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Das jüdische Echo · 1930-07-11 · 28 (11.7.1930) · p. Seite 396

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
28 (11.7.1930)
Date
1930-07-11
Page
Seite 396 (sequence 14)
Language
German
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396 Das Jüdische Echo Nr. 28 zung von Wizo und Hadassah in London statt, an der die Galuth-Pxekutive der Weltorganisation zionistischer Frauen, eine Vertreterin der Palästina- Exekutive und zwei Delegierte der amerikanischen zionistischen Frauenorganisation „Hadassah“ in Anwesenheit des Mitgliedes der zionistischen Exekutive, Miß Henriette Szold, teilnahmen. Dieser Sitzung, die um so mehr Interesse verdient, als sie die erste offizielle gemeinsame Tagung der beiden großen zionistischen Frauenorganisationen darstellt, lag ein Memorandum von Henrietta Szold vor, worin die „nichtökonomischen Gebiete des Palästina-Aufbaus“, d. h. Gesundheitswesen, Erziehung und soziale Fürsorge mit besonderer Betonung des Erziehungswesens, als das spezielle Arbeitsfeld der Frauen bezeichnet werden. Miß Szold empfiehlt den zionistischen Frauen der ganzenWelt, das Budget für das jüdische Erziehungswesen Palästinas zu garantieren, um dieses zumindest auf seinem heutigen Standard erhalten zu können. Dabei dürfe jedoch den bisherigen Arbeitsgebieten von Wizo und Hadassah keinerlei Beeinträchtigung widerfahren und die normale Entwicklung der beiderseitigen Arbeitsgebiete müsse gesichert bleiben. Es gelang, in wesentlichen Punkten eine Übereinstimmung zwischen den in London anwesenden Vertreterinnen von Wizo und Hadassah zu erzielen, auf Grund deren ein gemeinsames Memorandum an das Administrativkomitee der Jewish Agency entworfen wurde, welches nunmehr der Palästina-Exekutive der Wizo. sowie den Konferenzen bzw. Councils von Wizo und Hadassah vorgelegt werden muß. Vor endgültiger Beschluß^ fassung muß die Stellungnahme der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation, sowie der Knesseth Israel und des Keren Hajessod eingeholt werden. Zu Ehren von Miß Henrietta Szold und den Delegierten der Hadassah fand im Anschluß an die Tagung ein Empfang im Hause von Dr. Chaim und Vera Weizmann statt. Die Juden in der Tschechoslowakei dürfen sich zur jüdischen Nationalität bekennen Prag, 4. Juli. (JTA.) Tin Gegensatz zu dem vor kurzem veröffentlichten Kommunique betreffend das nationale Bekenntnis bei der Volkszählung, wonach nur die Umgangssprache als Kriterium für nationale Zugehörigkeit zu betrachten ist, lautet die soeben erschienene Regierungsverordnung über die Volkszählung dahin, daß das Bekenntnis zur jüdischen Nationalität bei der am 1. Dezember 1930 slattfindenden Volkszählung allen Juden ohne Rücksicht auf ihre Umgangssprache freisteht. § 12 dieser Verordnung lautet: „Die Nation wird in der Regel nach der Muttersprache eingetragen. Fnne andere Nationalität als die, für welche die Muttersprache zeugt, darf nur dann eingetragen werden, wenn die gezählte Person ihre Muttersprache weder in der Familie noch im Hause spricht und die Sprache jener Nationalität, zu der sie sich bekennt, vollkommen beherrscht. Die Juden können sich allerdings immer zur jüdischen Nationalität bekennen.