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Das jüdische Echo · 1930-06-20 · 25 (20.6.1930) · p. Seite 354

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
25 (20.6.1930)
Date
1930-06-20
Page
Seite 354 (sequence 15)
Language
German
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354 Das Jüdische Echo Nr. 25 den Verlust seiner Frau in Trauer versetzt ist, wurde die Anteilnahme der Gemeinde zum Ausdruck gebracht. Man erledigte dann zunächst Punkt 2 der Tagesordnung, zu dem J.-R. Dr. Straus kurz referierte, und stimmte der vom Vorstand bereits vorgenommenen Bürgschaftsübernahme für ein Darlehen von 6000 RM. zu, das dem Verein Israelitische Jugendhilfe zur Abdeckung seiner diesjährigen Zins- und Abzahlungsverpflichtungen von der Hilfskasse gemeinnütziger Wohlfahrtseinrichtungen zugesichert wurde. Angesichts der finanziellen Lage des Vereins kann die Bürgschaftsübernahme durch die Gemeinde als völlig risikolos betrachtet werden. Wie bereits mitgeteilt, wurde die Angelegenheit der Finanzierung des Synagogenumbaues Rei chenbachstr. 27, zu der die Betsaalvereine Linath Hazedek und Agudath Achim die Hilfe der Gemeinde erbeten hatten, nach kurzer Debatte im Sinne und nach den Plänen der Gesuchsteller einstimmig bewilligt. Nachdem Herr Justizrat Dr. Straus über die Gesuche und die Beschlüsse des Vorstands referiert hatte, stellte Herr Picard die Anfrage, wie es mit den Finanzen der Gemeinde stehe. Auf diese Frage erteilte K.-R. Dr. Wassermann Antwort und gab bekannt, daß allerdings gegenüber den Eingängen des Vorjahres bisher ein Mindereingang von 75 000 RM. festzustellen sei und daß man vielleicht für das ganze Jahr damit rechnen müsse, daß der Ansatz von 110 000 RM. Mindereinnahmen, den man im diesjährigen Etat getroffen habe, noch zu optimistisch gewesen sei; da es sich aber bei dem Umbau der Synagoge um ein absolut vordringliches religiöses Bedürfnis handle und die Befriedigung religiöser Bedürfnisse die Hauptaufgabe der Gemeinde sei, müsse man die Forderung bewilligen, um so mehr als nach vielen unausführbaren Projekten nun endlich ein Plan vorliege, der geeignet sei, dem vorliegenden Bedürfnis gerecht zu werden und der Gemeinde keine untragbaren Lasten aufbürde. In ähnlichem Sinne äußerten sich Herr J.-R. Dr. Straus, Herr Dr. Wilmersdörffer. Herr J.-R. Dr. Max Feuchtwanger und Herr J.-R. Dr. Oestreich. Herr Picard regte ganz persönlich mit Rücksicht auf den schlechten Stand der Gemeindefinanzen eine Hinausschiebung oder andere, billigere Erledigung der Angelegenheit an; lachdem jedoch auch Herr Dr. Werner einen pos; tiven Beschluß befürwortet hatte, wurde einstimmig beschlossen, den von den Vereinen gemachten Vorschlägen mit einigen Änderungen zuzustimmen. Auf Grund dieses Beschlusses übernimmt die Israelitische Kultusgemeinde München die selbstschuldnerische Bürgschaft für ein an zweiter Rangstelle auf dem Hause Reichenbachstraße 27 hypothekarisch zu sicherndes Darlehen von 53 600 RM., sofern die Verein Linath Hazedek und Agudath Achim sich verpflichten, Duplikat der ihnen von der Handelsbank auszustellenden Zinsquittungen jeweils vierzehn Tage nach Fälligkeit der Gemeinde vorzulegen. Ferner gewährt die Gemeinde den Vereinen Linath Hazedek und Agudath Achim einen Bauzuschuß von 30 000 RM., zahlbar in drei Jahresraten, fällig innerhalb der ersten zwei Monate der Jahre 1931, 1932, 1933. Der Bauzuschuß wird gewährt unter der Voraussetzung, daß bei Fälligkeit der ersten Zuschußrate der Bau vollständig fertiggestellt ist und daß die Vereine Linath Hazedek und Agudath Achim