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Das jüdische Echo · 1930-07-11 · 28 (11.7.1930) · p. Seite 394

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
28 (11.7.1930)
Date
1930-07-11
Page
Seite 394 (sequence 9)
Language
German
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394 Das Jüdische Echo Nr. 28 Oberrabbiners von Jerusalem Rabbi Salanl, da 1.1 um das Jahr 1895 die Juden auf dem Platz vor der Mauer neues Pflaster haben legen lassen. Der Direktor der Bezalel-Sehule in Jerusalem, Professor Boris Schatz, gab Aufklärung zu einem im Jahre 1910 gedrehten Film von der Klagemauer, der den Platz überfüllt von Juden und mit Bänken darauf zeigt und der Kommission tags zuvor vorgeführt worden ist. Er selbst habe diesen Film seinerzeit in Neuyork gezeigt. Die Tatsache, daß die die Benutzung von Bänken vor der Klagemauer verbietende Verfügung der örtlichen türkischen Behörde von 1912 von Konstantinopel aus sofort annulliert worden ist, stellt sich als das wichtigste der bisher von jüdischer Seite vorgebrachten Argumente dar, weil dadurch die arabische Auffassung des Status quo widerlegt wird. Nach Beendigung des Kreuzverhörs mit dem jüdischen Zeugen Mejuchas wurde der britische Archäologe Misshussey vernommen. Der Zeuge kam im Jahre 1900 nach Jerusalem. Er besuchte bald nach seiner Ankunft die Klagemauer und fand dort alte Männer auf Stühlen und Bänken sitzend vor. Er sah auch eine Scheidewand aus Holz und StolT. Später lebte er einige Zeit unter Fellachen, hat aber nicht gehört, daß sie die Klagemauer je erwähnt hätten, und vor 1928 nie gesehen, daß Moslems zur Klagemauer gingen. Jerusalem, 0. Juli. (JTA.) Als erster moslemitiseher Zeuge wurde von der Klagemauerkommission der oberste Geistliche des Moslemitischen Religiösen Gerichtes vernommen. Er wies Besitztitel vor, die zeigen sollen, daß das Mugrabi-Viertel in Jerusalem Eigentum des Wakf (moslemitisches Kirchengut) ist und daß die Klagemauer die Grenze dieses Gebietes darstellt. Aus der jüdischen Welt Tagung des Wohlfahrtsausschusses des Preußischen Landesverbandes Berlin, (>. Juli. (JTA.) (Amtlich.) Am Sonntag, dem 22. Juni 1930, tagte zu Berlin unter dem Vorsitz von Landgerichtsrat Dr. Lilienlhal der Wohlfahrtsausschuß des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden. In vielslündigen eingehenden Beratungen wurden die im Etat des Landesverbandes für Wohlfahrtszwecke eingesetzten Mittel verteilt. Mit Rücksicht darauf, daß die Endsumme in diesem Jahre gegenüber dem Vorjahre gekürzt werden mußte, konnten nur in Ausnahmefällen neue Verbände und Organisationen bedacht werden; darüber hinaus mußte sogar eine Reduktion verschiedener laufenden Subventionen eintreten. Mehr als je erschien daher äußerste Konzentration der Mittel geboten. Es wurden grundsätzlich nur solchen Organisationen, ‘Anstalten und Verbänden Unterstützungen gewährt, deren Wirkungskreis ein umfassender ist und über örtliche Interessen hinausgeht. Aus demselben Grunde sollen die Stipendien für hauswirtschaflliehe Ausbildung in Zukunft auf solche Fälle beschränkt werden, in denen sich junge Mädchen zu Haushaltungslehrerinnen oder zur Tätigkeit in Heimen usw. ausbilden wolle. — Von Einzelheiten dürfte noch von Interesse sein, daß allen Gemeinden die Anstellung hauptamtlicher Sozialbeamlinnen dringend empfohlen werden soll. Dabei wird darauf hingewiesen, daß diese Anstellung, über deren Notwendigkeit kaum ein Zweifel bestehen dürfte, die Gemeinden auch finanziell nicht belastet, da die Ausgabe für das Gehalt der Beamtin durch