Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 30 (25.7.1930)
- Date
- 1930-07-25
- Page
- Seite 425 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 30 425 Das Jüdische Echo Hn die ehemaligen Würzburger! Wir erhalten folgenden Aufruf mit der Bitte um Veröffentlichung: Kollegen! Wenn wir in diesen Tagen die goldene Jubelfeier des Israelitischen Lehrervereins in Bayern festlich begehen, eines Vereines, der so manches treubewährte Mitglied auch jenseits der weißblauen Grenzpfähle zu den Seinen zählt, dann gedenken wir, in die Vergangenheit zurückschauend, einer geplant gewesenen ähnlichen Feisttagung, die von 16 Jahren auch in der schönen Frankenmetropole abgehalten werden sollte, durch ungeahnte Zeitenstürme aber verhindert wurde: die Jubelfeier 50jährigen Bestehens der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg. Alle Vorbereitungen waren getroffen; in heller Begeisterung hatten die Hunderte der ehemaligen Schüler des Würzburger Seminars, den Gedanken gemeinsamer Feier als lebendige Bekundung des Gefühls der Zusammengehörigkeit erfaßt; da brach der fürchterliche Krieg 1914 aus, wenige Tage vor dem vorgesehenen Jubiläumstage, und die wilde Kriegsflut begrub auch Fest und Feier in ihrem tosenden Wirbel. So mancher wackere Kollege und ehemalige Mitschüler mußte sein Leben dem Vaterlande zum Opfer bringen, mancher andere mußte seitdem dem irdischen Leben natürlichen Tribut zollen, neue Lehrergenerationen sind seitdem herangewachsen, aber die alte Bildungsstätte besteht noch und — wir hoffen und erwarten es — in unlseren Reihen der Geist von 1914, der Geist der treuen Anhänglichkeit zur alten alma mater. Sie hat die Jahre von Sturm und Ebbe im öffentlichen Leben überdauert, hat ungeheuere Schwierigkeiten und Fährnisse überwunden und erscheint gleichsam neu verjüngt, ein aus lodernder Flamme sich stets neu belebender Phönix vor unseren Augen. Immer neue Zweige hat sie getrieben, neuen Aufstieg genommen statt drohenden Niederganges, ein Bild zähester Lebenskraft und — Lebewsnotwendigkeit. Ein neues Anstaltsgebäude ersteht zur Zeit, das, allen modernen Anforderungen in pädagogischer, hygienischer und ästhetischer Beziehung Rechnung tragend, auch in kluger Voraussicht der Zukunft und ihren möglichen Forderungen gerecht zu werden versucht. Wir freuen uns unserer alten alma mater, wir sind stolz auf sie, wir möchten dem Gefühl, das unis alle Zeit mit ihr verbindet, auch sichtbarlich Ausdruck verliehen wissen. Es war 1914 eine „Vereinigung ehemaliger Würzburger“ beabsichtigt; der hier an erster Stelle Mitunterzeichnete führte in den konstituierenden Beratungen den provisorischen Vorsitz. Sollte nicht das Vereinsjubiläum der Lehrerschaft die passendste Gelegenheit bieten, da so viele ehemalige Schüler aujs Ost und West, aus Nord und Süd in Würzburg sich festlich gestimmt zusammenfinden, den nur aufgeschobenen, nie aufgehobenen Gedanken der „Vereinigung ehemaliger Würzburger“ zur lebendigen Wahrheit werden zu lassen. Es wird, es muß sich gelegentlich der Jubiläums-Festtage Zeit finden lassen, eine feste Organisation zu begründen, der Zusammenschluß muß sich vollziehen. Zustimmungserklärungen und sachdienliche Anregungen werden von den Unterzeichneten dringend erbeten, ohne daß mit der Zeichnung dieser Namen etwa eine Festlegung für die endgültige Gestaltung von Organisation und Leitung vorweggenommen werden will. Di Zeit von 8 bis 10 Uhr vormittags am Montag, 25. August, ist anderweitig nicht belegt. Wir halten deshalb diese Vormittagsstunden für geeignet zu einer konstituierenden Versammlung einer „Vereinigung ehemaliger Würzburger“ und laden hierzu alle früheren Schüler der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg herzlichst ein. Frisch auf zur Tat! Mit kollegialem Brudergruß: A. Mannheimer (Dettelbach). Max Adler (München). Wolf Berlinger (Freudenstadt). Dr. Ernst Fränkl (Augsburg) Leopold Kahn (Alsfeld). Hugo Mandelbaum (Hamburg). Isidor Marx (Frankfurt). D. Rosenwald (Frankfurt). Dr. I. Bamberger (Nürnberg). Karl Eisemann (Berlin). Emanuel Heimann (Plauen). A. Kaufmann (Tauberbischofsheim). David Mannheim (Osterode). Nußbaum (Bocholt). Arnold Stein (Berlin). Gemeindenu. Vereins-Echo Die Zionistische Ortsgruppe München veranstaltete am 16. Juli im Lessingsaal eine Herzl-Feier. Nach einem einleitenden Referat von Dr. Emricli über Theodor Herzl und die gegenwärtige zionistische Situation wurde einstimmig folgende Resolution angenommen: „Die zur Feier des Todestages von Theodor Herzl einberufene Versammlung bekundet erneut ihren Willen, für die Vollendung des von Theodor Herzl begonnenen Werkes mit aller Kraft einzutreten. Die Schaffung der jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina, zu deren Förderung sich die britische Regierung in internationalen Verträgen gegenüber der Welt und gegenüber dem jüdischen Volk verpflichtet hat, ist die durch die Weltsituation gebotene notwendige Antwort auf das jüdische Weltproblem. Die Suspendierung der Einwanderung nach Palästina zu einer Zeit, in der das Land auch nach Ansicht der britischen Verwaltung wirtschaftlich auf Einwanderung wartete, ist ein schwerer Verstoß gegen Geist und Wortlaut des Mandates. Diese Einwanderungssperre widerspricht dem wesentlichsten Inhalt des Mandates. Ohne Einwanderung kann die jüdische nationale Heimstätte nicht geschaffen werden. Wir werden im Vertrauen auf die moralischen Kräfte des jüdischen Volkes unerschüttert unser setzt Euch in den nächsten Tagen noch ganz I energisch für die Schekelaktion ein | 9 Der Termin wurde bis Ende Äugust verlängert