Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 30 (25.7.1930)
- Date
- 1930-07-25
- Page
- Seite 424 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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424 Das Jüdische Echo Nr. 30 Raimund-Theater nach Wien und später an das Karl-Theater. In Wien erweckte er Mitterwurzers Interesse und Alfred von Berger, der damls das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg gründete, berief ihn nach Hamburg. Von da kam er zu Reinhardt, wo er seine größten Erfolge in der Rolle des Shylock und Lear hatte. Nach seinem Wirken in Berlin, das seinen Namen in der ganzen Welt bekannt machte, ging Schildkraut nach Amerika, wo er als Theaterdirektor und Darsteller in iiddischen Theatern wirkte. Robert Szold, Vorsitzender der Zionistischen Organisation in Amerika N e u y o r k , 15. Juli. (JTA.) Die Convention der Zionistischen Organisation in Amerika, die in den ersten Julitagen in Cleveland abgehalten wurde, ist ohne Wahl eines Vorsitzenden der Organisation auseinandergegangen. Nunmehr ist innerhalb der in Cleveland gewählten leitenden Körperschaften eine Einigung in diesem Punkte erzielt worden. Robert Szold ist zum Vorsitzenden der Zionistischen Organisation in den Vereinigten Staaten, Rabbi Abba Hillel Silver zu ihrem Vizevorsitzenden gewählt worden. Außerdem wurde Judge Julian W. Mack zum Ehrenvorsitzenden und Louis Lipsky zum zweiten Ehrenvorsitzenden ernannt. Von den vier genannten Persönlichkeiten gehören die ersten drei der in Cleveland in die Organisation zurückgekehrten Brandeisgruppe an, und nur Louis Lipsky, der langjährige Vorsitzende der Zionistischen Organisation in Amerika, vertritt die bisherige Majoritätsgruppe des amerikanischen Zionismus. Zum Vorsitzenden der in Cleveland eingesetzten Kommission für politische und wirtschaftliche Fragen wurde Dr. Stephen S. Wise gewählt. Neuyork, 16. Juli. (JTA.) Die in Cleveland neugewählte Leitung der Zionistischen Organisation in Amerika hat zur Verwaltung der verschiedenen Tätigkeitsgebiete der Organisation Unterkommissionen eingesetzt, und zwar eine Kommission für den Verkehr mit der Jewish Agency und der Zionistischen Weltorganisation unter dem Vorsitz von Judge Julian W. Mack, eine Kommission für die Liquidierung des Defizits mit Nathan Ratnow als Vorsitzenden, ferner eine Finanzkommission unter S. I. Rosenberg, eine KKL- Kommission unter Ab. Goldberg, eine Palästina- Wirtschaftskommission unter Israel Brodie, eine Fondskommission unter Judge Lewis, eine Organisationskommission unter Jakob de Haas, eine Kulturkommission unter Rabbi James Heller, eine Pressekommission unter Abraham Tullin, und eine Kommission für die Angelegenheiten der Hebräischen Universität unter Vorsitz von Rabbi Silver. Somit ist die Leitung der meisten Arbeitsgebiete Angehörigen der Brandeisgruppe und der bisherigen Oppositionsgruppe übergeben worden. Der neue Chefsekretär der Palästinaregierung London, 19. Juli. (JTA.) Das englische Kolonialfamt teilt mit, daß Mark Aitchison Young, Colonial Secretary in Sierra Leone, als Nachfolger von H. C. Luke zum Chefsekretär der Palästinaregierung ernannt worden ist. Die Jüdische Te'legraphen-Agentur erfährt dazu aus Jerusalem, daß diese Ernennung für das Sekretariat der Palästinaregierung eine vollkommene Überraschung bedeutete. Der Name Young war in Berichten der JTA schon genannt worden, wurde aber auf den Regierungsbeamten im Irak, Hubert Young, bezogen. Herabsetzung des Zehent in Palästina Jerusalem, 16. Juli. (JTA.) Die Regierung hat den von der W'interernte zu erhebenden Zehent um 50 Prozent herabgesetzt. Diese Vergünstigung findet nach allgemeiner Ansicht auf diejenigen Bodeneigentümer, die ihre Böden nicht selbst bearbeiten, sondern aus ihrer Verpachtung eine Rente beziehen, keine Anwendung. Die Steuerermäßigung stellt eine Sondermaßnahme der Regierung dar, die wegen der durch die Feldmäuseplage verursachte Notlage eines großen Teils der palästinensischen Bauernschaft erfolgt ist. 23 von 26 jüdischen Polizeikandidaten abgewiesen Jerusalem, 14. Juli. (JTA.) Von 26 jungen Juden, die sich um Aufnahme in die palästinensische Polizei bewarben, wurden 23 mit der Begründung abgewiesen, daß ihr Gesundheitsstand den geforderten Bedingungen nicht entspreche. Diese Tatsache erregt deshalb Verwunderung, weil es sich bei den betreffenden Kandidaten um ausgesucht kräftige Menschen handelte. Die Regierung baut ein neues Postamt in Tel-Awiw Jerusalem, 20. Juli. (JTA.) In Te'l-Awiw wurde der Grundstein zu einem neuen Postgebäude gelegt, das auf Kosten der Regierung errichtet wird. Bei der Feier der Grundsteinlegung erinnerte der stellvertretende Generalpostmeister Palästinas, Foster, an die Zeit, wo Tel-Awiw so klein war, daß sein Postamt in einem einzigen Raum Platz hatte. Der Bürgermeister von Tel-Awiw. Dizengoff, betonte die besondere Funktion, die die Post in einer Stadt wie Tel-Awiw mit ihren engen Beziehungen zu Menschen der ganzen Welt hat und sah die Zeit voraus, in der die Luftpost diesen Verkehr noch schneller und intensiver gestalten wird. Rabbi Uziel sprach die Hoffnung aus, daß die Nachrichten aus Tel-Awiw in Zukunft der Welt von Frieden und vom Wohlergehen aller Bewohner des Landes sprechen werden. Neue Schikane an der Klagemauer Jerusalem, 14. Julii. (JTA.) Der an der Klagemauer stationierte arabische Polizist verhinderte am vergangenen Sabbat-Ausgang die Entzündung der Hawdalahkerzen. Dieses Einschreiten wurde mit Beschwerden der anwohnenden marokkanischen Moslems motiviert, die sich darüber beklagten, daß die Juden am Platz vor der Mauer Wein trinken. Das Trinken von Wein ist ein Bestandteil der Hawdalah-Zeremonie, die bisher ohne jede Störung bei der Klagemauer verrichtet werden konnte. Um eine jüdische Stadtverwaltung in Jerusalem Jerusalem, 18. Juli. (JTA.) In Jerusalem hat sich aus Vertretern aller jüdischen Wohnviertel der Stadt eine Vereinigung mit der Bezeichnung „Hatoschaw“ (Der Bürger) gebildet. Die Vereinigung hat den Schutz der jüdischen Interessen in Jerusalem zum Zwecke, die seit dem Rücktritt der jüdischen Mitglieder des Stadtrates unvertreten sind. Es wurde beschlossen, gesetzliche Schritte zu unternehmen, um die Errichtung einer gesonderten jüdischen Stadtverwaltung in Jerusalem zu erwirken, in der Art, wie es neben der Stadtverwaltung von Jaffa die gesonderte Stadtverwaltung Tel-Awiw gibt. Antonius-Wäscherei ■ Sommerstraße 6o HHH Lindwurmstraße gj Telefon 44438