Ersparnisse auf allen möglichen Gebieten wieder eingebracht werden dürfte. Bei verschiedenen Gelegenheiten befaßte sich der Ausschuß mit der Notwendigkeit einer einheitlichen Gestaltung der jüdischen Wohlfahrtsarbeit. Es wurde in Aussicht genommen, in bestimmten Fällen, in denen es daran noch fehlI, im Zusammenwirken mit der Zentralwohlfahrlsstelle auf eine rationelle Gestallung des heutigen Zustandes hinzuwirken. Einweihung eines Landheims der jüdischen Jugend in Wolzig Berlin, 1. Juli. (JTA.) Am Sonntag, dem 29'. Juni 1930, wurde in Wolzig (Kreis Beßkow), in der Nähe von Berlin, d i e erst e j ii d i s c h e J u - g e n d herber g e in Deutschland eingeweiht. Die Anregung dazu ging von der Leitung des neuen Jugend- und Lehrheims Wolzig aus, die auf diese Weise eine lebendige Verbindung zwischen der organisierten jüdischen Jugend und den Zöglingen des Heimes in Wolzig herstellen will. Diesen Gedanken griff die Jüdische Gemeinde Berlin, in enger Zusammenarbeit mit dem Landesausschuß Berlin der jüdischen Jugendverbände, auf, und so wurde in kürzester Zeit der Gedanke der Schaffung einer solchen Jugendherberge verwirklicht. Das Heim ist ein kleines Bauernhaus, sehr schön am Wolziger See gelegen, und umfaßt zwei getrennte Schlafzimmer für Jungen und Mädchen, einen Tagesraum, eine Küche und einen gut eingerichteten Waschraum. Die Zahl der Betten beträgt 28, doch kann diese Zahl evtl, noch vergrößert werden. Zur Einweihungsfeier hatten der Jugendpflegeausschuß der jüdischen Gemeinde Berlin und der Landesausschuß Berlin gemeinschaftlich eingeladcn und diesem Ruf waren ungefähr 375 Jugendliche und eine Reihe von Vertretern der Gemeinderepräsentanz, der Mitarbeiter des Wohlfahrtsamtes der Jüdischen Gemeinde Berlin und andere gefolgt. Bei schönstem Sonnenschein begann, nachdem vorher eine kurze Führung durch die Räume der Herberge stallgefunden hatte, die Feier. Zur Eröffnung sangen die Chöre der Deutsch-Jüdischen Jugendgemeinschaft und des Jung-Jüdischen Wanderbundes deutsche und hebräische Lieder. Dann sprach Herr Direktor Kareski, als Vorsitzender des Jugendpflegeausschusses, vom jugendpflegerisch-gemeindepolitischem Standpunkt, während der Vorsitzende des Landesausschusses Berlin der jüdischen Jugendverbände, Herr Martin Sobotker, mehr die pädagogischen Probleme und die Forderungen und Wünsche der Jugend betonte. Ferner begrüßten Herr Rosenlhal, im Namen der Gemeinderepräsenlanz, und Herr Dr. Lamm als Vertreter des Wohlfahrtsamtes der Jüdischen Gemeinde die Schaffung dieser Jugendherberge und beglückwünschten die Jugend zu diesem Erfolg. An die kurze Feier schloß sich dann noch eine Führung durch das Jugend- und Lehrheim an, bei der Herr Dr. Hans Lubinski, der Leiter des Heims, eine kurze Einführungsrede hielt. Den Nachmittag verbrachte ein großer Teil der erschienenen Bünde mit gemeinsamen sportlichen Spielen. Sportanlage der Jüdischen Gemeinde Berlin Berlin, 4. Juli. (JTA.) Der JTA wird mitgeleill: Dicht am Bahnhof Grunewald entsteht auf einem Gelände von 40 000 qm die Sportanlage der Jüdischen Gemeinde, die zweckmäßig, sparsam und dabei doch allen Anforderungen entsprechend jetzt gebaut werden soll. Damit die Arbeiten sofort beginnen können, um schon im Winter den Spielbetrieb eröffnen zu können, hat der Vorstand der Jüdischen Gemeinde die Kosten mit 50 000 RM. bevorschußt, in der sicheren Erwartung, daß aus den Reihen der Gemeindemitglieder, unter besonderer Mitarbeit der Jugend, die Gelder aufgebracht werden.

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