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Das jüdische Echo · 1930-07-11 · 28 (11.7.1930) · p. Seite 395

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
28 (11.7.1930)
Date
1930-07-11
Page
Seite 395 (sequence 13)
Language
German
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Ni\ 28 Das Jüdische Echo 395 Forschungsinstitut für Geschichte und Quellenstudium der hebräischen Dichtung Berlin, 7. Juli. (JTA.) Wie wir erfahren, hat Herr Salmann Schocken — im Zusammenhang mit einer dem Andenken des im Oktober 1929 verstorbenen Herrn* Simon Schocken gewidmeten Familienstiftung -— ein „Forschungsinstitut für Geschichte und Quellenstudium der hebräischen Dichtung“ in Berlin errichtet. Als wissenschaftlicher Leiter dieses Instituts ist bereits vor Monaten Herr Dr. Brody, der bisherige Oberrabbiner in Prag, berufen worden. Dr. Brody gilt als unbestrittene wissenschaftliche Autorität auf dem Gebiete des neugegründeten Forschungsinstituts. Geplant sind grundlegende textkritische Ausgaben der Hauptdichter der hebräischen Dichtung sowie die Veröffentlichung von Quellenmaterialien und Forschungen. Das Forschungsinstitut soll jungen Gelehrten, die sich mit dem Spezialgebiete bereits beschäftigt haben, die Möglichkeit zur Fortbildung und selbständigen Forschung gewähren. Für den wissenschaftliphen Rat des Instituts sind die Herren Professor Dr. Ismar Elbogen und Professor Dr. Gotthold Weil gewonnen worden. Als Assistent steht dem Institut Herr Dr. Schirmann zur Verfügung. Eine besonders wertvolle Grundlage für die Arbeiten des Instituts bilden die Handschriften der Bibliothek Schocken, die sich in den letzten Jahren in Vorbereitung des jetzt gegründeten Forschüngsihstitüts auf die Sammlung von Quellenmaterialien aus dem Gebiete der hebräischen Dichtung mit großem Erfolge betätigt hat.' Mit der Akademie für die Wissenschaft des Judentums sind Vereinbarungen in die Wege geleitet, die eine Zusammenarbeit de$. Instituts und namentlich auch des Verlages, der für die Publikationen des Instituts errichtet werden soll, mit der Akademie gewährleisten. Voraussichtlich wird die Akademie künftig auch in dem "Wissenschaftlichen Rat des Instituts vertreten sein. Maurice Glogau gestorben B e r 1 i n , 5. Juli. (JTA.) Am 1. Juli verstarb plötzlich im Alter von 62 Jahren an Herzschlag in Klosters (Schweiz) Herr Maurice Glogau, einer der führenden Persönlichkeiten der jüdischen sozialen Fürsbrge in Berlin. Er war früher Vorsitzender der Berliner Chewra Kadischa, half dann die jüdische Altershilfe aufbauen, deren Vorstand er angehörte und entwickelte eine besonders energische und vielverzweigte Tätigkeit für den Hilfsverein der Deutschen Juden, dessen Zentralkomitee er angehörte und dessen Berliner Bezirkskomitees er als Vorsitzender leitete. Er war erster Vorsitzender des israelitischen Volkskindergartens und Kinderhorts in der Gipsstraße und war auch in anderen sozialen und humanitären Organisationen führend tätig. Er war Chef der bekannten Firma „Albert Gleiser Möbelwerkstätten und Einrichtungshaus“. Eine Franz-Rosenzweig-Gedenkschriit der Frankfurter Jüdischen Gemeinde Frankfurt a. M., 2. Juli. (JTA.) Soeben erschien die im Aufträge des Vorstandes der Israelitischen Gemeinde Frankfurt a. M. von Dr. Eugen Mayer herausgegebene Gedenkschrift für Franz Rosenzweig. Neben einem Lebensabriß und einem Verzeichnis der Werke und Aufsätze Rosenzweigs enthält die mit drei Bildnissen versehene Schrift zahlreiche Einzclbei