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Das jüdische Echo · 1930-06-20 · 25 (20.6.1930) · p. Seite 348

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
25 (20.6.1930)
Date
1930-06-20
Page
Seite 348 (sequence 4)
Language
German
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348 Das Jüdische Echo Nr 25 che, spätestens nach zwei Wochen sämtlich in Arbeitsstellen untergebracht werden, und trotz dieser erheblichen Neueinwanderung besteht auch jetzt noch an vielen Stellen eher ein Mangel als ein Überfluß an Arbeitskräften. Die Stimmung der Befriedigung über den ständigen wirtschaftlichen Aufschwung wird natürlich stark getrübt durch die tiefe Depression, die der Bericht der Untersuchungskommission geschaffen hat. Wohl hatte der Verlauf der Verhandlungen deutlich bewiesen, daß man von den meisten Mitgliedern der Kommission wenig Verständnis und Sympathie für die jüdische Sache erhoffen dürfe, doch war man immerhin nicht auf einen so absoluten Mangel an Verständnis für das jüdische Volksproblem und die unternommenen heroischen Versuche zu seiner Lösung vorbereitet gewesen. Die Beunruhigung über den Bericht wird noch verstärkt durch die eiskalte, ablehnende Haltung des englischen Kreises im Lande gegenüber der jüdischen Bevölkerung, der sich bis tief in gesellschaftliche, persönliche Beziehungen hinein erstreckt und den Juden die Vermutung nahelegt, daß alle auf * Vereitlung des zionistischen Werkes hinzielenden Vorschläge und Anregungen des Berichtes bei der englischen Beamtenschaft sicherlich wenig Gegnerschaft finden werden. Trotzdem scheint es, als ob der Bericht auf die Palästinenser weniger stark gewirkt hätte als auf das jüdische Ausland. Man steht eben hier in einem so mächtigen Wirbel jüdischer Volkskraft, sieht so ununterbrochen das Aufblühen und Reifen des neuen jüdischen Lehens im Lande, daß man fühlt: diese Elementarkraft muß mit der Zeit alle noch so klugen und tückischen Gegenkräfte überwinden. Das bedeutet natürlich nicht, daß man in einem blinden Optimismus die Dinge einfach ihrer Entwicklung zutreiben läßt. Es ist vielmehr gerade in diesen letzten Monaten in der palästinensischen Bevölkerung ein starker Wille zu vorausschauendem, verantwortlichem Handeln erwacht. H. H. T. Die Palästinasession der Mandatskommission beendet Ein Gesamtbericht an den Völkerbundsrat wird ausgearbeitet Genf, 11.; Juni. (JTA.) Über die Sitzung der Mandatskommission am 10. Juni wird offiziell mitgeteilt: Die Mandatskommission ging nach Beendigung der Prüfung der Ereignisse in Palästina in den Monaten August und September 1929 zur Diskussion des Jahresberichtes der Mandatarmacht für das- Gesamtjahr T929 betreffend die Verwaltung in Palästina und Transjordanien über. Seitens der britischen Regierung waren der Generalsekretär des Oberkommissariats in Palästina, Herr Luke, und Herr Clauson vom Colonial Office anwesend. Die Vertreter der Mandätarmacht gaben der Kommission ergänzende Mitteilungen über die Bodenverhältnisse, .das Rechtssyste'm, die gleiche Behandlung in wirtschaftlicher Hinsicht, die Arbeiten am Bau des Hafens in Haifa, die Tote-Meer-Konzession, den Handel und die Wirtschaftslage in Palästina und Transjordanien, die'Verhältnisse im Unterrichtswesen, in der öffentlichen Gesundheit, in den Finanzen, im Handel mit Rauschgiften usw. Die Kommission schritt sodann an die Ausarbeitung eines Berichts über die Ergebnisse ihrer außerordentlichen Session an den Rat des Völkerbundes. Wie der JTA-Vertreter erfährt, sind die britischen Vertreter Luke und Clauson am 10. Juni abends von Genf abgereist. An dem gleichen Abend begab sich das schweizerische Mitglied der Klagemauerkommission, Richter Barde, nach Palästina. Verfängliche Fragen des französischen Vertreters über die Rolle des Großmufti Paris, 11. Juni. (JTA.) Die Pariser Presse berichtet aus Genf: Der französische Vertreter in der Mandatskommission richtete an den britischen Unterstaatssekretär für die Kolonien, Dr. Drumond Shiels, die Frage, wieso es möglich war, daß der im Jahre 1920 wegen Rebellion, verurteilte Jerusalemer Mufti heute ein Gehalt von der britischen Regierung bezieht und ungehindert eine Propaganda gegen Frankreich unter den syrischen Mohammedanern entfalten darf. Es ergibt sich daraus der'sonderbare Zustand, daß ein durch die politische Mandatarmacht England unterstützter Beamter gegen die französischen Mandatsinteressen, die ja auch Angelegenheiten des Völkerbundes sind, wühlen darf. Dr. Shiels erwiderte, der Mufti sei wegen politischer Vergehen verurteilt worden, die später unter eine Amnestie fielen. Die Mandatarmacht betrachtet den, Mufti nicht als ihren Gehaltsempfänger. Die französische Presse erfährt, die britische Regierung habe die nach Palästina sich begebende Klagemauerkommission des Völkerbundes ersucht, bis zum August , d. J. das Ergebnis ihrer durchgreifenden Untersuchungen mitzuteilen, damit der Bericht dem, Völkerbundsrat..schon in seiner Sitzung im September d. J. unterbreitet werden kann. Die Mandatskommission befaßt sich weiter mit der Palästinafrage Genf, 12. Juni. (JTA.) Die Mandatskommission des Völkerbundes befaßt sich, wie der JTA-Vertreter erfährt, auch jetzt noch, nach Beendigung der speziellen Palästinasession, mit den Fragen Palästinas. Am 11. Juni begann die Kommission mit der Abfassung des Berichtes für den Völkerbundsrat und der Formulierung ihrer „Observations“. Über den Verlauf dieser Sitzungen erscheinen keine Kommuniques. Der JTA-Vertreter erfährt,, daß die Mandatskommission beschlossen hat, .daß jedes Mitglied seinen persönlichen Standpunkt schriftlich zu präzisieren hat. Sodann hat die Kommission die Fragen formuliert, zu denen sie in dem „Observations“ Stellung nehmen wird. Es wurde ein Redaktionskomitee-.eingesetzt, dem Van Rees, Rappard, Orts und Merlin angehören. Das Redaktionskomitee tagte am 12. Juni .den ganzen Tag über. Man spricht, davon, daß die Mandatskommission den Text ihres Berichtes über die Palästinafragen. den sie jetzt ausarbeitet, noch in einer speziellen Sitzung nach Beendigung der ordentlichen Session endgültig bestätigen wird. Genf, 12. Juni. (JTA.) Der Mandatskommission des Völkerbundes ging am 11. Juni ein Memorandum des Waad Leumi zu, das sorgfältig durchgearbeitete Statistiken und Tatsachen über die wirtschaftlichen und kulturellen Leistungen des jüdischen Jischuw in Palästina enthält. Berliner Wahlvorbereitungen Zwei Grundthemen haben in der letzten Zeit das Irrt-eresse~der jüdischen Öffentlichkeit in besonders -starkem Maße in Anspruch genommen. Wir meinen die' auf Palästina bezüglichen politischen Vorgänge und zweitens die allgemeine Wirtschaftsnot, die sich bei den Juden in -spezifischer Weise,

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