weitere Beihilfen seitens der Gemeinde nicht benötigen und nicht verlangen. Die Zuschußleistung erfolgt weiterhin unter der ausdrücklichen Bedingung, daß die Vereine Linath Hazedek und Agudath Achim den Zuschuß an die Gemeinde zurückzuzahlen haben, sofern das Haus Reichenbachstraße 27 veräußert oder beschlagnahmt wird oder daß in dem Anwesen der regelmäßige Gottesdienst, zu dessen Ermöglichung der Zuschuß gewährt wird, dauernd nicht mehr abgehalten werden sollte. Zur Sicherung dieses Anspruchs auf Rückzahlung ist eine Sicherheitshypothek von 30 000 RM. auf dem Anwesen Reichenbachstraße 27 einzutragen. Endlich ist den Vereinen bekanntzugeben, daß Herr Architekt Fritz Landauer, der heute wohl als erster Künstler auf dem Gebiet des Synagogenbaues in Deutschland zu gelten hat, seine Mitarbeit bei der Durchführung des Bauplans zur Verfügung zu stellen sich bereit erklärt hat, ohne daß damit eine wesentliche Erhöhung der Baukosten eintreten werde. Die Gemeinde würde es außerordentlich begrüßen, wenn die Vereine von diesem Angebot Gebrauch machen würden. Der Schluß der Sitzung war einer Aussprache über den Verlauf der Münchener Tagung des Verbandes jüdischer Jugendvereine gewidmet. Das jndlsche Sportfest aes B*r-Kochba Um es gleich vorweg zu nehmen: Der Klubkampf der beiden Brudervereine aus Nürnberg und München war ein voller Erfolg. Nur eines war betrüblich: Das Wetter war zu schön! Deshalb zogen es viele vor, ins Freie zu fahren, so daß der Besuch leider ein geringer war. Die aber kamen, hatten es nicht zu bereuen. Es gab überaus spannende Kämpfe, es wurde auf beiden Seiten zäh und verbissen gekämpft, dafür spricht ja auch der hart erkämpfte Sieg Münchens über Nürnberg mit 84:79 Punkten, also nur mit 5 Punkten Vorsprung. Die Organisation unter D. Masurs Leitung klappte ausgezeichnet, die Nürnberger Gäste unter Dr. Vorchheimers Führung waren fair kämpfende Sportsleute und sind deshalb in München immer herzlich willkommen. Einzig das Handballspiel, das Nürnberg mit 4 : 2 Toren gewann, wurde durch den übertrieben großen Ehrgeiz der Nürnberger in einem etwas aufgeregten Stil durchgeführt. Die Nürnberger waren in ihrer Spielkultur, besonders aber in der Fangtechnik und im Zuspiel, viel besser und vor dem Tor auch gefährlicher als die Münchener und hätten es deshalb nicht nötig gehabt, durch ständiges Reklamieren beim Schiedsrichter Breit, der peinlich genau war, sich die Sympathien der Zuschauer zu verscherzen und sich so undiszipliniert zu zeigen. Bei München gefielen besonders gut der alte Kämpe Orljansky in der Verteidigung und Gröbel im Sturm, der beide Tore für München schoß. Bei Nürnberg hervorragend die Brüder Bukofzer, Bacharach, Willner und Lehmann. Die Jugend spielte Fußball gegen F. C. Bayern Jugend und verlor mit 0 : 8 (0 :4) Toren, wobei die Verteidiger Wolf und Weißmann sich besonders auszeichneten. Die Ergebnisse: 100-m-Lauf: 1. Bukofzer (N) 11,9, 2. Willner (N) 12,0, 3. Eisenmann (M) 12,2, 4. Kalter (M) 12,6. Ein spannendes Rennen, das Bukofzer im Endspurt gewann. 800-m-Lauf: 1. Gidalewitsch (M) 2:24, 2. Lehmann (N) 2:24,4 3. Sonder (M) 2:27,4. 4. Geisenberger (N) 2:34,2. Es war der interessanteste Kampf, bei welchem Gidalewitsch durch letzte Energie Lehmann bezwang. Sonder lief sehr gut. 3000-m-Lauf: 1. Lehmann (N) 11:58,2, 2. Hönigstein (M) 11:59,8, 3. Rawicz (N) 12:02, 4. Schindler (M) 12:58. Ein dramatischer Kampf zwischen Lehmann und Königstein während einer Gluthitze. Weitspringen: 1. Willner (N) 5,95 m, 2. Spielmann

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