stetigen Fortschreitens. Von der Regierung wird nichts anderes verlangt, als die Möglichkeit, zu arbeiten und zu bauen. Die Regierung sei gegenüber ihren eigenen Interessen blind, wenn sie diese Möglichkeit nicht gibt. Die liberale Weltkonferenz Debatte über Zionismus nicht zugelassen London, 22. Juli. (JTA.) Die Leitung hat drei Unterkomitees, und zwar für Liturgie, soziale Arbeit und Jugendarbeit, eingesetzt. Nach Anhörung des Hauptberichts referierten die Vertreter der Subkomitees, und zwar für das Subkomitee für Liturgie Rabbi S. W. Starreils, für das Subkomitee für soziale Arbeit Milford Stern, und über die Arbeit unter der Jugend Rabbi M. L. Perlzweig (ein bekannter Zionist.) Nach einer längeren Diskussion wurde eine Resolution über Stellung und Rechte der Frau in der jüdischen Gesetzgebung angenommen. Die Resolution postuliert 1. die vollständige Gleichberechtigung der Frau mit dem Manne in Ehe- und Scheidungsfragen, 2. die Befreiung derjenigen Ehefrauen, die ihren Ehegatten im letzten Weltkrieg verloren haben, ohne daß deren Tod erweisbar ist, von ihrer eherechtlichen Stellung als „Agunoth“ (Frauen, die an den verschollenen Ehemann gebunden sind), 3. daß die Nichtausführung der Chaliza-Zeremonie kein Hindernis für die Wiederverheiratung von Wit-

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