träge, u. a. von Martin Buber, Richard Koch, Eduard Strauß, Erlist Simon, Viktor von Weizsäcker, Karl Wolfskehl, sowie die große Gedenkrede von Rabbiner Dr. Leo Baeck. Freiburger Studentenschaft gegen Rassenhetze Berlin, 1. Juli. (JTA.) In Freiburg i. B. verhandelte gestern, wie von dort telegraphiert wird, der allgemeine Studentenausschuß unter stärkster Beteiligung über den von nationalsozialistischer Seite gestellten Antrag auf Einführung des Numerus clausus für jüdische Studierende. Der Antrag wurde mit 22 gegen 3 Stimmen abgelehnt. Antisemitische Ausschreitungen in Posen Berlin, 7. Juli. (JTA.) Aus Posen trifft die Meldung ein, daß am 3. Juli abends und in den Nachtstunden in Posen Studentenkundgebungen gegen die Juden staltgefunden haben, wobei etwa 100 Studenten von Cafe zu Cafe zogen und jüdisch aussehende Männer verprügelten. Ein älterer jüdischer Herr wurde von dem Anführer ins Gesicht geschlagen und von den anderen verprügelt. Tische wurden umgeworfen, Geschirr und Gläser zerschlagen. Auch in andere Kaffeehäuser drangen Studenten ein. Auf dem früheren Wilhelmsplatz wurde ein polnischer Konsularbeamler aus Paris, der für einen Juden gehalten wurde, schwer verprügelt. Die Zahl der Verletzten ist noch nicht bekannt. Zwei Rädelsführer wurden verhaftet, aber nach Aufnahme eines Protokolls wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Eröffnung des Makkabi-Kongresses in Antwerpen Antwerpen, 7. Juli. (JTA.) Am Sonnabend, den 5. Juli, abends, wurde in Antwerpen der Kongreß des Weltmakkabi eröffnet. Außer den Delegierten hatten sich etwa 2000 Gäste eingefunden. Nach der Eröffnungsansprache des Präsidenten des Weltmakkabi, Dr. Hermann Lelewer, begrüßten den Kongreß die Vertreter der verschiedenen jüdischen Organisationen sowie die Führer der Makkabidelegationen aus Polen, England, Amerika, Frankreich, Deutschland, Tschechoslowakei, Belgien, Holland, Lettland und Palästina. Einen tiefen Eindruck auf alle Anwesenden machten die Ansprachen des Vorsitzenden der Berliner Jüdischen Gemeinde, Direktor Georg Kareski, des Mitglieds der Zionistischen Weltexekutive, Dr. Lazarus Barth, und des Präsidenten der Jüdischen Volkspartei in Deutschland, Dr. Alfred Klee. Zu Ehren der Delegierten des gegenwärtig in Antwerpen stattfindenden Kongresses des Weltmakkabi wurde von der Stadt Antwerpen im prächtigen Stadthause ein Empfang veranstaltet. Der Deputierte Ekeleers begrüßte die Delegierten und Gäste im Namen der Stadtverwaltung und des am Erscheinen verhinderten Bürgermeisters herzlich. Die Delegierten und Ehrengäste der Makkabiade veranstalteten einen Marsch durch die Hauptstraßen von Antwerpen, der sehr imposant verlief. Viele Tausende Einwohner Antwerpens umsäumten die Straßen und bereiteten den jüdischen Sportlern begeisterte Ovationen. Eine Jüdin Generaldirektor der Mailänder Scala Rom, 4. Juli. (JTA.) Zum Nachfolger des vor einigen Tagen verstorbenen Generaldirektors des berühmten Scala-Theaters zu Mailand, Angelo Scandiani, der bekanntlich Jude war. wurde Frl. Anita Colombo ernannt. Anita Colombo ist Jüdin und Tochter eines verstorbenen jüdischen Bankiers, in dessen Hause von jeher Musiker und Musikfreunde, unter ihnen Toscanini, freundschaftlich verkehrten. Frl. Colombo, eine Geigerin und Musiktheoretikerin von Ruf, war eine Zeitlang Sekretärin Toscaninis. Wizo und Hadassah London, 4. Juli. (JTA.) Auf Einladung der Exekutive der Wizo fand eine gemeinsame Sit-

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