“ Sühne für die Schändung des jüdischen Friedhofes in Prerau Prag, 4. Juli. (JTA.) Im August 1928 wurden auf dem jüdischen Friedhof in Prerau 40 Grabsteine zertrümmert. Als Täter wurden acht junge Leute im Alter von 15 bis 19 Jahren festgestellt. Einer der Anführer wurde nun vom Gericht zu einem Monat Kerker, zwei weitere Täter zu je drei Wochen Kerker und die übrigen Täter zu je 5 Tagen mit Bewährungsfrist für die Dauer von zwei Jahren verurteilt. Die Kultusgemeinde hatte durch die Zerstörung einen Schaden von 20 000 Ke. erlitten. Antijüdische Exzesse in Kovel Zahlreiche Schwerverletzte Warschau, 3. Juli. (JTA.) Banden Huligans überfluteten vorgestern nachts die hauptsächlich von Juden bewohnten Gassen von Kovel, vollbrachten ein Zerstörungswerk, mißhandelten die jüdischen Einwohner, wobei 15 Juden mehr oder weniger schwere Verletzungen erhielt. Gestern wiederholten sich die Exzesse in einem verstärkten Maße. Insgesamt sind an diesem Abend 40 Juden zum Teil sehr schwer oder lebensgefährlich verletzt worden. Eine jüdische Abordnung, bestehend aus dem Vorsitzenden und den Vorstandsmitgliedern der Gemeinde, bat den Strarostra um Schutz. Dieser erklärte aber, daß er über nicht genug Polizeimannschaft verfüge. Ein neuer autonomer jüdischer Rajon in der Sowjet-Ukraine proklamiert Moskau. 6. Juli. (JTA.) Bei Anwesenheit von einigen tausend jüdischen und nichtjüdischen Bauern aus dem Kreise Krivojrog, sowie von Vertretern der Moskauer Zentralregierung und der ukrainischen Regierung wurde in der alten jüdischen Kolonie Izlutschiste am 5. Juli der dritte autonome jüdische Rayon in der Ukraine feierlich eröffnet. Der Vizepräsident von Komzet, der bekannte jüdische Kommunist, Mereschin, hielt die Festrede und wies mit Genugtuung darauf hin, daß 90 Prozent der jüdischen Kolonisten des neuen Rayons zu Kollektiven vereinigt sind. Andere Redner aus Moskau stellten Vergleiche zwischen der Kolonisationsarbeit in Moskau und der in Palästina an und behaupteten, allein in dem neuen jüdischen Rayon gebe es mehr jüdische landwirtschaftliche Arbeiter als in ganz Palästina.! Der neue autonome Rayon vereinigt in sich neun jüdische und zwei ukrainische Dorfsowjets, die Bevölkerung setzt sich aus 9000 Juden und 4000 Ukrainern zusammen. Er befindet sich im Zentrum des Kreises Krivojrog und hat Verbindungen zu zwei Eisenbahnlinien. Die jüdischen Bauern des neuen Rayons befassen sich außer mit der Bodenbearbeitung auch mit Dorfindustrie; in dem Rayon befinden sich nämlich mehrere Mühlen, 3 Ölfabriken und 8 Käsefabriken. Der Hauptort des ersten autonomen jüdischen Rayons ist Kalinindorf, der Flauptort des zweiten jüdischen Rayons ist Neu- Zlatopol. Der Wälchter der Kolonie Tel Joseph im Kampfe mit Banditen gefallen Jerusalem, 1. Juli. (JTA.) Am 28. Juni abends versuchte eine Gruppe Banditen in Tel Joseph, die große jüdische Kolonie im Tale Jezreel, einzudringen. Der Wächter der Kolonie, ISaac Finkei, stellte sich ihr entgegen, es wurden mehrere Schüsse gewechselt. Isaac Finkei brach, von den Kugeln der Marodeure getroffen, zusammen und starb kurz darauf. Die Mörder ergriffen die Flucht. Gegen Mitternacht traf Polizei in Begleitung von Pfadfindern aus Ajn Charod in Tel Joseph ein und begann die Fahndung nach den Mördern, deren Spuren bis zu den Hügeln in der Nähe von Ajn Charod verfolgt werden konnten. Die Gegend wird nach allen Richtungen hin durchsucht, 30 berittene Angehörige der transjordanischen Grenzmacht beteiligen sich an der Verfolgung der Marodeure, die, nach den im Körper Finkeis gefundenen Kugeln zu urteilen, mit britischen Gewehren bewaffnet sind. Man befürchtet, daß der Angriff vom 28. Juni nachts die Einleitung zu einem Terror-Feldzug ist, den transjordanische Beduinen, die vor kurzem in

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